Frühjahrsmüdigkeit und -depression – was ist eigentlich der Unterschied?

Diabetes und Depressionen treten oft gemeinsam auf. Gerade im April/Mai neigen viele Menschen zur Frühjahrsmüdigkeit. Saskia hat für euch recherchiert und stellt die Unterschiede zwischen Depressionen und Frühjahrsmüdigkeit heraus.

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Jetzt mal ehrlich, mit Diabetes, ob Typ 1 oder Typ 2, vollkommen egal, ist man einfach anfälliger für Depressionen. Jede chronische Erkrankung zieht eine Prädisposition für die Entstehung von Depressionen mit sich und gesellschaftlich wird dies gerne totgeschwiegen. Depressionen sich einzugestehen, ist unangenehm, darüber öffentlich zu sprechen, noch viel mehr und dabei erkranken 4,9 Mio. Menschen in Deutschland jährlich an einer behandlungsbedürftigen Depression und nur eine Minderheit davon bekommt eine entsprechende Behandlung. Deswegen kann ich jedem nur ans Herz legen, sich selbst und das eigene psychische Wohlbefinden zu beobachten, sich schlechte Gefühle und Tage einzugestehen und auch mit vertrauten Personen zu kommunizieren, letztendlich sogar sich wirklich Hilfe zu suchen, wenn die negativen Gefühle überhandnehmen. Und selbst, wenn es „nur“ eine depressive Episode ist, sollte man diese nicht unterschätzen.

Antriebslos in den bunten Frühling

So starten viele in die eigentlich glücklich-machende Frühjahreszeit und fragen sich, warum… Die Blumen blühen und die ersten Sonnenstrahlen kommen heraus und das einzige, was einem in den Sinn kommt, ist, lieber noch mal den Wecker auszudrücken oder die Decke komplett über den Kopf zu ziehen. Diese Gefühle nennt man zusammenfassend: Frühjahrsmüdigkeit, welche im April und Mai am stärksten ist und meist über 2 Wochen anhält. Neben der Müdigkeit und Antriebslosigkeit kann es auch zu Kopf- und Gliederschmerzen kommen sowie Kreislaufbeschwerden und leichter Reizbarkeit. Warum die Frühjahrsmüdigkeit entsteht, ist noch nicht genau geklärt, jedoch lassen sich verschiedene Symptome auf Ursachen zurückführen. Der Körper muss sich im Frühjahr auf andere Licht- und Wetterverhältnisse einstellen und auch der Vitamin-D-Speicher ist durch die dunklen Wintermonate aufgebraucht und erreicht einen Tiefpunkt, wodurch sich zum Beispiel die Müdigkeit und Antriebslosigkeit erklären lassen.

In Kombination mit Diabetes doch ein toller Start in die Sommerzeit, oder nicht? – Wohl eher nicht, ich weiß.

Was kann man dagegen tun?

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Gegen die Frühjahrsmüdigkeit…

…helfen vor allem frische Luft und Sonne. Besonders der Antriebslosigkeit sollte man mit Aktivitäten entgegenwirken, sich aufraffen und spazieren gehen, joggen oder eine Radtour planen und wenn man all das in der Sonne genießt, wird auch zeitgleich der Vitamin-D-Speicher wieder aufgefüllt.

Und da man sich selbst ja immer am besten kennt und weiß, ob man gerade für die Frühjahrsmüdigkeit anfällig ist, kann man sich darauf auch entsprechend vorbereiten, zum Beispiel durch regelmäßige Saunabesuche in den Wintermonaten oder Wechselduschen der Arme und Beine, zur Vorbereitung auf den Wetterwechsel. Zusätzlich regen Wechselduschen auch den Kreislauf an und fördern die Durchblutung.

Kontraproduktiv ist das Ausschlafen oder zu viel Schlafen, denn genau das steigert wieder die Müdigkeit und lässt die ganze Frühjahrsmüdigkeit zu einem kleinen Teufelskreis werden. Zumal ich es von mir kenne, dass, wenn ich wirklich mal lange ausschlafe, der verschobene Rhythmus sich vollkommen negativ auf meinen Diabetes auswirkt. Grund dafür ist wohl, dass ich dann viel später erst mein Basalinsulin nehme, aber trotzdem: Schlechte Werte sind nicht unbedingt begünstigend, wenn man gegen die Frühjahrsmüdigkeit ankommen will.

Zu unterscheiden ist jedoch die Frühjahrsdepression

Wenn alles das nun zusammenkommt – Müdigkeit, schlechte Werte, Antriebslosigkeit, Motivationsverlust… – ist es nicht weit hergeholt, zu sagen, dass man sich an diesem Punkt nochmal genauer beobachten sollte. Die Grenze zwischen der Frühjahrsmüdigkeit und einer Frühjahrsdepression ist da nämlich ganz schmal und wirklich ernst zu nehmen. Differenzieren lässt sich die Depression durch hinzukommende Symptome wie: Interessenlosigkeit, Freudlosigkeit, Schuldgefühle, sich allein und wertlos fühlen. Es ist das Ergebnis aus einer bestehenden oder latenten Depression, der Frühjahrsmüdigkeit und Wetterumstellung. An dieser Stelle gibt es auch keine hilfreichen Tipps mehr, sondern die Anerkennung, dass dies eine psychische Erkrankung ist, welche ärztlicher und psychologischer Beratung und Behandlung bedarf.

Abschließend noch mal alles auf einen Blick:

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