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  • addi hat ein Update in der Gruppe Gruppenlogo von #wirsindviele#wirsindviele veröffentlicht vor 3 Monate

    Hallo
    ich lebe als Diabetiker Typ 1 seit 15 Jahren mit der Auffassung, ich darf grundsätzlich alles essen, muss nur mein Insulin daraufhin berechnen und spritzen. Ich nehme aber schon Rücksicht bei der Aufnahme von Nahrungsmittel die große Mengen von Insulin erforderlich machen. Aber ein grundsätzliches Verzichten findet bei mir nicht statt. Dazu gehört auch die Flasche Bier oder das Glas Rotwein. Folgeerkrankungen sind bei mir noch nicht aufgetreten. Mein HbA1c liegt seit vielen Jahren (15) bei um die 6,5.
    Wie seht und beurteilt ihr meine Essgewohnheiten und wie handhabt ihr Eure?
    Ich bin manchmal schon etwas unsicher, wenn ich von Diabetiker Typ1 höre, die Kohlenhydrate meiden wie der Teufel das Weihwasser.
    Gruß Addi

    • koenig antwortete vor 3 Monate
      Hallo Addi ich versuche es genau wie du fast alles zu essen, ausser das wo ich viel Insulin spritzen muss lasse ich meistens weg. In der Diabetes-Klinik hatte man mir mit auf den Weg gegeben das ich Kohlehydrate in möglichst jede Mahlzeit einbauen muss. Die KH braucht der Körper um in die Zellen zu gelangen um sie zu öffnen. Und nur für die KH braucht der Körper das Insulin. Ich habe vorher versucht oft nur Eiweissmahlzeiten zu essen und irgendwann hat mein Insulin nicht mehr gewirkt. Jedenfalls ist es bei mir so gewesen. Habe aber auch gelernt das der Diabetes bei jeden individuell ist. Gruß Claudia
        • Moin Claudia, vielen Dank für deine Zustimmung. Wir sprechen da eine Sprache. Ich war schon etwas unsicher, da man vieles liest und auch sieht, was ein anderes Bild vermittelt. Gruß Addi
          • Dass wir unbedingt KHs mit unserer Nahrung aufnehmen müssten, weil alle Zellen unbedingt Glukose zu ihrer Energieversorgung bräuchten, und dass wir das Insulin dafür hätten, dass die Glukose in die Zellen gelangen kann, die sie eben zu ihrer Versorgung brauchen, ist die Sicht des diabetologischen Mittelalters. Und es wird eigentlich hohe Zeit, dass jemand vom Fach wie z.B. Katrin die Lounge in diesem Punkt auf den Stand des Wissens befördert!

            Niemand MUSS überhaupt oder eine bestimmte Menge KHs für die Energieversorgung seines Organismus essen, der nicht die nicht will. Jeder mag, so viel er will – und mit Diabetes in seinem BZ-Rahmen steuern kann.

            Alle Zellen, die zu ihrer Versorgung unbedingt auf Glukose angewiesen sind, können sie völlig ohne Insulin aufnehmen. Und alle Zellen, die zur Aufnahme von Glukose Insulin brauchen, können sich wenigstens ebenso gut aus Fett mit Energie versorgen.
            Weit mehr als die Glukose, die z.B. unsere roten Blutkörperchen und einige Nervenzellen ausschließlich für ihre Energieversorgung gebrauchen müssen, produzieren Leber und Nieren fortlaufend aus Proteinen in der Glukoneogenese, wobei gleichzeitig ein guter Teil Wärme für unsere Körpertemperatur abfällt.

            Insulin hat wesentlich die Aufgabe, Glukose in Fett = Triglyceride umzuwandeln und die in die Fettzellen zu schleusen und darin gespeichert zu halten.
            Ohne ausreichend Insulin haben wir mit der Lipolyse die unkontrollierte Auflösung dieser Speicher und schließlich die Ketoazidose.

            • Wenn du meinst das meine Sicht aus dem diabetologischen Mittelalter ist, dann ist das so. Ich wünsche dir mit deinem Fachwissen alles gute für die Zukunft.
            • hilder antwortete vor 3 Monate
              Hallo Addi,
              habe schon seeeehr, sehr lange Diabetes Typ 1. Ich achte schon auf meine KH, esse aber auch alles. Mit Pumpe und CGM kann ich natürlich besser reagieren. Aber ich habe immer gelebt, wie eine „Gesunde“ mit bestimmten Verhaltensregeln 😀 und Du hast doch einen guten HbA1 – also alles gut.
                • Vielen Dank für deine Bestätigung!
                  Gruß
                  Addi
                  • In den Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse bildet der Körper zudem das Hormon Glukagon. Es ist der Gegenspieler des Insulins: Während Insulin den Blutzucker senkt, fördert Glukagon die Bildung und Freisetzung der hauptsächlich in der Leber gespeicherten Zuckerreserven ins Blut und lässt den Blutzuckerspiegel ansteigen.
                    Somit ist Insulin der Türöffner für den Blutzucker, lieber 3hati4 !
                    Leider kann ich deinen sehr umfangreichen Ausführungen nicht folgen!
                  • Moin Addi, es ist bei jedem anders. Meine Diabetes (1) läuft sehr stabil vor sich hin. Ich habe einen HbA1c um die 5,7 und meide zu viele KH und sonst gar nix. Aber einige KH müssen immer dabei sein.
                    • Hallo Addi, ich passe auf dass ich viele Ballaststoffe esse aber ab und zu darf es such mal etwas mehr Kohlenhydrate sein – z.B. eine Pizza – auch wenn es dann mal etwas schwierig wird. Man muss sich ja auch mal etwas gönnen.
                        • @koenig
                          Glucagon besorgt die Ausgabe von Glukose. Glukose besorgt die Ausgabe von Insulin. Insulin besorgt die Umwandlung von Glukose in Fett und dessen Einlagerung und Erhaltung. Das ist ein beständig durchlaufender Prozess, und der größte Teil davon findet in der Leber statt. Denn insulin hat im Blut eine Halbwertzeit von gerade mal 5 Minuten. 2 IE haben nach 5 Minuten nur noch die Wirksamkeit von 1 IE. So kommt das meiste Insulin gar nicht erst über die Leber hinaus in den Kreislauf. Die meiste Glukose übrigens auch nicht.
                          So bedeuten 200 mg/dl gerade mal 2 Gramm Glukose pro Liter Blut und fallen bei Nichtdiabetikern schon als beträchtlich ungesunde postprandiale Spitze auf. Bei durchschnittlich 5 Litern Blut bei einem Erwachsenen also spitzenmäßige 10 Gramm insgesamt – von 100, die er gerade gegessen oder z.B. in Form von Cola getrunken hat. Beim Nichtdiabetiker meistens noch deutlich weniger, selbst wenn der im Bett liegt und kaum Energie verbraucht. Und wo ist der große Rest von den 100 Gramm, wenn nicht mit der Hauptfunktion von Insulin als Triglyzeride in den Schwimmhilfen?