Sweet and responsible on the road

Eine Unterzuckerung beim Autofahren? Nicht gerade angenehm… Eine gute Vorbereitung auf die Fahrt ist deshalb wichtig, sagt Saskia.

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Der Diabetes hat mir keine Probleme bereitet, als ich vor 4 Jahren meinen Führerschein gemacht habe, und mittlerweile ist auch nirgendwo mehr dokumentiert, dass ich Diabetikerin bin. Also wirke ich im Straßenverkehr wie jede andere Person auch und dennoch tragen wir mit Diabetes eine gewisse besondere Verantwortung, wie ich finde.

Als ich mit 17 meinen Führerschein gemacht habe, habe ich dem Diabetes gar keine Aufmerksamkeit geschenkt, die Verantwortung wurde mir wirklich erst bewusst, als ich meine erste Unterzuckerung im Straßenverkehr, also während der Fahrt merkte. Zu dem Zeitpunkt war ich natürlich vollkommene Fahranfängerin und sowieso angespannt beim Autofahren. Ich hatte glücklicherweise meinen Freund auf dem Beifahrersitz, der dann sagte, ich soll einfach rechts ranfahren. Wir haben dann die Plätze getauscht und während ich dann meinen Traubenzucker genascht habe, ist er weitergefahren.

Aber wie reagiere ich, wenn ich alleine bin?

Auch gut vorbereitet, passiert es mir immer wieder mal, dass ich eine Unterzuckerung merke und rechts ranfahren muss. Es ist mir dabei auch völlig egal, ob da eine attraktive Möglichkeit ist, in erster Linie steht die Sicherheit im Straßenverkehr und dafür gibt es keinen „Unterzuckerungs-Parkplatz“. Meine Letzte liegt nun schon Monate zurück, aber ich weiß noch, dass ich an einer Bushaltestelle gehalten habe. Bestimmt hat der Busfahrer, der nicht mehr auf den dafür vorgesehenen Haltestreifen passte, sich geärgert, aber schlimmer wäre wohl gewesen, wenn ich unterzuckert die Kontrolle über mein Auto verloren hätte und in seinen Bus gerast wäre. Mit diesem Wissen wäre er mir bestimmt dankbar gewesen, dass ich an diesem Platz gehalten habe.

Besonders als Fahranfängerin hatte ich immer Sorge, wo ich denn überhaupt einfach halten kann. Ich war dann immer auf der Suche nach einem „Unterzuckerungs-Parkplatz“ und bin froh, dass mir und anderen Verkehrsteilnehmern auf den Metern des Wissens um meine Unterzuckerung sowie der Suche nach einem Parkplatz nichts passiert ist. Deswegen möchte ich euch unbedingt ans Herz legen: Anhalten! Ich stand sogar schon mal auf der Autobahn auf dem Seitenstreifen, habe meine Warnblinker angemacht und Kohlenhydrate gegessen. Es ist wirklich egal wo, es gilt: Safety first! Und es gibt wirklich „schlimmere“ Verkehrsteilnehmer, die aus bedeutungslosen Gründen irgendwo halten und den Verkehr behindern.

Anschließend heißt es warten!

Natürlich erst den Blutzucker testen, schnelle KEs zu sich nehmen und dann warten. Für mich generell ein unangenehmer Punkt, das Warten, bis ich mich wieder wohl fühle, aber genau in einer solchen Situation ist das Warten wichtig. Wir kennen alle das schummerige Gefühl nach einer Unterzuckerung und jeder persönlich bestimmt seine Anlaufzeit, die er danach braucht, und diese Zeit sollte man sich auf jeden Fall nehmen. In der Zeit kann man sich ja auf eine sichere Weise beschäftigen und vielleicht den neusten Artikel in der Blood Sugar Lounge lesen oder die Facebook-Timeline checken 🙂

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Vor dem Losfahren sollte man sich dann auf jeden Fall fragen, ob man sich gut genug fühlt, um am Straßenverkehr wieder teilzunehmen. Ist die Reaktionsfähigkeit da? Die Wahrnehmung und eine klare Bewusstseinslage? Wenn ja – weiter geht’s!

Wie kann ich Unterzuckerungen beim Fahren vermeiden?

Anfangs habe ich vor einer Autofahrt meistens meinen Blutzucker gemessen, dadurch war ich immer auf der ganz sicheren Seite. Mittlerweile sind mir meine Werte aber nahezu kontinuierlich bewusst, da ich durch das FreeStyle Libre eine umfangreiche Übersicht über meine Glukosekurve habe und durch den Trendpfeil mich entsprechend vorbereiten kann. Man sollte sich also vor einer Autofahrt die Umstände kurz bewusst machen. Wie war mein letzter Wert? Komme ich vom Sport oder von der Arbeit? Was habe ich zuletzt gegessen? Wie viel Insulin habe ich genommen? Ist es wahrscheinlich, dass ich unterzuckere? Und wenn man einfach keine Ahnung hat, lieber einmal mehr messen als einmal zu wenig und letztendlich sich nur mit einem guten Wert und guten Gefühl hinter das Steuer setzen!

Last, but not least:

Traubenzucker oder andere schnelle Kohlenhydrate gehören immer ins Handschuhfach! Ich vergesse ja schon mal, neuen Traubenzucker in meine Handtasche zu tun, wenn ich meinen Bestand verputzt habe, aber niemals würde ich ohne Traubenzucker Auto fahren, und deswegen ist immer etwas an Bord und das nicht nur in meinem Auto, sondern auch in dem Auto von meinem Freund mussten zwei Pakete Platz finden.

Ich würde mich freuen, von euch zu erfahren, wie ihr euch auf Autofahrten vorbereitet, bzw. hat schon mal jemand eine schwere Hypoglykämie während der Fahrt erlebt?

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3 Kommentare zu “Sweet and responsible on the road

  1. Sweet and responsible on the road- DANGER!!!!!!

    Natürlich hat wohl jeder Insuliner der Auto fährt, eine leichte bis schwere Unterzuckerung während der Fahrt bekommen. Ärger kann es jedoch geben wenn du auf der Standspur oder im Halteverbot stehst und plötzlich kommt die Polizei des Weges. Sie werden fragen weshalb du da stehst? Wenn du dann auch noch sagst, dass du U- Zucker hast, ja dann… dann kann eine Untersuchung zu deiner Fahrtauglichkeit stattfinden!!!

    Die Beste Antwort… kurz und einfach: MIR IST SCHLECHT!!!

  2. Seit ich das FreeStyle Libre nutze, ist eine Unterzuckerung während einer Fahrt fast ausgeschlossen. Aber auch während der Fahrt scanne ich. Das Scannen ist weniger Aufwändig als das Bedienen des Autoradios und somit für meine Begriffe sicher. Traubenzucker ist immer bei mir, da ich es absolut vermeiden möchte je in einen Unfall verwickelt zu sein. Nach 50 Jähriger Fahrpraxis ist das eine Selbstverständlichkeit für mich.

  3. Meinen Aschenbecher habe ich zum Traubenzucker-Fach umbenannt.
    Wer sicher gehen will kann ähnlich einem Fahrtenbuch Blutzuckerwerte vor, während und nach der Fahrt notieren. Mit dem FreeStyle libre ist das kein Problem bei 120 km/h um 13, 14 und wenn nötig um 15 Uhr messen.
    Da man ohnehin nach einer gewissen Fahrzeit eine Pause einlegen sollte kann man das gut zusammenlegen. Wenn man das ordentlich dokumentiert hat man im Zweifelsfall durch gespeicherte Werte im Gerät und Notizen eine guten Nachweis über sein Vorsorgeverhalten.
    Nach 90 Minuten Fahrzeit 15 Minuten Pause sind besser als nach 2 Stunden 4 Wochen im Krankenhaus, mit Blech-, oder Totalschaden am Auto

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