DIY – Pimp Your Diabetes (Teil 1)

Seit einigen Jahren gibt es eine „Revolution“ beim Thema DIY (Do-It-Yourself) in der Typ-1-Diabetes-Community. Matthias ist seit den Anfängen dabei und erzählt euch in seinem zweiteiligen Bericht, wie DIY seine Therapie positiv beeinflusst hat. Im ersten Teil beschreibt er euch, wie er sein rtCGM-System „erweitert“ hat.

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[Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Markennennung.]

Disclaimer:

Im folgenden Bericht beschreibe ich meine persönlichen Erfahrungen mit meinem Diabetes Typ 1 unter Verwendung von DIY-Systemen. Das Beschriebene stellt in keiner Weise eine Therapieempfehlung dar und sollte nicht nachgemacht werden. Sämtliche Ausführungen zur Verwendung eines DIY-Systemen dienen nur der Information. Sämtliche Herstellergeräte wurden in keiner Weise in ihrem Original verändert. Die in diesem Bericht beschriebene Alternativmöglichkeit zum Anzeigen von Gewebezuckerwerten „xDrip“ ist kein zugelassenes Medizinprodukt. Ich betreibe dieses DIY-System auf eigenes Risiko.

Mein DIY-Start mit „xDrip“

Seit ungefähr vier Jahren nutze ich das rtCGM von Dexcom, angefangen mit der Generation G4 (im Folgenden kurz „G4“). Leider kam es oft schon nach dem Start des Sensors vor, dass der Empfänger „???“ anzeigte. Entweder man musste lange warten, bis wieder Gewebezuckerwerte angezeigt wurden, oder der Sensor war innerhalb der garantierten Laufzeit nicht mehr nutzbar.

Wie durch einen Zufall erfuhr ich 2015 in einem Diabetesforum, dass es eine DIY-„Erweiterung“ (xDrip) für das G4 gibt. Diese bietet mehr Möglichkeiten in der Darstellung der gemessenen Gewebezuckerwerte. Weiterhin ist es z.B. möglich, individuelle CGM-Alarme zu definieren. Das Problem mit „???“ in der Anzeige gibt es bei xDrip nicht.

Was mich besonders freute: Durch den Betrieb von „xDrip“ war der Original-Empfänger nicht mehr notwendig. Denn ich war sehr frustriert, da mir innerhalb eines Jahres mein Empfänger viermal getauscht werden musste, da dieser nie einwandfrei gelaufen ist.

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich neugierig und oft bei Neuerungen rund um das Thema DIY ganz vorne dabei bin, somit habe ich mich informiert und an das „Basteln“ gemacht.

„xDrip“ und Dexcom G4 

Das DIY für xDrip besteht aus einer Hardware- und einer Software-Komponente.

Die xDrip-App (Software) wird auf dem Handy installiert.

Die xDrip-Hardware besteht aus dem sog. Wixel, einer Bluetooth- und Ladeplatine sowie einem Akku und natürlich einem Gehäuse.

Beim Dexcom G4 werden die gemessenen Gewebezuckerwerte über eine „eigene“ Frequenz gesendet. Das „Wixel“ empfängt diese Signale und leitet sie an die Bluetooth-Platine, sodass sie letztendlich zur xdrip-App übertragen werden können.

Quelle: Matthias Momm (xDrip-Hardware)


Quelle: Matthias Momm (xDrip-Android-App)

Ab in den Keller und den Lötkolben anheizen

Als Modellbauer von ferngesteuerten Flugzeugen liebe ich das filigrane Basteln. Somit war für mich klar, dass die xDrip-Hardware, also der „Kasten“, den man jeden Tag in der Hosentasche mit sich rumtragen muss, so klein wie möglich zu bauen ist.

Aber vorher musste ich zuerst verstehen, welche Kabel ich mit welchen PINs der entsprechenden Platine verbinden und löten muss. Ich entschied mich für die super-kleine „HM17“-Bluetooth-Platine.

Quelle: Matthias Momm (Wixel und HM17)

Beim Löten ist immer ganz wichtig: eine ruhige Hand und eine sog. Kopfband-Lupe, sonst ist schnell mal was „verbrutzelt“. Hier könnt ihr alles komplett zusammengelötet sehen (Wixel und BT-Platine, Lader für den Akku).

Quelle: Matthias Momm

Es geht noch kleiner – mein „xDrip“ in Miniaturausführung

Nur eine xDrip-Hardware zu löten, wäre natürlich langweilig gewesen, somit galt „kleiner geht immer“.

Sämtliche Komponenten suchte ich teilweise sogar in China, passend zum kleinsten Gehäuse. Die Wixel-Platine wurde passend zum Gehäuse gefräst. Das fertige Gehäuse war wirklich sehr klein und passend in jede noch so kleine Hosentasche.

Quelle: Matthias Momm (meine kleinste xDrip-Box)
Quelle: Matthias Momm (xDrip-Box im Größenvergleich)

„xDrip“ heute – wesentlich einfacher

Auch wenn mir das Basteln und Löten generell viel Spaß bereitet haben, bin ich nun froh, dass die Generationen Dexcom G5 und G6 meine Gewebezuckerwerte direkt über Bluetooth zur „xDrip“-App ans Handy senden. Die aufwändige Hardware als Zusatzkomponente entfällt.

Im zweiten Teil meiner DIY-Reihe beschäftige ich mich mit dem „Basteln“ der ersten DIY-Loop-Systeme: DIY – Pimp Your Diabetes (Teil 2)


Einen Vergleich der fertigen Loop-Systeme von Matthias findet ihr jetzt hier: AndroidAPS vs. iOS-Loop – Vergleich zweier DIY-Loop-Systeme

Ein Kommentar zu “DIY – Pimp Your Diabetes (Teil 1)

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