MiniMed 780G – meine ersten Monate mit „der Neuen“

Seit einiger Zeit ist das MiniMed 780G Insulinpumpensystem für Menschen mit Diabetes in der Schweiz erhältlich. Unsere Autorin Carla trägt das System seit einer Weile und erzählt von ihren ersten Erfahrungen.

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Ich müsse die Pumpe dann aber in Ruhe lassen, sagte meine Pumpeninstruktorin. Pfft, in Ruhe lassen. Seit 26 Jahren kümmere ich mich um meinen Diabetes, der mich ja auch NIE in Ruhe lässt, und da soll ich plötzlich nichts mehr tun?

Mit meiner bisherigen Pumpe, der MiniMed 640G, war ich recht zufrieden. Meine Glukosewerte (HbA1c und Time-in-Range) waren gut, ich hatte selten starke „Hypos“. Meine Diabetologin und auch meine Pumpeninstruktorin hatten Zweifel, dass die MiniMed 780G mit dem Hybrid-Closed-Loop-System meine Werte zusätzlich verbessern würde.

Kontrollieren und korrigieren – der Aufwand war hoch

Der Aufwand für meine guten Werte war mit der MiniMed 640G aber ziemlich hoch. Ich habe trotz kontinuierlichen Glukosemonitorings täglich mehrmals Blutzucker gemessen und häufig mit Insulin nachkorrigiert. Es gab ein ausgeklügeltes System für Sport, Arbeit, Gartenarbeit und faule Sonntage. Bei zu hohen Blutzuckerwerten nach dem Essen ging ich extra spazieren (manchmal sogar nachts), sehr zur Freude meines Hundes Pippo. Meine Grenzwerte waren sehr eng eingestellt und so hatte ich ständig Alarme der Pumpe. Durchschlafen konnte ich nie, fast jede Nacht hatte ich mehrere Alarme.

„Die Neue“

Als nun ein Pumpenwechsel anstand, musste ich mich gedulden, bis die MiniMed 780G bei uns in der Schweiz zugelassen wurde. Im späten Herbst 2020 war es so weit, ich durfte in die Pumpenschulung. „Die Neue“ erlaubt einen wählbaren Zielwert, der etwas tiefer ist als bei der MiniMed 670G, nämlich bei 5,6 mmol/l (100 mg/dl). In der SmartGuard-Funktion korrigiert sie zu hohe Werte kontinuierlich mit kleinen Extra-Boli nach (Autokorrektur) und soll mit deutlich weniger Alarmen auskommen.

Quelle: Carla Rohrer Bley

Die erste Woche war – nun ja – gleich wie immer. Die Pumpe musste sich an mich gewöhnen und umgekehrt. Wir verblieben im normalen 640G-Basalraten/Bolus-Modus. Nach einigen Tagen wagte ich dann, in diesen SmartGuard-Modus zu wechseln. Bereits nach einigen Stunden wusste ich, dass ich damit gar nicht froh war. Weder konnte ich irgendwas nachkorrigieren noch den vorgeschlagenen Bolus verändern! Wie bitte sollte ich dann meine Kohlenhydrate fürs Abendessen korrekt abdecken, wenn ich später dann noch Sport machen wollte? Plötzlich vermisste ich sogar die „Kommunikation“. Keine Alarme, was war da los?

Schlechte Tage, gute Nächte

Ha, in Ruhe lassen. Meine Time-in-Range war unschön, mein Tagesdurchschnitt der Sensorglukose zu hoch. Dann eine fette „Hypo“ kurz nach dem Schlafengehen, danke, Autokorrektur.

Aber der Rest der ersten Nacht: ein Traum! Eine gerade Linie um 5,6 mmol/l (100 mg/dl) herum. Die Pumpe hatte nachts die Basalrate runtergefahren, gegen Morgen wieder hoch und sogar leicht nachkorrigiert und mich kein einziges Mal geweckt. Über die nächsten Tage schimpfte ich tagsüber nach wie vor, meine Sensor-Glukosewerte waren ständig zu hoch, bis auf abends, da hatte mich die Pumpe auch ein zweites und drittes Mal in eine prächtige „Hypo“ reinkorrigiert. War das der Deal? Sie lässt mich zwar schlafen, aber erst nach 2 Stunden „Hypo“?

Sie muss es lernen! (…und ich auch…)

Bei jeder Glukose-Analyse mit meiner Pumpeninstruktorin Simone habe ich dasselbe zu hören bekommen: Pumpe machen lassen! Bei hohen Werten nicht den Blutzucker „runterspazieren“, nicht nachkorrigieren, die Pumpe muss es lernen. Sie lernt, ähnliche Situationen zu optimieren, und man muss die Nerven bewahren, weil das jeweils einige Tage dauert. Einzig meine Kohlenhydratfaktoren wurden etwas neu eingestellt, die passen mittlerweile gut. Nach dem Essen nachkorrigieren war gestern. Und wenn es doch mal sein muss, kann es „die Neue“ selber!

Was schwierig bleibt

Was bei mir schwierig ist und bleibt, sind die „Tage um die Tage“. Hormonell bedingt schwankt mein Insulinbedarf etwa +/-30% für einige Tage um die Menstruation herum. Bei der MiniMed 640G konnte man die Basalrate um einen bestimmten Prozentsatz verändern oder sogar Tagesraten einstellen. Das war praktisch für hormonelle Schwankungen, hektische Arbeitstage oder faule Sonntage. Das kann sie nicht, „die Neue“.

Vertrauen ist gut – Kontrolle nicht mehr nötig

Jetzt, nach ein paar Monaten, fangen wir langsam an, uns besser zu verstehen. Ich habe nicht mehr den Wunsch, ständig zu kontrollieren und zu korrigieren, mein Vertrauen in die Pumpe wächst. Meine perfekt durchgeschlafenen Nächte bleiben. Sport klappt gut wie immer, lange Spaziergänge meistens auch. Nachmittags und abends stimmt was noch nicht so ganz, vermutlich hängt das aber eher mit meinen Naschattacken zusammen, die ich früher schon hatte.

Die HbA1c-Werte sind leicht höher als mit der MiniMed 640G, „Hypos“ habe ich aber fast keine mehr. Mit den selten gewordenen Alarmen und den meist durchgeschlafenen Nächten ist mein Diabetesmanagement definitiv bereits entspannter geworden.

Ich bleibe geduldig. Ich glaube, das wird gut.


Über die Vorgänger-Pumpe von Medtronic findet ihr hier weitere Informationen:

21 Kommentare zu “MiniMed 780G – meine ersten Monate mit „der Neuen“

    1. Lieber Presidente, eben! Wir haben uns mittlerweile geeinigt: “vertraue, aber prüfe nach”. Damit lässt es sich gut einrichten und das Diabetesmanagement braucht etwas weniger Energie 🙂

  1. Hallo,
    darf ich in Bezug auf die 780G ein paar Fragen stellen? Leider ist sie ja in Deutschland noch nicht erhältlich u meine Ärztin will mir Medtronic irgendwie ausreden. Ich wünsche mir einfach ein paar Gegenargumente von Menschen, die die 780G bereits nutzen (können). Danke u viele Grüße!

  2. Liebe Carla,
    ich nehme mal an, du “arbeitest” noch mit dem Guardian 3?!?!
    Viele schimpfen ja i.V.m. der 640G (hab ich, jedoch mit Libre2) oder 670G über zig Kalibrierungen zu jeder Tages- u Nachtzeit. Das ist übrigens auch die Argumentation meiner DiaDoc… u da liegt der Hase im Pfeffer: sind mit der 780G noch immer die ständigen Kalibrierungen erforderlich?
    Die 770G braucht angeblich nur noch 2 Kalibrierungen – aber auch das finde ich bereits schon nervig…
    Warum kommen Libre u Dexcom ohne Kalibrierungen aus?
    Noch läuft meine 640 ohne Probleme, aber schon über 5 Jahre, daher mache ich mir Gedanken über die Pumpenzukunft… Ich liebäugele mit eben der 780G (100er Zielwert, Korrekturbolus u angeblich neuer Guardian ohne Kalibrierung) o aber der Tslim x2 (hier hält mich aber irgendwie das Reservoir u dessen Befüllung ab, mich konkret dafür zu entscheiden).
    Hoffe, meine 640 lebt noch etwas länger… Danke vorab für weitere Infos. Liebe Grüße Tanja

  3. Liebe Tanja, ja der Guardian 3 braucht auch 2 oder 3 Kalibrierungen pro Tag. Wenn man sich das aber gut einteilt (morgens beim Aufstehen, dann so gegen 17:00 und noch einmal vor dem ins Bett gehen) ist das überhaupt kein Problem. Ich hatte allerdings immer einen Medtronic-Sensor, so war es für mich keine Umstellung.
    Wie gut die fabrik-kalibrierten Flash-Glukosesensoren sind, wird immer wieder debattiert und oft bezweifelt. Mein Vertrauen in ein mehrmals täglich kalibrierten Sensor gegenüber einem fabrikkalibrierten ist auf jeden Fall soviel höher, dass ich nicht auf ein anderes System wechseln würde.

    Schlussendlich ist die 640er fast die bessere Pumpe, wenn Du häufig die Basalrate um %-Sätze hochhebst oder absenkst. Oder wenn Du gerne häufig kleine Portionen isst und diese dann mit einem kleinen Bolus oder einer Korrektur abdeckst.
    Das geht mit der 780er nicht mehr. Also einen Faulenzertag kann man nicht einfach mit einer 120% Basalrate über 6-12 Stunden ausgleichen, auch die Tage um die Tage können ganz schön mühsam sein. Die Pumpe korrigiert zwar nach und adaptiert die Basalrate über die Zeit, aber, da sich der Algorithmus immer auf die letzten 5-6 Tage bezieht, sind so einzelne Tage, die eben anders sind, nicht so gut eingestellt.

    Unter dem Strich also Geschmackssache. Ich habe mich jetzt an die Pumpe gewöhnt und bin zufrieden damit. Gibt auf jeden Fall weniger zu tun.

    …und regelmässig am Riemen reissen muss man sich als Diabetiker ja sowieso, das schadet ja auch nicht! Good luck mit Deiner Entscheidung! liebe Grüess, Carla

  4. Liebe Carla, die Basalrate lässt sich zum “sporteln” für 2 – 3 Stunden aber anpassen, oder? Das ist für mich der einzige Faktor, mit der temporären Basalrate zu arbeiten.
    Was heißt “Kalibrierungen einstellen”? Nimmst du einfach die Kalibrierung vor u der Sensor hält sich dann hoffentlich an die Zeiten oder können Zeiten über die Pumpe programmiert werden? Ich kenne andere, die zu nachtsschlafenden Uhrzeiten geweckt werden u kalibrieren müssen u dann so dermaßen gerädert morgens aufstehen, dass sie das Ding am liebsten an die Wand knallen wollen… Das ist auch die Argumentation meiner Ärztin. Die Pumpe, kein Thema, aber die Sensoren u deren Kalibrierung!!!
    Naja, harren wir der Dinge, die da kommen, der neue Guardian ist ja auch fast auf der Zielgeraden.
    LG Tanja

  5. Liebe Tanja, ja klar, für den Sport oder eine lange Wanderung oder so kannst Du einfach den Zielwert (halt auch früh genug) von zB. 5.5mmol/l auf 8.3mmol/l hochstellen, da korrigiert die Pumpe Dich nicht runter, bzw. fährt die Basalrate zurück. Klappt gut.

    Die Kalibrierzeitpunkte kann man nicht auswählen oder programmieren. Wenn man also um 20.00 einen neuen Sensor steckt, will er etwa 2 Stunden später die erste Kalibrierung, dann etwa nach 5 Stunden die zweite. Danach aber etwa alle 10 Stunden oder so.
    Allerdings lässt sich da einfach einen Rhythmus finden: Sensor morgens stecken und dann ist bis am Abend alles paletti und stabil.
    Wie gesagt, ich kalibriere morgens nach dem aufstehen, so gegen 17:00 und dann nochmals vor dem schlafengehen.

    Wenn mein Sensor mal abends fertig wird / stirbt, dann lasse ich einfach eine Nacht lang die vorprogrammierten (von der 640er) Basalrate laufen, ohne Sensor. (Oder ich lasse mich halt in der Nacht wecken und könnte dann das Ding ebenfalls an die Wand….).

    Den neuen Guardian werde ich mir dann aber natürlich auch anschauen, davon wusste ich noch nichts, danke!

    Good luck. liebe Grüess, Carla

  6. Liebe Carla, dass mit der Kalibrierung muss jeden Tag gemacht werden? Dann wundern mich die Schimpftriarden über den Guardian aber gar nicht.

    Das sind übrigens die beiden Links, die ich zu den “Neuerungen Guardian” erhalten habe. Vielleicht hast du sie ja schon gesehen…

    https://diatec-fortbildung.de/medtronic-und-cgm-systeme-ein-durchbruch/

    https://diatec-fortbildung.de/medtronic-wann-kommt-endlich-deren-neues-cgm-system/

    Ich denke, ich werde mich tatsächlich weiter in Geduld üben u auf die 780 in Deutschland warten u hoffen, das meine 640 weiterhin durchhält.

    Liebe Grüße Tanja

    1. Liebe Carla, ich weiß schon, das eine Kalibrierung eine Blutzuckermessung ist, aber seit ich den Libre habe messe ich nur sporadisch blutig wenn ich mich z.Bsp. anders fühle als der Scanwert mir sagt. O der Scan sagt: Sensorwert nicht messbar, bitte in 10 Minuten erneut versuchen! Geht gar nicht, dann wird gepikst. Eine Kalibrierung des Libre selbst ist nicht erforderlich.
      Am Anfang habe ich beides gleichzeitig gemacht, scannen u blutig. Meine Ärztin sagte dann irgendwann zu mir, ich solle mich für eins entscheiden u dem vertrauen. Es ist auch so, dass man nur noch 50 Teststreifen bekommt pro Quartal wenn man nen Sensor verwendet. Die reichen tatsächlich länger als 6 Monate. Wie bereits erwähnt, man muss dem System vertrauen.
      Mein letzter Hb war 6,3 unter Verlassen nur auf das LibreSystem. Selbst als ich vor über 4 Jahren auf der Intensivstation lag, mit einer bösen Keto (dafür konnte der Libre nix, sondern der Katheder – ist aber ne andere Geschichte) haben sich die Schwestern die 5 Tage auf den Libre verlassen, auch wenn er dahingehend normalerweise nicht zugelassen war/ist. Mir wurde kein einziges Mal in den Finger gestochen.
      Unabhängig der Intensivstation-Geschichte möchte ich mich eigentlich nicht wieder piksen. Ich arbeite tagtäglich am PC u spiele Gitarre u grad beim Gitarrespielen war das mit dem Piksen sehr schlimm für mich.
      Viele sagen, Medtronic hat die Kalibrierung um auf der sicheren Seite zu sein.
      Aber alle Sensoren wurden von der FDA zugelassen ob nun mit o ohne Kalibrierung.
      U der Vorteil OHNE liegt wortwörtlich auf bzw. in der Hand u Medtronic merkt, das ihnen Kunden abhanden kommen. Daher vermutlich jetzt auch die Arbeit an neuen Sensoren!!!
      Ich rede nicht schlecht gg Medtronic, ich hab deren Pumpe u möchte auch gerne dabei bleiben… aber der Sensor macht am Ende viel mit aus.
      LG Tanja

  7. Liebe Tanja, oha, dankevillmal, das habe ich nicht gewusst! Ja, das mit dem weniger / fast nicht mehr piksen ist natürlich durchaus ein Vorteil.

    Wenn Du ein HbA1c von 6.3% hast, und dabei nicht viele Hypos, bist Du natürlich hervorragend eingestellt. Da wird Dir die 780g vermutlich ein höheres HbA1c bringen, meins ist von 6.0% leicht angestiegen auf 6.4%. Aber ich habe mit der 780er quasi keine Hypos mehr, ausser wenn ich im Garten übertreibe 🙂
    …Und die Metronics sind natürlich Füchse, die closed-loop Pumpen funktionieren nur mit den eigenen Sensoren.
    Du machst das tiptop, bist informiert und auch geduldig. Aber ich drücke die Daumen (auch für meine Fingerspitzen), dass Medtronic bald einen weniger-häufig-zu-kalibrierenden Sensor marktreif hat.

    Lieben Dank nochmals! beste Grüess, Carla

  8. Liebe Carla, mir ist da gerade mal wieder eine Frage aufgekommen:
    Falls du es bereits erlebt hast, bei Unterzuckerung schaltet die Pumpe ja irgendwann ab. Hat sie einen festen Zeitraum, wann sie wieder zuschaltet? Manche schimpfen bei der 640G, dass diese erst nach 2 Stunden wieder zuschalten würde und man dann eindeutig zu hoch sei (was für mich nachvollziehbar ist). Der Sensor “misst” ja alle 5 Minuten, daher sollte eine Zuschaltung doch bereits bei 120/140 mg/dl wieder erfolgen.
    Danke und liebe Grüße Tanja

    1. Hallo zusammen, sry das ich einfach so rein grätsche. Ich fand eure Unterhaltungen interessant.

      Einmal kurz zu mir: Ich bin 32 Jahre und seit ca. 10 Jahren Pumpenträger. Ich nutze die Accu Chek Combo. Da die Garantie schon etwas abgelaufen ist steht mir eine neue zu. Ich bin seit heute am recherchieren, welches nun in Kombination mit allem die “beste” ist.

      Es gibt ja wirklich mittlerweile unzählige Möglichkeiten auf dem Markt.

      Ich möchte es auch mal mit dem Versuch für die CGM starten.

      Gelesen habe ich tatsächlich, dass die 780G mittlerweile in der Schweiz draußen ist. Mich hat es angelockt, da der Hersteller mit einer automatischen Basal Abgabe wirbt. Das finde ich echt super.

      Wisst ihr die Unterschiede zwischen der 770G und der 880G?

      Was würdet ihr generell empfehlen? Ich hoffe auf Anregung und einen netten Austausch.

      LG, Florian

  9. Hallo Florian, guten Morgen! Kein Problem – denke ich – dafür ist es ja da – zum “reingrätschen” meine ich! 🙂
    Ich nehme an, du meinst den Unterschied zwischen 770 und 780?!?!?!

    Die 780 kann im Automodus über die Basalanpassung hinaus bei zu hohen Werten einen Korrekturbolus abgeben. Außerdem ist in dieser eine Einstellung des Zielwert auf 100 möglich. Zusätzlich soll für die 780 ein weiterer Sensor auf den Markt kommen.

    Bei der 770 gibt es meines Wissens den Korrekturbolus nicht (dafür lege ich aber nicht die Hand ins Feuer), am meisten hält mich aber der einstellbare Zielwert von 120 von der 770 ab und der zu nutzende Guardian 3. Ja, sie ist wohl updatefähig, kann ggf. mit neuer Software (ist zu rezeptieren wenn´s denn ganz oben genehmigt wird) zur “780” werden, ist aber keine. Insbesondere der Sensor wird der gleiche bleiben.

    Auch ich bin mit meiner 640 über die Garantie hinaus – wirklich zustehen tut uns keine neue Pumpe, nur bei einem irreparablem Defekt, das ist neu bei den Krankenkassen. Solange sie läuft, läuft sie.

    Die recht ansprechende Alternative zur 780 ist meines Erachtens die Tandem Tslim x2 mit Dexcom G6. Könnte über kurz oder lang auch der neue Libre werden, Vertrag zwischen Tandem und Abbott wurde schon 2020 geschlossen. Diese arbeitet derzeit “nur” mit Basalabschaltung bei Niedrig, soll aber in Kürze ein Update (zu rezeptieren) erhalten und kann dann auch Basalzuschaltung bei Höhen und Korrekturen abgeben. Einzig das Reservoir und dessen Befüllung – ein Unding. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier!!! 🙂

    Nun, wie du siehst, auch ich stehe vor der Entscheidung. Was nehme ich? Was will ich? Wäre die 780 in Deutschland schon da, hätte ich wahrscheinlich keine Entscheidungsprobleme, denn die Grundkenntnisse der Medtronic habe ich bereits – nur den Umgang mit deren Sensor und dem Automodus wäre zu lernen. Tslim x2 wäre vollständig neu für mich.

    Tja, wer die Qual hat, hat die Wahl – oder so ähnlich 🙂

    Meine DiaDoc rät mir übrigens von Medtonic ab – wg. des Sensors und dessen ständiger Kalibration. Dies braucht weder der Dexcom noch der Libre. Aber das hast du ja sicher bereits gelesen.

    Bei meinem nächsten Quartalstermin (August/September) werde ich mich nochmal mit meiner DiaDoc beraten, bis dahin hat sie hoffentlich von anderen Tslim-Nutzer*innen neue Erfahrungen gesammelt, denn solang gibt es die ja auch noch nicht in Deutschland.

    LG Tanja

  10. Liebe Tanja, lieber Florian, 770 hat glaubich ausser der Bluetooth-Schnittstelle fürs Mobile-Phone keine Vorteile. Die 780er hat einen ganz anderen Algorithmus mit Korrekturbolus, auf den lohnt es sich schon zu warten.

    Ansonsten ist es wie überall im Leben, die grosse Auswahl macht es eher schwerer als einfacher. Ich bin ein typischer “Satisficer”, wenn mir ein Produkt gefällt, es gut genug ist, dann spare ich mir die Zeit, weitere ähnliche Produkte zu vergleichen. Bei einem Wechsel finde ich es aber schon gut, sich zu informieren.

    Liebe Tanja, die 780er schaltet bei einem Hypo natürlich die Basalrate auch auf 0 (passiert aber fliessend und bereits viel früher als bei der 640er). Sie schaltet dann auch fliessend wieder an, deutlich früher als die 640er. Die Hypos werden deutlich besser abgefedert und ich brauche weniger Traubenzucker zur Korrektur. Hypos sind definitiv deutlich seltener geworden (und ich hatte vorher schon nicht so viele). Das ist für mich einer der Vorteile der 780er, obwohl ich der 640er in einigen Sachen schon nachtrauere.

    Zuguter letzt bleibt immer noch der klassische Münzenwurf, falls Ihr beide der vorgeschlagenen Systeme gleich gut findet. — und dann “satisficen” 🙂

    have a lovely day! Carla

    1. Hey Carla, was vermisst du denn von der 640? Ich hab gelesen, den “Pizza-Bolus” (Dual) gebe es nicht mehr – also den würde ich tatsächlich vermissen… und in Verbindung mit dem AutoModus würden manche Sachen nicht so funktionieren, wie man es gerne hätte, aber das weiß ich nicht so genau. Ich bin gespannt, ob und wann die Zulassung in Deutschland erfolgt. Eigentlich wollte mich Medtronic zum Ende Mai hin nochmal anrufen, jetzt ist fast Mitte Juni und bisher keine weiteren Infos :o(
      LG Tanja

  11. Der Guardian 4 (ohne Kalibrierung) hat übrigens für Europa die CE-Kennzeichnung erhalten. Wann er aber kommt – fraglich! Ob Deutschland in diesem Fall wieder NICHT zur EU gehört – mal sehen. Aber grundlegend dürfte es hier in D nicht lange dauern, da ja bereits der Libre und auch der Dexcom ohne Kalibrierung zugelassen sind… Hoffen wir das Beste…

  12. Lieber Björn, ja, das macht die Pumpe auch eher langsam. Wenn ich wirklich zu hoch gehe (zB. Essen komplett falsch eingeschätzt) gehe ich manchmal aus dem Smart-Guard und gebe manuell eine Korrektur nach.
    Auch wenn das den Pumpenalgorithmus im Grundsatz “verwirrt” ist es ja bei einer Fehleinschätzung der Kohlenhydrate tolerabel. Wenn es natürlich ständig vorkommt, stimmt der KH/Insulinfaktor allenfalls nicht, oder das Essen wird falsch eingeschätzt. Da hilft nur wieder zurück auf Feld 1, KH wägen, nach 1.5 Stunden prüfen, ob KH-Faktor stimmt…..

    Grundsätzlich ist die Autokorrektur trotzdem nützlich, vor allem nachts. Und da der Algorithmus ja ständig anpasst, korrigiert er dann schon schneller, wenn immer wieder diesselbe Situation eintritt. (zB. Anstieg am Morgen).
    Good luck!!

  13. Hallo zusammen,

    ich bin seit heute auch hier im Forum 😉
    Bei mir steht auch ein Pumpenwechsel an. Ich bin seit 1978 Diabetikerin und trage seit 27 Jahren eine Pumpe. Immer Roche. Aktuell habe ich die Insight und messe noch blutig. Mein Mann hat seit Februar die T-slim x2 mit Dexcom. Da regt mich das gefummel beim Befallen auf… und das man so oft wechseln muss…Ich schwanke noch sehr zwischen der Insight mit dem DLBG1 (?) und der Medtronic 780G mit dem Guardian4. Diesen muss man nämlich nicht mehr kalibrieren. So habe ich es gehört… Mein Doc rät mir von der Insight ab; Service und System seien nicht so gut. Ich bin noch sehr hin und hergerissen…. Denke, ich warte mal noch bis Ende des Jahres – noch läuft meine Pumpe ja… 😉 Bin gespannt, was ich hier noch so alles lese und erfahre….
    Ach ja, den Guardian4 gibt es aber nur mit der 780G, nicht mit dem Update zur 770G.

    Schöne Zeit euch allen und bleibt gesund….
    Karolin

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