• hajo hat ein Update gepostet vor 2 Wochen

    Hallo, liebe Mitstreiter!
    Ich habe mich seit nunmehr 62 Jahren mit meinem Diabetes Typ I herumgeplagt. Mal besser, mal schlechter. Als damals 13jähriger Junge bis heute haben sich viele Erleichterungen bei der Kunst, die Werte möglichst gleichmäßig im gewünschten Bereich zu halten, ergeben.
    Die letzten Jahrzehnte habe ich es mit ICT-Therapie geschafft, einen HbAc1-Wert von 6,0 zu halten (bei vierteljährlicher Kontrolle). Als ehemaliger Zeitungs-Redaktionsleiter mit Schwerpunkt Reise war ich viel unterwegs in Ländern aller Kontinente, als Pensioner in den zurückliegenden 15 Jahren sogar mit mehrmonatigem Auslands-Aufenthalt. Die Diabetes-Einstellung sowie alle übrigen Blut- und Urin-Werte war über alle Zeit gleichbleibend gut und zielgenau.
    Jetzt aber zwingt mich mein Hausarzt (warum auch immer) das bewährte Kurzzeit-Insulin Humalog (Lilly) durch die Sanofi-Kopie von Lispro zu ersetzen. Ich habe trotz aller Zweifel ab Februar das neue Insulin ausprobiert: Jetzt die Probleme: der Zuckerwert mit lispro Sanofi fällt extrem schnell runter, ebenso schnell (ca. 2 Stunden) steigt er dann aber fix auch wieder an. Zur Nacht das neue Insulin zu spritzen, ist also höchst gefährlich. Vor dem Auswärts-Essen zu Hause zu spritzen, das geht nicht mehr. Auf Reisen (z.B. im Flugzeug) kann man den „Spielzeug“-Pen von Sanofi nur direkt beim der Servieren der Speise zücken und die Mitreisenden erschrecken. Variationen bei der doch lange so erfolgreichen Therapie mit dem Langzeit-Insulin bringen nun auch nicht mehr die gleichbleibenden Werte.
    Meine Frage: Soll ich meinen Hausarzt wechseln? Zumindest hat er ja rigoros „verboten“ weiter Humalog zu spritzen. Die Kassenärztlichen Vereinigung sowie die Diabetes-Fachabteilung der Krankenkasse können sich die Anordnung meines Arztes weder mit den Insulin-Kosten (ähnlich) noch mit veränderter Therapie (Wirkstoff lispro ist fast gleich, bei Sanofi allerdings leicht geändert).
    Ich bin sehr verunsichert.
    HAJO

    • Hallo Hajo,
      eigentlich müssten Deine Erfahrungen mit dem neuen Insulin, die Du ja sicher dokumentiert hast, Argument genug sein, um wieder Humalog zu bekommen. Hast Du Deinem Arzt die Dokumentation schon gezeigt, vor allem im Vergleich zu vorher?
      Aber eine ganz andere Frage: Warum bist Du mit Typ-1-Diabetes in Betreuung bei einem Hausarzt, nicht bei einem Diabetologen? Eine Betreuung beim Hausarzt ist zwar möglich, aber Standard (auch nach Disease-Management-Programm Diabetes mellitus Typ 1, https://www.gesundheitsinformation.de/disease-management-programm-bei-typ-1-diabetes.3074.de.html) ist ein Diabetologe/eine Diabetologin als koordinierende/r Arzt/Ärztin.
      Viele Grüße, Katrin
        • Ja Kathrin, vielen Dank für Deine Tipps zum Thema „Insulin-Wechsel“. Habe heute mit der Kollegin meines Diabetologen (zugleich mein langjähriger Hausarzt) gesprochen und ihr alle Ergebnisse der letzten drei Monate nach dem aufgezwungenen Insulin-Tausch von Humalog auf Sanofi lispro vorgelegt. Sie wunderte sich auch über diese erzwungene Änderung. Vermutung: Die Kassenärztliche Vereinigung empfiehlt immer das billigste gleichartige oder ähnliche Insulin. Auha! Das wäre schändlich. Kurzum: Kaum war ich wieder zuhause, bekam ich die Mitteilung: Rezept für „,mein“ altes Humalog könne ich abholen. Angesichts bester Werte müsse nichts mehr gewechselt werden.