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Stories of Diabetes-Tattoos

Warum hast du dir ein Tattoo stechen lassen? Und warum hat es einen Bezug zum Diabetes? Saskia ist diesen Fragen in der Community mal auf den Grund gegangen und hat spannende Antworten bekommen.

Zuletzt habe ich zwei Diabetes-Blogger gefragt, warum sie sich ihr Tattoo haben stechen lassen, und euch gefragt, was ihr davon haltet. Mir kam also die Idee, euch noch mehr Tätowierungen vorzustellen.

Ivonne Wüsthof
Yvonne Wüsthof

„Ich hab schon sehr lange mit dem Gedanken gespielt, mir ein Tattoo stechen zu lassen, hab allerdings nie ein passendes Motiv gefunden. Irgendwann kam mir dann die Idee, mir ein Diabetes Tattoo stechen zu lassen, weil ich vorher so viele tolle Tattoos schon gesehen habe. Mir hilft das Tattoo, den Diabetes als Teil von mir zu akzeptieren. Trotz der Diagnose vor 4.5 Jahren habe ich echt Probleme, den Diabetes zu akzeptieren, das Tattoo hilft mir dabei. Außerdem gibt es mir die Sicherheit, dass Rettungskräfte im Notfall, wenn ich alleine unterwegs bin, schnell bemerken, dass ich Diabetikerin bin. Nicht jeder kann mit einer Pumpe etwas anfangen. Ein Tattoo ist da schon eindeutiger, gerade weil es am Arm schnell sichtbar ist 🙂

Christina H.

Christina Haider

„Ich habe mir das Tattoo stechen lassen, da ich seit der Diagnose 2012 nicht richtig mit dem Diabetes klarkomme und mir die Folgeschäden immer bewusster werden und damit ich jeden Tag daran erinnert werde, auf meine Gesundheit zu achten. Die Sanduhr, weil sozusagen die Zeit ‚rinnt‛, wenn man sich vernachlässigt.“

Sarah Trösch

Sarah Trösch

„Es war eigentlich ein ganz simpler Grund hatte ne ganze Zeit überlegt, was die neue Tattoo Vorlage werden sollte, und eigentlich lags doch ganz nah…ich hab Diabetes und meine Höhen und Tiefen …die Tiefs bestanden meist daraus, dass ich nimmer spritzen oder messen wollte …aber jetzt schau ich einfach auf meinen Arm und zack bin ich wieder auf der Spur 😀
Klingt für manche vielleicht an den Haaren herbeigezogen, aber mir bringt das unheimlich viel 😀

Nadine Bolte

Nadine Bolte

„Ich habe am 13. Januar 2016 die Diagnose Typ1 bekommen. Am 26. Januar 2016 ist meine Schwester mit 43 Jahren an den Folgeerkrankungen des Typ1 verstorben. Ich wollte etwas, das mich selbst immer daran erinnert, mein Leben danach zu leben. Sozusagen ein persönliches Mahnmal. Es sollte aber so gestaltet sein, dass nicht jeder gleich meine Erkrankung daran erkennt. Daher der blaue Ring in abgewandelter Form und nur DT1 als Abkürzung.“

Sandra Hübsch

Sandra Hübsch1

„Also ich bin schon 12 Jahre Diabetiker. Ich mag Tattoos, vor allem wenn es noch eine Bedeutung hat. Ich dachte mir, dass ich mir die Unendlichkeitsschleife mit dem Diabetes tätowieren lasse, da der Diabetes mich mein ganzes Leben begleiten wird. Also für immer da ist. Am Handgelenk hab ich noch eins. Dieses soll oder kann im Notfall auf meine Krankheiten aufmerksam machen.“

Kai Lorenzen

Kai Lorenzen

„Ich gehe recht offen mit meinem Diabetes um. Ich will mich nicht verstecken müssen, als hätte ich eine ansteckende Krankheit. Wenn es viele Leute wissen, können mir auch viele Leute im Ernstfall helfen. Daher ist das Tattoo auch kein Stigma, sondern etwas, genauso wie mein Diabetes, mit dem ich lebenslang klarkommen muss. Achtung, jetzt wirds tief: Und so, wie das Tattoo über die Jahre immer etwas verblassen wird, so steigt mit der Zeit die Chance, dass der Diabetes eine automatisch regulierbare Krankheit wird, die nur noch minimalen Einfluss auf das tägliche Leben hat
Naja
Der blaue Ring sollte selbsterklärend sein. Den Hermesstab fand ich schöner als den Äskulapstab, wobei hier beide tendenziell Ähnliches aussagen. Der Anker unten dran verbindet mich mit meiner nordischen Heimat hier bei Flensburg.
Die rote Linie um ‚Diabetic Type 1‛ ist ein reines Stilmittel. Man sollte nicht immer zu viel in manche Tattoos reininterpretieren. Erlaubt ist, was gefällt 😉

 Daniel Kullmann

Daniel Kullmann

„Ich hab den Diabetes bis vor kurzem nie wirklich akzeptiert. Ich wollte immer sein wie alle anderen. ‚normal‛ nachdem mir das dann zum Verhängnis wurde und ich fast dran abgenippelt wäre, hab ich alles geändert, mich komplett selber geändert. Nun denke ich komplett anders und stehe zu meinem Diabetes und das will ich auch damit zeigen: Der gehört halt zu mir für immer und ich stehe dahinter, deshalb das Tattoo.“

Sascha Stein

Sascha Stein

„Ich habe es mir machen lassen, damit ich mir selber zeigen kann, dass der Diabetes zu meinem Leben gehört, da es eine schwierige Zeit war, ihn zu akzeptieren.“

Steffi

Steffi

„Am 16.08.2014 mit 30 Lebensjahren hat mich die Diagnose ereilt. Das Tattoo hab ich mir ein halbes Jahr danach stechen lassen. Dieses Tattoo zu haben, war mir in erster Linie wichtig, um zu akzeptieren, dass der Diabetes nun ein Teil von mir ist und nun sowie dieses Tattoo mich mein Leben lang begleiten wird. Die Stelle am linken Handgelenk habe ich gewählt, da bei einem Notfall die Sanitäter/Helfer und Ärzte den Puls zu 90% am linken Handgelenk wg. der Nähe zum Herzen messen.
Es war komisch, auf einmal die Diagnose Typ 1 Diabetes zu bekommen, und da sich in meinem Leben einiges danach änderte, half mir dieses kleine Tattoo als Stütze für die erste Zeit.
Jetzt schau ich mir es gerne an, es hilft mir auch manchmal über die verrückten Achterbahntage und ich freue mich auch über die vielleicht lebensrettende Funktion. Es gehört zu mir 😊

Mareike Wollknäuel

Mareike Wollknäuel

„Nachdem mein Diabetes 15 Jahre alt wurde, dachte ich, ein bisschen Motivation für die naechsten 15 (oder 50) Jahre würde nicht schaden. Ich entschied mich für ein Motiv, das für ‘I am greater than highs and lows’ steht – mit der Option, eines Tages die Worte ‘I used to have’ ueber das Tattoo zu setzen. Man weiß ja nie!“
Was sagt ihr zu den Diabetes-Tattoos und deren Stories? Ich freue mich auf eure Meinungen! Und ein großes Dankeschön an die Tätowierten, für die Offenheit, ihre persönlichen Geschichten zu teilen

12 Kommentare

  1. Wow 🙂 Sorry, ich habe keinen Diabetes. Aber mein Sohn. Ich steh auf Tattoos und bin fast ein bisschen neidisch auf die tollen Motive. Hört sich blöd an, da ich ja gesund bin. Hab mir aber auch schon überlegt, meinem Sohn zu Ehren ein Diatattoo stechen zu lassen. Er ist noch zu jung dafür. Kommt aber bestimmt noch. Auch eure Bezüge zu euren Motiven fand ich ganz klasse. Vielen Dank.

    1. Hey Christina, eine total coole Idee! Ich werde mir auch in naher Zukunft eins stechen lassen. Inspirierend fand ich zuletzt ein Bild, wo sich der Vater, die Insulinpumpe seines Sohnes tätowieren lassen hat.
      Liebe Grüße,
      Saskia

  2. Tränen in den Augen….Ihr mutigen Tattoo-Diabetiker, jetzt steht fest: ich machs auch! Ich überlege schon soooo lange, mir einen kleinen Diabetes-Teufel oder so stechen zu lassen. Als Talismann für diese Krankheit. Ich fühle mich oft allein mit dieser Krankheit und hier gibt es Euch, die mir aus der Seele sprechen. Danke!

    1. Hey, ich hatte auch Pipi in den Augen beim sammeln der Tattoostories. Wirklich tolle und mitreißende Beweggründe!
      Und ganz viel Freude an deinem zukünftigen Dia-Teufel. Ich würde mich freuen, den auch abgelichtet sehen zu dürfen 🙂
      Liebe Grüße,
      Saskia

  3. Das finde ich eine tolle Idee ich habe vor kurzem noch am eigenen Leib gespürt wenn mann behandelt wird weil man gefallen ist aber keiner weiß bescheid über Diabetes PNP und RLS oder was sonst noch ,dies Infos sind ganz wichtig.Als Tattoo ist es unübersehbar und mein Leben ist nicht mehr in gefahr.

  4. Muss seit 15 jahren “ Marcoumar“ zur Blutverdünnung nehmen. Wäre auch eine gute Idee ein kleines Tatoo zu haben, damit bei einem unfall die Rettungsleute sofort Bescheid wissen.

  5. Hallo Saskia,
    ich finde die Idee sehr gut sogar so gut das ich mir jetzt auch ein Diabetes – Tattoo stechen lassen werde.
    Ich habe Diabetes seit 2008 und habe immer noch ein Problem ihn in mir wahr zunehmen, vielleicht habe ich auch das Glück den Diabetes durch ein Tattoo besser in mir zu verarbeiten seelisch,.
    Ich weiß noch nicht wie mein Tattoo aussehen wir, aber ich denke es wird zu mir passen.
    Ich finde es toll wie die Leute die sich ein Diabetes – Tattoo stechen ließen mit dem Körper und Seele um gehen, einfach nur Positiv toll !!
    Ja leider haben mich auch einige Krankheiten wo man bekommen kann von Diabetes, schon eingeholt,.

    1. Hey Matthias,
      cool das dich die Tattoo-Sammlung inspiriert. Genau das was ich mit dem Beitrag erreichen wollte und wenn genau das auch was für dich ist, den Diabetes positiv in den Alltag zu integrieren, find ich das super!
      Solltest du wirklich dir ein Tattoo für den Diabetes machen lassen, lass es mich auf jeden Fall sehen ♥︎

      Liebe Grüße,
      Saskia

  6. Ich habe vor 15 Jahren die Diagnose bekommen.
    Ich habe auf dem linken Schulterblatt den Stammbaum meiner Familie als Geburtsdatum tätowiert.

    Vor ein paar Monaten war ich in einer Diabetesklinik. Seitdem akzeptiere ich meinen Diabetes erst wirklich.

    Ich lasse mir nächsten Monat auch ein Diatattio stechen.
    Auch aus dem Grund das ich jetzt eine Pumpe bekomme und wenn was ist die Rettungskräfte direkt Bescheid wissen

    Der Hauptgrund ist aber eigentlich das ich meine Krankheit jetzt wirklich akzeptiert habe und sie zu meinem leben gehört. Ich werde meine Krankheit genauso wie ein Tattoo mein ganzes Leben lang in/am mir haben und damit leben.

  7. ich habe schon länger über ein tattoo überlegt , aber noch kein motiv gefunden.
    da ich seit juli 2017 diabetes 2 habe und hier einiges gelesen habe, weis ich das ich auch eins haben will .

    PS . wer schreibfehler findet kann sie behalten , ich habe noch genug.

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