#DiaChance als Motivation und Herausforderung

Seinen Diabetes Typ 1 sieht Matthias (seit etwa sechs Jahren) sowohl als große Herausforderung als auch als Chance. Denn sich selbst und andere Diabetiker zu motivieren, gibt ihm mental gesehen sehr viel Kraft und Energie.

Weiterlesen...

Vor 23 Jahren wurde mir diagnostiziert, dass ich Diabetes Typ 1 habe. Damals sah ich meine chronische Krankheit als Belastung an und hatte viel damit zu tun, diese zu akzeptieren und auch im Detail zu verstehen. Schon zu dieser Zeit war mir schnell klar, dass ich auf mich alleine gestellt bin. Trotzdem hat es sehr viele Jahre gedauert, bis ich zu anderen Diabetikern Kontakt hatte. An Internet und „Social Media“ war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken.

Das Unmögliche möglich machen

Vor ungefähr sechs Jahren wurde ich auf ein Internetforum für Diabetiker aufmerksam. Dort habe ich die ersten Kontakte mit anderen Leuten geknüpft. Mit ein paar Leuten habe ich sehr enge Freundschaften geschlossen.

Das Unmögliche wurde letztendlich möglich. Zu Beginn meiner Diagnose war an ein so enges Netzwerk mit unglaublich netten und hilfsbereiten Leuten nicht zu denken.

Das war der Grundstein, meiner Krankheit entgegenzutreten. Sie als Herausforderung anzusehen und sie so gut wie irgendwie möglich zu bekämpfen.
Ab diesem Zeitpunkt war meine Krankheit meine #DiaChance.

Quelle: pixabay

#DiaChance – gemeinsam sind wir stark

Mal ganz ehrlich, in der Arztpraxis bekommt man nur das kleine Einmaleins beigebracht. Das ist für mich zu wenig, da ich meinen Diabetes besser kennenlernen und verstehen möchte.

Ein intensiver Erfahrungsaustausch mit anderen betroffenen Leuten hat mich bisher sehr weitergebracht. Jeder Einzelne, der betroffen ist, ist ein kleines Rädchen. Wenn sich diese vielen kleinen Rädchen nun aber zu etwas Großem zusammenschließen, dann sind sie gemeinsam stark.

Gemeinsam im Verbund kann sich gegenseitig geholfen werden und es entsteht eine unglaubliche #DiaChance.

Mir wird geholfen und ich helfe wiederum anderen Leuten. Ich gebe meine gesammelten Erfahrungen weiter. Das stärkt mich mental und gibt mir sehr viel Energie.

Quelle: pixabay

#DiaChance – bewusste und gesunde Ernährung

Um auf Dauer ohne Komplikationen leben zu können, sind #gutewerte sehr wichtig, das wissen wir alle. Für mich ist eine bewusste Ernährung schon mal die „halbe Miete“, meinen Diabetes besser zu managen.

Sich bewusst zu ernähren, heißt jedoch nicht, dass man sich ständig einschränken muss. Beispielsweise drücke ich auch mal ein Auge zu und esse das, wozu ich Lust habe.

Darüber hinaus kann es auch sehr viel Spaß machen, sich bewusst und gesund zu ernähren. Des Weiteren verschlechtert man seine Lebensqualität in keinem Fall, im Gegenteil, man steigert sie enorm.

Zum einen tut man seinem Körper etwas Gutes (zum Beispiel durch Auslassen von Fast Food) und zum anderen schmeckt es sehr gut, wenn man gesund kocht. Ich für meinen Teil koche sehr gerne und bin stets offen für neue Gerichte.

Quelle: pixabay

#DiaChance – den Körper besser verstehen

Als ich vor etwa sechs Jahren Internetforen beigetreten bin, wurde ich auf etwas für mich Entscheidendes aufmerksam: ein Gerät, das im Fünf-Minuten-Takt den Gewebezucker an einen Empfänger sendet. Es nennt sich rtCGM und hat mir eine #DiaChance gegeben, meinen Körper besser zu verstehen.

Früher habe ich sechs bis acht Mal am Tag meinen Blutzucker mit meinem Blutzuckermessgerät gemessen. Mein rtCGM hat mir die #DiaChance gegeben, dass automatisch bis zu 288 Mal pro Tag die Werte meines Gewebezuckers gemessen und angezeigt werden. Dadurch kann ich zum Beispiel sehen, ob ich gestresst bin. Darauf kann ich entsprechend reagieren und sehr #gutewerte im Verlauf des Tages erzielen.

Quelle: pixabay

7 Kommentare zu “#DiaChance als Motivation und Herausforderung

  1. @methusalixx
    Auch bei mehrfachem Lesen kann ich keine Werbung für die klassischen Selbsthilfevereine erkennen. Ich lese über die positiven Erfahrungen durch intensiven Austausch mit Betroffenen außerhalb der klassischen Selbsthilfe. Immer mit dem Gedanken, “ich bin nicht alleine” und “Gemeinsam sind wir stark”. Was ich im übrigen auch für mich absolut bestätigen kann.

  2. “Intensiver Austausch mit anderen betroffenen Leuten…”, “gemeinsam im Verbund kann sich gegenseitig geholfen werden…” ist exakt das was unsere Arbeit zum größten Teil beschreibt.

  3. Schön für dich Matthias, dass du nach 17 Jahren Diabetes jetzt verstanden hast (bißchen spät oder? ), dass du was ändern mußt. Ich hoffe sehr für dich, dass du nicht die Monsterfirma Medtronic als Lieferanten für Verbrauchsmaterial hast, denn mein Rezept (Enlite Sensoren) vom 27.11.2018 wurde mir am 8. Januar 2019 geliefert. Teststreifen können bis Mitte 2019 gar nicht geliefert werden – Kalibrierung??? nicht möglich. Ich wechsel jetzt Pumpe und Firma. Übrigens bin seit 35 Jahren Typ1erin und trage seit 30 Jahren Pumpe, CGM seit 2018. Gruß Cilli

  4. Hallo Matthias,

    schön von Dir zu hören! Ich habe Deine “Vorträge” bezüglich Loopen in FFM im Oktober sehr genossen! Durch neue Technologien und neue Möglichkeiten ergeben sich auch neue Chancen. Ähnlich wie Du, habe ich 2012 mit einer Pumpe angefangen und bis heute versucht, mit dem Werkzeug so umzugehen, wie es ein “Professional” machen würde. Leider war ich irgendwann mit der Optimierung am Ende der Möglichkeiten und besser als 7% HbA1c war nicht drin. Heute nutze ich wie Du ein rtCGM und “loope” manuell. Erst letzte Woche ist mir bewusst geworden, da ich ein Firmwareupgrade meines Samsung S9 durchgeführt habe und seitdem erhebliche Probleme mit dem Empfang der Daten hatte, wie abhängig ich mittlerweile davon geworden bin. Vor allem, wie sehr es mir hilft, die Werte im Griff zu haben. Ich kann mir vorstellen, dass es für mich einfach wäre, wenn ich in einer fremden Stadt mein Insulin verlieren würde. Aber ohne CGM Daten wäre ich aufgeschmissen!

    Dieses Jahr jährt sich meine Diagnose zum 40. Mal. Deshalb auch mein Rat an alle, die etwas ändern wollen: “Es kommt nicht darauf an, wann man damit beginnt. Es kommt darauf an, dass man etwas tut und dran bleibt!”

    Es ist heute viel einfacher als noch vor ein paar Jahren und jeder kann sich heute einfach Hilfe und Anregungen holen, um mit sich und seinem Diabetes besser zurecht zu kommen. Denn es ist ein Unterschied, ob ich mich damit beschäftige, immer wieder entgleiste Werte zu behandeln oder gar Spätschäden in Kauf zu nehmen, als den BZ im Blick zu haben und die Zeit zu nutzen, den Verlauf positiv zu beeinflussen.

    Wie oft habe ich mir vorgenommen, besser auf den Diabetes zu achten? Wie oft war ich demotiviert, wenn es doch nicht so gelaufen ist, wie ursprünglich gedacht? Mittlerweile habe ich keine Angst mehr davor demotiviert zu werden, denn wenn es einmal läuft, wird die Einstellung zum Selbstläufer.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.