Wow: Tattoofarben zeigen Blutzuckerwerte an

Blutzucker- und Gewebezuckermessungen sind total 2000er – Tattoos zeigen nun den Zuckergehalt im Körper an. So könnte die Zukunft also aussehen, Saskia hat für euch genauer hingeschaut.

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CGM war gestern! Jetzt kommen Tattoos, die uns unseren Blutzucker erkennen lassen können. Nein, das wäre wirklich eine tolle Schlagzeile und bestimmt haben wir auch alle darauf gehofft, als die Überschrift unseren Newsfeed erreichte, aber es geht dabei um ein Proof-of-concept. Forscher der Harvard University und des MIT (Massachusetts Institute of Technology) haben mit ihrem Forschungsprojekt, welches DermalAbyss heißt, eine interessante Alternative zum Blutzuckertesten gefunden. Dabei geht es um eine Tätowierung mit einer speziellen Tinte, welche den Gewebezucker in verschiedenen Farben widerspiegelt. Ein sogenanntes Biosensing-Tattoo, bei dem man trotzdem das Motiv frei wählen kann. Im ersten Moment eine sehr interessante Idee, doch ist dieses Tattoo dann für die Diabetestherapie nützlich?

Tattoo

 

Tattoo: Accessoire oder Therapiemittel?

Die spezielle Farbe, die unter die Haut tätowiert wird, kann pH-Werte verfolgen und die Natrium- sowie Glukosekonzentration im Gewebe darstellen. Bei einem hohen Gewebezucker wird das Tattoo blau/braun, bei einer zu hohen Natriumkonzentration wird es unter UV-Licht grün und bei sich verändernden pH-Werten soll es rosa sein. Und leider war es das schon mit Informationen, die uns das Tattoo über unseren Zuckerspiegel verraten kann. Und das ist natürlich viel zu wenig, um eine Diabetestherapie daran anpassen zu können. Wir könnten schließlich nur einen hohen Wert erkennen, aber wissen noch nicht, wie hoch er wirklich ist. Man kann sich keine Korrektur errechnen und letztendlich nicht angemessen reagieren. Das rosane Tattoo würde uns eine Verschiebung des pH-Wertes anzeigen und so auf eine Ketoazidose deuten. Aber auch wenn ich persönlich rosa sehr schön finde, würde es in dem Fall das Ausmaß an Ketoazidose bedeuten, wo wir am besten sofort ins Krankenhaus gehen und uns behandeln lassen. Also, die „Rosa-Warnung“ des Biosensing-Tattoos kommt für uns definitiv zu spät. Also bleibt das Tattoo, auch wenn es wirklich interessant ist, ein Accessoire.

Proof-of-concept: Biosensing-Tattoo

Ein Proof-of-concept ist erst mal nur ein Meilenstein, der gesetzt wird, wodurch die Durchführbarkeit nachgewiesen wird. Noch ist das Tattoo nur auf der Haut von Schweinen getestet worden, jedoch sind sich die Forscher nahezu sicher, dass es auch auf der menschlichen Haut funktionieren wird. Trotzdem sind weitere Studien erforderlich, zumal auch Fragen, wie z.B. mögliche allergische Reaktionen der speziellen Tinte unter der menschlichen Haut, noch ausstehen. Auch gibt es noch keine Pläne dafür, das Projekt DermalAbyss als Produkt zu entwickeln oder klinische Studien durchzuführen. Laut der Forscher aber könnte man das Projekt, wenn man es weiterentwickelt, für die kontinuierliche, medizinische Diagnostik anwenden oder sogar für die Diabetestherapie. Denn das allgemeine Ziel war es, eine nicht-invasive Möglichkeit zu erschaffen, bei der die Körperoberfläche als Display verwendet wird.

Wie viel Kunst braucht mein Diabetes?

Aber gut, gehen wir mal davon aus, die Biosensing-Tattoos wären schon erhältlich. Wie viel Kunst und wie viele Accessoires braucht mein Diabetes wirklich? Ich muss gestehen, ein bisschen rosa und glitzer gehört wirklich in meine Diabetestherapie, aber damit meine ich nur das Rosa meiner Messgerättasche oder meines Insulinpens. Eine Tätowierung, die ihre Farben wechselt, finde ich für den Moment zwar interessant, aber nicht so überzeugend, dass ich es unbedingt haben wollen würde. Mir ist es wichtig, dass mein Diabetes-Equipment, womit ich mich täglich auseinandersetzen muss, lebensfroh aussieht. Bunt, beklebt, glitzernd – alles, was mich motiviert, damit gerne zu arbeiten. Aber ein farbenwechselndes Tattoo gehört für mich noch nicht dazu.

Wie steht ihr zu dem Biosensing-Tattoo? Würde das für euch in Frage kommen? Lasst mich gerne eure Meinung in den Kommentaren wissen.

Hier könnt ihr euch das Video zum DermalAbyss-Projekt ansehen oder hier noch mehr Informationen lesen.

10 Kommentare zu “Wow: Tattoofarben zeigen Blutzuckerwerte an

  1. Eigentlich ja ein toller Ansatz. Vielleicht wäre der nächste Schritt ja sowas wie aus dem Film “In Time” mit Justin Timberlake.
    Aber will man das wirklich? Will man sich so weiter nach außen “stigmatisieren” lassen? Was ist im Falle eines (Un-)Falles? Sowas könnte, wenn man mal weiterdenkt, uns auch zum Verhängnis werden.

    1. Baust Du einen Unfall mit deinem Auto erhält die Fahrerlaubnisbehörde Bescheid und es wird ein Mechanismus ausgelöst . 1 du bekommst Post von der Fahrerlaubnisbehörde wo du aufgefordert wirst einen Bericht von deinem Diabologen an die Behörde zu Senden . Als 2 wirst du eine Aufforderung bekommen ein gutachten auf deine Kosten über deinen Gesundheitszustand machen zu lassen . Wenn das Gutachten Negativ ist deine Faherlaubnis wegg

  2. So ein Tatoo würde ich mir sofort stechen lassen. Wie Gabi schon sagt, zwar noch nicht ausgereift, aber man weiß dann, wann man reagieren sollte.
    Und warum stigmatisiere ich damit nach außen??? Das Tatoo ist für mich, und wem`s stört, braucht nicht drauf zu schauen.

  3. Selbstverstaendlich wuerde ich mir das Tatoo sofort stechen lassen, ein einfacher Punkt oder Ring von etwa einem Zentimeter Durchmesser waere vollkommen ausreichend, das Ganze auf dem rechten Unterarm, da, wo man eine Armbanduhr rechts tragen wuerde um den Punkt oder Ring problemlos im Blick zu haben. Ein Tatoo an sich waere fuer mich uninteressant aber ein *Messinstrument* auf der Haut waere schon hilfreich. Klaus Bambey

  4. Als ich das meinem Bruder erzählte, der seit fast 40 Jahren Diabetiker ist und sich mindestens 5 – 7 Mal in den Finger stechen muss, war er total begeistert.

  5. Ich bin 55 Jahre und habe seit 30 Jahren diabetis ich würde es mir sofort stechen lassen , obwohl ich noch kein einziges tattoo habe .
    Ich fänd es Klasse zu sehen das der Zucker ansteigt ohne mich vorher auf Verdacht zu testen …

  6. Vielleicht wär das eine Möglichkeit schneller Typ 2 Diabetes, der häufig viele Jahre unbemerkt bleibt und massive Folgeerkrankungen somit mit sich bringt, zu diagnostizieren.
    Diese Farbe sollte Pflicht für weltweit offizielle Farbhersteller werden. Die Aufklärung darüber sollte direkt vom Tätowierer während der “Sitzung” laufen. Bekanntlich ist dabei genug Zeit. In meinem Kopf könnte das mega funktionieren! 🙂

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