Mit Diabetes auf eine Fernwanderung vorbereiten

Ist ein Vorbereiten auf eine Fernwanderung überhaupt möglich? Welche Rolle spielt der Diabetes? Beate gibt Tipps, die dir die Planung erleichtern und Fernweh auslösen können.

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„Vorbereiten auf eine Fernwanderung“ ist meiner Meinung nach fast nicht möglich. Natürlich kann ich für bessere Bedingungen sorgen. Was auf der Wanderung passiert, ist damit aber immer noch offen. Und das ist gut so.

Mittlerweile bin ich schon zweimal ferngewandert, genauer gesagt: gepilgert. Und es macht süchtig!

Seitdem habe ich viele Menschen getroffen, die auch den Traum haben, eine weite Reise zu Fuß zu unternehmen. Die, die auch Diabetes haben, fragen mich dann:

„Wie hast du dich vorbereitet?“

Meine Reiseplanung umfasst mehrere Punkte:

  1. leichte Reiseführer kaufen
  2. wenn noch nicht vorhanden: einen guten, genügend großen Rucksack kaufen
  3. Diabetes-Bedarf ausrechnen und großzügig mehr einpacken – da gehe ich auf Nummer sicher!
  4. Komplette Ausrüstung abwiegen. Dieser Punkt nimmt viel Zeit in Anspruch. Welche Unterhose ist am leichtesten, welche Zahnpasta ist klein und leicht, wie reduziere ich Gewicht und Umfang der Hypo-BEs?
  5. Welche Hypo-BEs sind (un)geeignet?
  6. Diabetesequipment gut verpacken?

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Spätestens an Punkt 4 angekommen stellt sich mir die Frage: Ich packe meinen Rucksack, wie nehme ich den Diabetes mit?! Darüber habe ich ja schon hier und hier berichtet.

Das A&O: die Organisation

Das Vorbereiten steht schließlich vor dem Mitnehmen. Wie gesagt, bei Diabetesequipment packe ich das 2,5-Fache meines Bedarfs ein. Es ist jedes Mal viel zu viel, aber ich bin ein Angsthase und möchte meine Aktivität nicht unterbrechen, weil die Umstellung auf die ICT oder das Warten auf Ersatz dauert. Da ich im Alltag auch oft in Bewegung bin, weiß ich, wie mein Körper auf Sport oder Bewegung reagiert. Das zu wissen, halte ich diabetesbezogen für die allerallerwichtigste Vorbereitung überhaupt. Dazu zählt: Wie erkenne ich Anzeichen einer Über- oder Unterzuckerung? Wie reagiere ich? Wie ist die Wirkdauer meines Insulins? Und so weiter, du weißt, was ich meine 😉

Schon vor dem Start versorge ich mich mit Hypo-BEs mit unterschiedlicher Wirkweise, die während der Reise schnabuliert werden können. Natürlich nicht alles, aber ein Grundstock muss für mich vorhanden sein. Bei mir besonders beliebt neben leichten Kohlenhydratgels: diverse Sorten Fruchtgummi, Müsli- oder Fruchtriegel. Auf dem Jakobsweg habe ich mir auch kleine Muffins gekauft, die zwischendurch nicht nur den Blutzucker, sondern auch die Energie beflügeln. 🙂 Trockenfrüchte klumpen mir bei jeder Outdooraktivität leider zusammen, sodass ich die nicht mehr mitnehme.

Mein Insulinbedarf ist während des Pilgerns im Übrigen gleich geblieben. Und so fälscht ein Profi die Statistik: gleicher Insulinbedarf bei dreifach höherer Kohlenhydratmenge…

Ich muss bei meinem Körper beim Pilgern immer daran denken, vor und während der Aktivität die Insulinabgabe drastisch zu reduzieren, nach der Aktivität dagegen die Insulingabe drastisch zu erhöhen. Das drastische Erhöhen nach der Aktivität kenne ich aus meinem sportlichen Alltag nicht. Womit wieder gezeigt wäre: Wirklich vorbereiten geht eben nicht.

Zum letzten Punkt auf der Liste: Natürlich ist der meiste Teil des Diabeteskrams zusammen mit den anderen Sachen im Rucksack verstaut. CGM-Empfänger, Kohlenhydratgel, vier Traubenzucker und einen Müsliriegel trage ich IMMER griffbereit in einer kleinen Bauchtasche mit mir herum.

Ich hoffe, meine Tipps konnten dir helfen. Bei Fragen zu Fernwandern mit Diabetes oder Pilgern im Allgemeinen melde dich gerne. Die Frage, die ich mir noch stelle: Was hält dich jetzt noch auf?

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