MONATSAKTION JUNI – SPOTTED: DIABETES​

Was hast du denn da?

Endlich wird es wieder wärmer und die dicken Jacken und langen Hosen bleiben im Schrank. Je mehr Haut gezeigt wird, desto öfter blitzen auch Insulinpumpen, Katheter (Kanülen), Schläuche, Pflaster, verschiedenste rtCGM- und iscCGM/FGM-Systeme hervor. Die Reaktionen von außenstehenden Menschen sind manchmal nicht nur rat-, sondern auch respektlos. „Was hast du denn da?“, ist dann noch die harmloseste Frage. Die Monatsaktion „Spotted: Diabetes“ sorgt für Aufklärung!

Spotted: Insulinpumpe

  • Eine Insulinpumpe gibt regelmäßig Insulin ins Unterhautfettgewebe ab.
  • Es gibt Pumpen mit und ohne Schlauch und mit und ohne Fernbedienung.

  • Insulinpumpen mit Schlauch werden oft am Gürtel geklippt getragen und wirken wie ein altmodischer MP3-Player.

  • Der Schlauch führt zur Kanüle, die an den gekennzeichneten Stellen mit einem Pflaster sitzt; eine schlauchlose Pumpe sitzt direkt an den Infusionsstellen.
  • Alternativ wird Insulin mit sogenannten Pens verabreicht, die ähnlich wie Füller aussehen und meistens erst auffallen, wenn sie „im Einsatz“ sind.

Spotted:
rtCGM/iscCGM

  • Continuous Glucose Monitoring überwacht den Gewebezuckerspiegel.

  • Je nach Modell sendet der Glukose-Sensor kontinuierlich oder durch Scannen Gewebezuckerwerte an einen Empfänger und warnt u.U. mit Alarmen bei Über- und Unterzuckerungen.

  • Das CGM-System sitzt mit einem Pflaster häufig am Oberarm und sorgt für Irritationen bei Mitmenschen: Ist das ein 3D-Tattoo oder hat das was mit Fitnesstracking zu tun?
  • Das CGM ersetzt das Piksen in den Finger (Blutzuckermessen) nahezu komplett und erleichtert die Diabetes-Therapie durch Trendanzeigen des Gewebezuckerverlaufs.

Spotted: Diabetes

Diabetes ist nicht die Folge von süßen, bonbonfarbenen Trend-Getränken von Fast-Food-Ketten. Diabetes ist eine ernstzunehmende Stoffwechsel-Erkrankung, egal um welchen Diabetestyp es sich handelt. Wenn in der Öffentlichkeit über Diabetes gesprochen wird, ist meistens der Typ-2-Diabetes (früher „Altersdiabetes“ genannt) gemeint, ohne dies explizit zu erwähnen. Nur selten wird erklärt, was für Krankheitsbilder sich noch hinter dem Oberbegriff „Diabetes“ befinden. Denn Diabetes ist nicht gleich Diabetes. Unterschieden wird hauptsächlich zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Allerdings gibt es auch noch verschiedene Sonderformen, die unter den Typ-3-Diabetes fallen, und den Gestationsdiabetes (Typ-4-Diabetes).

Die Vorurteile der Gesellschaft und der Unterschied der beiden Hauptformen von Diabetes:

Mythos

1. Diabetes (ohne Spezifizierung) kommt von einem ungesunden Lebensstil,

Diabetes bekommen nur alte, übergewichtige Menschen

und/oder an Diabetes haben die Betroffenen selbst schuld.

2. Diabetes kann durch die Ernährung wieder geheilt werden

und/oder Menschen mit Diabetes dürfen nichts Süßes essen.

Typ-1-Diabetes

1. Der Auslöser für Typ-1-Diabetes ist bisher nicht bekannt. Durch eine Autoimmunreaktion werden die insulinproduzierenden Zellen des Körpers zerstört. Dadurch entsteht ein absoluter Insulinmangel. Typischerweise wird ein Typ-1-Diabetes im Kindes- und jungen Erwachsenenalter diagnostiziert, aber durchaus auch später.

2. Für Menschen mit Typ-1-Diabetes sind die gleichen Lebensmittel gut (oder eben nicht gut) wie für Nicht-Diabetiker. Beachtet (und berechnet) werden müssen bei allem die enthaltenen Kohlenhydrate – egal ob beim Apfel oder Eisbecher. Um die aufgenommenen Kohlenhydrate in Energie umwandeln zu können, benötigt der Körper Insulin.
Ohne die künstliche Zufuhr von Insulin durch eine Pumpe, (s.o.) einen Pen oder eine Spritze können Betroffene nicht überleben.

Typ-2-Diabetes

1. Bei Typ-2-Diabetes liegt eine verminderte Insulinempfindlichkeit (Insulinresistenz) vor. Diese kann durch Risikofaktoren wie Übergewicht und zu wenig Bewegung gefördert werden, aber auch die Genetik spielt eine große Rolle beim Ausbruch der Krankheit. Das heißt: Auch junge Menschen können an Typ-2-Diabetes erkranken.

2. Je nach Stadium des Typ-2- Diabetes kann die Entwicklung der Krankheit und die medikamentöse Einstellung durch Ernährung und Bewegung positiv beeinflusst werden. Allerdings kann im Verlauf des Typ-2-Diabetes auch eine Insulintherapie sinnvoll und notwendig sein.

Spotted: Mensch (mit Diabetes)

Ob „Diabetiker*in“ oder „Mensch mit Diabetes“ genannt: Die Person hinter diesen Bezeichnungen ist mehr als ein*e Patient*in. In der #BSLounge gibt es den Raum, als Mensch mit Diabetes, egal wechen Typs, und als Nicht-Betroffener dazuzulernen, seine Geschichten zu erzählen, Fragen zu stellen und sich über das Krankheitsbild hinaus kennenzulernen.

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Die Aktion: #SpottedDiabetes

Ladet euch diesen QR-Code herunter, speichert ihn auf eurem Smartphone oder druckt ihn aus und wenn ihr das nächste Mal „gespotted“ und angesprochen werdet, gebt den Interessierten die Möglichkeit, sich auf dieser Seite über Diabetes zu informieren.

Apropos „gespotted“ werden: Mit welchen „Was hast du denn da?“-Reaktionen wurdet ihr schon konfrontiert und wie habt ihr reagiert? Wir freuen uns auf eure Storys über „implantierte Fitnesstracker“ und andere originelle Ideen.
Erzählt uns davon in den Kommentaren – jetzt und hier!

5 Kommentare zu “MONATSAKTION JUNI – SPOTTED: DIABETES​

  1. Eine wirklich witzige Story hab ich bisher zwar noch nicht zu bieten – aber als ich letztens auf Orchesterfahrt gleich an beiden Armen nen Libre kleben hatte (der eine lief abends ab und der nächste hat sich schonmal eingewöhnt) und noch dazu den einen getapet, kam doch oft die Frage, was das denn sei – und irgendwann dann auch “wie oft musstest du diese Frage heute schon beantworten?” ;P zumal die meisten bis dahin noch nichts von meinem treuen Wegbegleiter wussten

  2. Ich glaube wir kennen es doch alle: viele Menschen gucken nur, einige fragen nach… Was haben sie denn da? Nikotinpflaster? Fitnesstracker? Es vergeht kein Tag an dem ich nicht auf den Sensor angesprochen werde. Das kann manchmal auch echt lästig werden. Irgendwann habe ich dann immer gesagt das Ding an meinem Arm wäre Wlan 🙂 Was zu einigen lustigen Reaktionen geführt hat. Die meisten habe ich anschließend aber aufgeklärt, dass dieser Sensor meinen Gewebezucker misst und mir damit das Leben erleichtert

  3. Hallo in die Runde, bis jetzt habe ich nur wirklich interessierte Fragen dazu gehört und alle fanden dann nach meinen Erklärungen meinen Sensor toll und haben es auch verstanden, dass es für einen Diabetiker eine große Hilfe ist. Ich erkläre gerne und um so mehr Diabetiker einen Sensor tragen um so selbverständlicher wird es für die Mitmenschen sein. Menschen mit Brillen sind ja auch in der Wahrnehmung selbstverständlich.

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