Diabetes glitzert – Style and love what you do everyday

Diabetes hat auch viele positive Seiten. Saskia hat sich einfach mal den Alltag mit Diabetes angesehen – und vieles entdeckt. Sicher entdeckt Ihr Euch an einigen Stellen wieder…

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Diabetes glitzert

Eigentlich glitzert unser Diabetes nicht, im Gegenteil. Wir setzen uns ständig mit Blutzuckerwerten und Kohlenhydraten auseinander. Unser Alltag ist geprägt von KE-Faktoren, Insulineinheiten und deren Auswirkung. Diabetes zu haben ist eine Lebensaufgabe und auch, wenn wir uns diese nicht ausgesucht haben, begleitet sie uns dennoch und wird leider meist viel zu negativ interpretiert oder mit allgemeinen negativen Gefühlen in Verbindung gebracht.

Ich kann mich selbst davon nicht freisprechen und ich denke, niemand macht Freudensprünge, wenn sich eine Hypoglykämie anschleicht und mal wieder die Zuckerbomben an Land gezogen werden müssen, aber trotzdem zieht die Diagnose Diabetes auch eine spezielle Ressource mit sich, wobei ich sogar wichtig finde, sich diese bewusst zu machen und wertzuschätzen.

Wir haben nämlich die Möglichkeit, das Beste daraus zu machen

Wir sind selten eingeschränkt, können selbstbestimmend Entscheidungen treffen, sind freidenkend und haben die Chance, unser Leben immer in die Richtung zu lenken, in die wir gehen wollen. Wir können die Decke über den Kopf ziehen oder wertschätzen, welche objektiven Faktoren unser Leben positiv beeinflussen, und das Beste: Wir können jeden Morgen selbst entscheiden, welche Laune unseren Tag bestimmen wird.

Aber auch subjektive Faktoren können wir beeinflussen

Und auch wenn oft sehr unterbewusst, beeinflussen diese wiederum unseren Alltag und letztendlich sogar unsere Umgangsweise mit dem Diabetes. Alles, was wir fühlen, strahlen wir auch aus. Warum also nicht mal positiv geleitet den Blutzucker testen? Warum nicht mal lachend die Kohlenhydrate von der Waage auf den Teller schubsen? Einfach mal Spaß daran haben und lieben, was man sich zwar nicht ausgesucht hat, aber dennoch alltäglich tut. Der persönliche Vorteil darin liegt einfach, dass man sich selbst den positiven Umgang bewusst macht, Negatives an Bedeutung verliert und sich das Leben glücklicher gestalten lässt.

Sogar zwischenmenschliche Ebenen können gefördert werden und zum Wohlbefinden beitragen

Wir strahlen also kontinuierlich unser Befinden und unsere Gefühle durch Mimik und Gestik aus. Wir können nicht nicht kommunizieren. Wenn ich also beim ständigen Blutzuckermessen oder Spritzen so eine negative Haltung ausstrahle, was denken dann meine Mitmenschen? Nein, ich sag euch ganz ehrlich, ich schubse lieber lachend meine Kohlenhydrate von der Waage auf den Teller, verschätze mich zusammen mit meinem Freund bei unberechenbaren Lebensmitteln und nehme diesen Part meines Lebens als etwas Positives an. Ich bin davon überzeugt, dass mein Freund keinen Spaß daran hätte und auf mich zukommen würde, wenn ich nonverbal zeige, dass ich situativ überhaupt gar keine Lust auf das Wiegen meines Essens habe. Positives Denken bringt euch nicht nur im Zusammenhang mit eurem Diabetes nach vorn, sondern ich denke, in jeder Lebenslage. Wäre es nicht sogar Zeitverschwendung, das Leben mit negativen Aspekten zu füllen?

Abschließend möchte ich euch noch von einer positiv geleiteten Situation erzählen: Als ich im Bus saß und meinen Blutzucker getestet habe, sprach mich eine ältere Dame an. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte von ihrem Typ-2-Diabetes und ich von meinem Typ 1. Mir hat die Konversation gefallen und bestimmt hätte Sie nicht das Wort ergriffen, wenn ich schmollend über meinem Wert von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) aus dem Fenster gestarrt hätte. Also: Mehr Lächeln und das lieben, was ihr täglich macht.

5 Kommentare zu “Diabetes glitzert – Style and love what you do everyday

  1. Danke. Danke für die positiven Gedanken. Seit 8 Wochen bin ich Typ1-Diabetikerin (mit 42)….und gehe da noch sehr negativ mit um. Dank Deiner Worte hab ich mir vorgenommen, das Ganze auch mal positiver zu betrachten…ich hoffe es klappt

    1. Hey, erst seit 8 Wochen? Schön, dass du dich sofort einer Online Community anschließt, dass ist wirklich das Beste was man machen kann und ich kann vollkommen verstehen, dass die Diagnose einen aus der Bahn wirft und man am liebsten schwarz sehen möchte, um so mehr freut es mich, dass du zukünftig positiver mit deinem Diabetes umgehen magst.
      ♥♥

      Allerliebste Grüße,
      Saskia

  2. Du nimmst mir die Worte aus dem Mund! Ich freue mich, dass du so treffend geschrieben hast, was ich schon lange denke (und auch zu leben versuche). Danke für die gute Stimmung und Motivation!

    1. Hey,
      danke für das liebe Feedback. Dein Kommentar ist wirklich Balsam für die Seele und ich freu mich, diese Gedankengänge mit anderen Menschen teilen zu können ♥♥

      Liebste Grüße, Saskia

  3. Ich (63) schlage mich seit 19 Jahren mit dem Monster Typ I herum. Habe es lange Zeit “nicht zur Kenntnis” genommen und seid ca 2 Jahren, nach einer sehr unangenehmen Krankheitsphase, sind das Monster und ich in den Ring gestiegen. Wir kämpfen täglich aber manchmal reicht es, wenn ich morgens gut drauf bin, keine Angst zeige und lächle. Dann kommt es nicht aus seiner Ecke raus! Ich achte auf mich, habe 30 kg abgenommen, koche ganz anders und ich kann endlich mit voller Überzeugung sagen: Es geht mir gut. Wahrscheinlich besser als vielen Nichtdiabetikern in Familie und Freundeskreis, die jeden Tag über andere Wehwehchen klagen. Ich habe einen Schuss vor den Bug bekommen, aber ohne die Herausvorderung Diabetes Typ I hätte ich das sicher nicht so gut weggesteckt. Es gibt auf jeden Fall schlimmeres und der Austausch in den verschiedenen Foren hilft (mir) auf jeden Fall, die eigenen Unsicherheiten und Schwankungen nicht in die Schublade “ich bin ein Alien” zu stecken.
    Liebe Grüsse und Nase hoch!!
    Daxi

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