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Es ist ja „nur“ Diabetes

Michi ärgert sich wahnsinnig, der #Blutzucker geht beim Radfahren ordentlich in den Keller und er hat sich mit seinen Vorräten verschätzt! Ein großer Wutausbruch bei einem wichtigen Thema - #Hypo beim Sport!

„Zum Glück hast du ja nur Diabetes“ – ein Satz der Außenstehenden gerne mal über die Lippen geht, meistens wissen diese Menschen aber nicht, wie verletzend so ein Spruch sein kann.

4 Kommentare

  1. Ich bin selbst Diabetiker und es ist manchmal nicht einfach, aber auch ich würde eher zu dem „es ist nur Diabetes“ neigen.
    Ich jedenfalls würde meinen Diabetes nicht gegen z.B. Krebs, HIV, Mukuviszidose, Rett-Syndrom oder eine andere der vielen unheilbaren Krankheiten, die einem früher oder später den sicheren Tod bescheren, tauschen wollen.
    Vielleicht gelegentlich mal daran denken, dann isrt der Wutausbruch vielleicht ein wenig schwächer. 😉

    1. Genau so ist es Thomas. Ich habe seit 31 Jahren Diabetes Typ 1 und führe ein wunderbares, fast normales Leben. Etwas weniger Selbstmitleid wäre sehr oft angebracht.

  2. Hey Thomas, hey Lothar.

    Zunächst einmal danke für eure Kommentare. Denke der Austausch unter uns Betroffenen ist immer sehr wichtig und finde es vor allen Ding super, dass ihr mit eurem Diabetes scheinbar so gut klar kommt.
    Wie ich bereits in dem Video erwähnt habe sehe ich es genauso, dass es schlimmere Krankheiten wie Typ 1 Diabetes gibt und ich lebe generell auch sehr gut damit.
    Die Botschaft des Videos sollte vor allen Dingen sein, dass man die Krankheit nicht unterschätzen sollte, weil sie uns Betroffene dann doch an unsere Grenzen bringen kann. Egal wie gut wir meinen sie unter Kontrolle zu haben.
    Würde es sehr schade finden, wenn bei dem Video der Eindruck entstehen würde, dass ich mich gerade selbst bemitleide, denn in diesem Moment oder besser gesagt ein paar Minuten zuvor, als ich auf dem Fahrrad saß und mich den Berg hoch gekämpft hatte, kam richtige Panik in mir auf.
    Zum ersten Mal seit ich Diabetes habe wohlgemerkt, denn normalerweise habe ich immer Hypo-Helfer in der Nähe und bleibe bei Unterzuckerungen cool.
    In diesem Moment war ich auch so sehr mit dem Gedanken beschäftigt, dass ich möglicherweise irgendwo im Nirgendwo auf einer Straße im Westen von Kanada das Bewusstsein verlieren könnte, dass mich der Gedanke an andere schlimmere Krankheiten nicht beruhigt hätte. Denn in diesem Moment bin ich Diabetiker und muss mich den Herausforderungen meiner Krankheit stellen.
    Ich glaube auch grundsätzlich nicht, dass Typ 1 Diabetiker absichtlich im Selbstmitleid baden. Es gibt einfach Leute, die damit besser klar kommen und für andere ist es eine unglaubliche (psychische) Last, was bestimmt auch damit zusammenhängt, dass jeder Diabetes von Person zu Person individuell ist und jeden vor andere Herausforderungen stellt.
    Ich denke die Aussage „Es ist nur Diabetes“ ist von daher sehr situationsspezifisch zu betrachten.
    Wie bereits erwähnt ist es „nur“ Diabetes im Vergleich zu Krankheiten wie Krebs, etc.
    Wenn die Aussage jedoch fahrlässig von Nicht-Betroffenen getroffen wird und vielleicht noch ein „stell dich nicht so an“ hinterher geschoben wird, dann finde ich das einfach nur gemein und unfair, denn die Person weiß einfach nicht wie es ist 24/7 die Aufgabe eines körpereigenen Organs zu übernehmen.
    Mir ist es dann lieber, wenn mich Leute einfach mal vorher fragen würden wie ich damit zurecht komme und wie es sich denn so mit Typ 1 Diabetes lebt, bevor undurchdachte Aussagen getroffen werden. Sollte es nicht generell so sein, dass man sich ausreichend Informationen zu einer Thematik beschafft bevor man sein Urteil fällt oder einen Standpunkt vertritt?
    Genau deswegen wollte ich auch am Ende des Videos klar machen: Fragt uns Betroffene doch einfach. Wir wissen ja schließlich wie es ist.
    Oder wie seht ihr das?
    Liebe Grüße, Michi

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