Diabetes und Bewegung

Olivia ist ein Mensch, der sich grundsätzlich gerne bewegt. Wieso ihr Blutzucker ihr aber des Öfteren einen Strich durch die Rechnung macht und manchmal schon das Gehen zum Kühlschrank und zurück für eine absolute Blutzucker-Verwirrung sorgt, dass erzählt sie euch im folgenden Beitrag.

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Ich liebe Bewegung, also so allumfassend gemeint natürlich. Wenn sich die Bewegung allerdings auf Wanderungen oder sehr ausgedehnte Spaziergänge bezieht, dann steige ich freiwillig aus. So etwas kann ich leider gar nicht leiden.

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Das liegt evtl. auch daran, dass meine Blutzuckerwerte bei jeglicher Bewegung anders reagieren. Ich habe schon etliche Strukturen und Muster getestet, von denen ich dachte: „So muss es einfach funktionieren!“ Doch falsch gedacht, das hat vielleicht einmal funktioniert und eventuell sogar noch ein zweites Mal in Folge, aber dann war wieder alles anders und die Blutzuckerwerte eine Katastrophe.

Länge Spaziergänge würde ich aber sehr wahrscheinlich auch nicht mögen, wenn ich nicht Diabetes hätte. Es gehört einfach nicht zu meinen Hobbys. 😉 Jedoch mag ich es, tanzen zu gehen und sportlich zu sein (z.B. Schwimmen oder Fahrradfahren).

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Probleme und Lösungsansätze

Lange habe ich nach einer perfekten Lösung gesucht, meine Blutzuckerwerte sowohl vor, bei und nach dem Sport einigermaßen im Rahmen zu halten. Darüber würde ich mich schon freuen. Doch irgendwie scheint das bei mir nicht zu funktionieren.

Früher habe ich zwei Mal die Woche Leistungssport betrieben, das war eine Katastrophe, kann ich euch sagen. Die Pumpe musste ich dabei immer ablegen, denn es gab keine Möglichkeit, sie an meinem Körper zu befestigen, ohne mir oder meinen Teammitgliedern zu schaden. Also ab mit dem Gerät. Ich habe vieles versucht, von vorher etwas snacken und im Anschluss eine Einheit bolen oder die temporäre Basalrate vorab runtersetzen. Nichts hat so wirklich langfristig funktioniert.

Meine Probleme – damals als auch heute:

  • Die kleinste Bewegung, z.B. mehrmaliges Treppensteigen im Haus, lässt meinen Blutzucker sinken. Er stürzt ab, wie ein Papierflieger. Ich reagiere empfindlich auf diese Art von Bewegung.
  • Wenn ich länger als 1 Stunde Sport betreibe, tanzen meine Blutzuckerwerte aus der Reihe. Egal, ob ich mit einem guten, zu tiefen oder zu hohen Blutzuckerwert eingestiegen bin. Es läuft immer auf dasselbe hinaus, zu hohe oder zu tiefe Blutzuckerwerte, spätestens 2 Stunden nach dem Sport.

Was ich alles schon versucht habe:

  • langanhaltende Kohlenhydrate vor dem Sport, ohne Bolus (z.B. Müsli-Riegel)
  • schnelle BEs vor dem Beginn (z.B. Apfel, Banane…), damit der Blutzucker nicht direkt abfällt
  • keine Zusatz-BEs vor dem Sport (der schlimmste Fall von allen, weil ich entweder direkt am Anfang mit den Blutzuckerwerten in den Keller gerutscht bin oder während des Sports)
  • BEs während des Sports (klingt verrückt, aber auch das habe ich versucht, z.B. mit Obst-Riegeln)
  • direkte BEs nach dem Sport (mit passendem Bolus)
  • ausgiebige Mahlzeit (mit Bolus) vor dem Sport (mind. 1,5 h vor Sport-Beginn)
  • kleinere Mahlzeiten nach dem Sport, verteilt auf 1-2 Stunden

Ich könnte jetzt bestimmt noch 3 weitere Punkte aufzählen und hätte dann mit Sicherheit immer noch einige Punkte vergessen oder sogar verdrängt. Mann, was habe ich alles versucht, und ach, wieso ist diese Krankheit nur so stur?

Es ist zum Glück nicht so, dass ich mich bzgl. dieser „nach-sportlichen Blutzucker-Schwankungen“ davon abbringen lasse, Sport zu treiben oder mich zu bewegen. Nein, im Gegenteil, ich versuche seit Jahren, die bestmögliche Lösung für mich und den Diabetes zu finden. Es ist uns zwar noch nicht geglückt, aber es wird.

Der einzige Knackpunkt ist nämlich, dass meine „Methoden“ zwar anschlagen, aber sobald der Ausgangswert mal etwas von dem letzten Blutzucker (der vorherigen Male) abgewichen ist oder die Sport-Stunde mal etwas länger oder intensiver war, entwickelt sich alles wieder zu einem kleinen, großen Desaster. Mit nächtlichem Messen, Wachbleiben und der typischen „Hyper-Hypo-Achterbahn“ (erst lange zu hoch, dann flott nach unten mit dem Blutzucker… Ist besonders „angenehm“ mitten in der Nacht, wenn man sowieso nicht mehr weiß, wo oben und unten ist).

Gibt es den optimalen Plan?

Also, wie sieht mein Plan für die Zukunft aus? Ich habe in den vergangenen Jahren mit all meinen Diabetes-Ärzten darüber gesprochen. Wir haben Strategien ausgetüftelt und ausprobiert. Einige der Ideen waren leichter umsetzbar, andere vom Plan her gut, von der Umsetzung leider weniger. Letztendlich musste ich auch schauen, wie ich damit klarkam. Einerseits freue ich mich über jede Art von Bewegung, die ich bekommen kann, besonders aktuell bei einer 40-Stunden-Ausbildungswoche im Büro mit dauerhaftem „Herumsitzen“. Andererseits ist das Thema Bewegung wirklich mein allergrößter Knackpunkt in der Beziehung zwischen mir und meinem Diabetes.

Meine aktuelle Strategie

Seit einigen Wochen gehe ich wieder regelmäßig zwei Mal wöchentlich zum Sport, zum Tanzen.

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Somit musste ich mich wieder mit dem leidigen Thema „Sport und Diabetes“ auseinandersetzen. Das Gute an der aktuellen Situation ist, meine Sport-Kurse beginnen erst abends um 20 Uhr und nicht (wie während Jugend-Zeiten), nachmittags um 17 Uhr. Da hatte ich teilweise auch gar nicht die Motivation, vor dem Sport etwas zu essen, geschweige denn eine richtige Mahlzeit. Gut, dass sich dieses Problem schon von alleine in Luft aufgelöst hat.

Vor und bei dem Sport

Was mache ich also aktuell? Aktuell versuche ich es wieder mit einer Hauptmahlzeit (inkl. Bolus) vor dem Sport, ca. 18 Uhr, und einem Snack (falls nötig) vor Kurs-Beginn (20 Uhr). Die Pumpe kommt beim Sport ab. Sie stört, das ist der Hauptgrund.

Meine Hauptmahlzeit gestalte ich aber meist aus gesunden, leichten Sachen. Einerseits bekommt mir das leichte Essen besser und später, beim Sport, liegt es nicht so schwer im Magen. Andererseits muss mein Magen nicht so schwere Sachen verdauen. Gerne nehme ich auch Eiweiß-Produkte wie Joghurt, körnigen Frischkäse oder Quark zu mir. Den Snack nehme ich nur, wenn mein Blutzuckerwert sich fast im niedrigen Bereich aufhält, droht abzufallen oder ich noch viel aktives Insulin habe. Ansonsten – keinen Snack.

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Dann wird getanzt und direkt im Anschluss gebe ich eine Einheit Insulin ab. Zum Ausgleich von dem Insulin, was mir fehlt während der 1,5 Stunden. Das klappt in letzter Zeit erstaunlich gut. Ich warte regelrecht schon darauf, dass mein Körper sich an diese Routine gewöhnt hat und wieder anfängt zu protestieren.

Nach dem Sport

Nach dem Sport wird dann natürlich auch der Blutzucker gecheckt. Doch ich fahre dann nicht einfach nach Hause, lege mich ins Bett und gut ist. Nein, Kontrolle ist wichtig. Ich messe am selben Abend mindestens noch zwei Ma meinen Blutzucker. Auch manchmal nachts, besonders jetzt in der „Dokumentationsphase“ meiner Strategien.

Ob das meine mögliche Lösung ist, das weiß ich nicht. Ich hoffe es, aber so, wie ich meinen lausbubigen Diabetes kenne, wird er es sich früher oder später wieder anders überlegen. Doch wir denken einmal positiv und hoffen.

Ich freue mich über eure Tipps und Erfahrungen …

Habt ihr denn noch Tipps und Erfahrungen, die ihr mir und den anderen mitteilen wollt bzgl. eurer Geschichten zum Thema: Diabetes und Bewegung? Dann ab damit in das Kommentar-Feld. Ich freue mich, darüber zu lesen.

Jetzt allerdings muss ich aber erst einmal zum Sport, mal sehen, ob mein Diabetes heute Lust hat, „mitzuspielen“. ☺

6 Kommentare zu “Diabetes und Bewegung

  1. Ich glaube, dass ein hauptproblem bei diesen ganzen auf und abs des blutzuckers tatsächlich das, was man isst, ist. Einerseits ist es toll, als typ1 alles essen zu können, was man will, andererseits stellt sich die frage, ob man das sollte. Ich bin typ1 und habe mich vor einiger zeit entschlossen, so gut wie keine schnellen kh mehr zu essen. KH nur noch aus gemüse, hülsenfrüchte, pseudogetreide, haferflocken. Hinzu kommt jeden tag sport, moderater kraftsport und bestimmte aminosäuren. Zb arginin und glutamin. Der effekt: von früher morgens 20 und abends 22 einheiten bin ich auf 11 einheiten nur abends gekommen und fürs essen spritze ich seit rund eineinhalb jahren nicht mehr. Keine unterzuckerungen und ein hba1c von 5,5 im schnitt. Natürlich reagiert jeder diabetiker anders. Aber ich denke, dass unser modernes essen ein teil des auf und ab ist. Warum sollten diabetiker das essen, was auch für gesunde nicht unbedingt gesund ist, weizen, weissmehl, süssigkeiten, junkfood etc? Dem typ1 wird dann ein höherer hba1c zugestanden, weil ja die unterzuckerungsgefahr da ist. Aber warum ist sie da? Weil man ihnen erzählt, sie können alles essen. Pumpen machen es noch einfacher. Ein trugschluss, meine ich. Aber letztlich ist das auch nur meine erfahrung. Ernährung und bewegung ist ein schlüssel, bestimmte aminos erhöhen zusätzlich die insulinempfindlichkeit. Es gibt viel zu forschen…

  2. Hi Olivia!
    ich kenne das!
    Seit mehr als 10 Jahren bin ich Square Dancer (“Modern American Square Dance”) Das sieht so aus—-beim Club Abend von 19:30 Uhr bis 21:30 tanze ich fast die ganze Zeit—mit sehr kurze Pausen dazwischen um etwas Wasser zu trinken und so weiter. Jede Tanzeinheit (“Tipp”) besteht aus 2 Teile–“Pattern” und “Singing Call”—Zeit pro Einheit zirka 15 Min. Essen tue ich eine Kleinigkeit um 16:00 und checke den Stand um 18:30. Dann habe ich ein wenig Zeit um etwas zu korrigieren. (Da ich seit 3 Monate ein “FreeStyle Libre” benutze (habe keine Pumpe), kann ich auch sehr oft alles prüfen.) Da kann alles mögliche passieren. Viel zu hoch am Anfang, oder viel zu niedrig. Selten ist alles OK oder bleibt so. Mein Umsatz an Energie Verbrauch ist öfters arg hoch (die Tanzaktivität wird gerne mit Wandern verglichen—2 Stunden tanzen gleich 5 km wandern.) “Pattern” geht eher so gemächlich vor sich und “Singing Call” 3x so flott. Nach 15 Minuten ist mein Zucker schon ein wenig (zu) niedrig—nicht immer aber öfters. Dann muss schnell Traubenzucker her. Viel Zeit habe ich nicht. Am Ende des Tages—Überraschung! Ist der Zucker nicht gerade niedrig. Grund—Insulinmangel —Bewegung. Spritzen darf ich normalerweise nicht während des tanzens, es sei denn ich bin sehr hoch. Und dann ist das auch sehr schwierig zu dosieren.
    Wie Du habe ich alles probiert und die Docs befragt. Viel hat es nicht geholfen. Basal kann ich auch nicht reduzieren da ich den 48-St. “Tresiba” benutze (1x 18 Einheiten pro Tag).
    Seit neuem versuche ich einen Low-Carb Diät. Habe aber noch nicht getanzt. Ab Dienstag wage ich es.
    Mal geht es gut. Mal schlecht. Keine Ahnung was wirklich hilft oder nicht. Ich kann nur raten.
    Ist Diabetes 1 nicht fabelhaft!!!!!!!!!! 🙂
    Grüße
    Harald
    PS—Tolle Artikel!

  3. Hallo Olivia,

    ich bin auch Typ-1 Diabetiker und habe das schon seid 13 Jahre und war damals wie heute Sportlich Aktiv und versuche dir mal meine Erfahrungen zu schildern.

    Ich habe immer gerne und viel Sport betrieben ohne genau auf meine Ernährung zu achten. Die Hauptsache war und ist was du vor, beim und nach dem Sport isst.

    Früher habe ich vor allem Mannschaftssport betrieben und habe meinen Zucker immer mit Süßgetränken (Eistee) hoch gehalten während des Trainings. Da ich allerdings nie konditionell auf der Höhe war, brauchte ich immer schnell viele Kohlenhydrate welche ich früher vor allem in form von Bananen zu mir genommen habe.

    Das würde ich jetzt, ohne dir zu nahe treten zu wollen, auch dir unterstellen.
    Wenn der Körper keine regelmäßige Aktivität gewöhnt, wirkt Insulin langsamer und die Muskeln müssen sich mehr anstrengen => hoher Energieverbrauch => hohe Unterzuckerungsgefahr.

    Vor zwei Jahren dann, habe ich mir mein Wadenbein beim Sport gebrochen und konnte dadurch ein halbes Jahr gar kein Sport machen und beim Entfernen des Metalls wieder ein viertel Jahr kein Sport. Alles in allem habe ich 10 kg zu gelegt (wobei ich vorher schon nicht grade dünn war ( 90 kg bei 1,88m Körpergröße )).
    Da man Verletzungen vorrangig durch Fitness vorbeugen kann, habe ich beschlossen erst einmal richtig fit zu werden, bevor ich wieder einsteige.
    Angefangen habe ich mit leichtem laufen. Ich hatte eine 3km Strecke die ich immer absolviert habe. Am Anfang musste ich bei ca. 1 km abbrechen und paar meter gehen um wieder klar zu kommen. Dann ein paar Muskelübungen und wieder zurück laufen.
    Zu der Zeit habe ich auch den Yoghurt-Drink für mich entdeckt. Gibt es in jedem Laden, hat 0,1% Fett und 13 bis 14g KH auf 100 ml (500 ml Flaschen) und sind für unter einen Euro zu kaufen.
    Wichtig war erst einmal die Richtige Menge an KH’s raus zu finden die ich benötige. Dafür einfach einen Messbecher genommen um die BE’s zu bestimmen und vorher nachher den BZ gemessen und dann ausgerechnet wie viel der Sport mir in der Zeit “verbraucht” hat. Das gleiche Spiel mit dem Nachbrenneffekt. Am Anfang habe ich für die 3km knapp 400 ml des Yoghurt-Drinks ca. 10 min vor dem laufen getrunken und ca. 30 min nach dem laufen ein Brötchen gegessen (3 BE ) und mit einem viertel von meinem eigentlichen Faktor gespritzt.
    Mit der Zeit ändern sich die Werte, aber das kannst du nur durch BZ-Messung erfassen und dadurch deinen Verbrauch ermitteln.

    Was du geschrieben hast, das du es mit BE vor dem Sport gegessen hast kann ich aus meiner Erfahrung nur sagen das es für mich viel zu wenig gewesen ist. Ein Apfel ist nur knapp eine BE (kommt auf die Größe an) und wirkt zu dem nur mittel schnell und ist danach wieder weg. Bei Längerer Aktivität (so ab 1,5 h) greife ich immer auf einem Mix aus schnellen und langsamen KH’s zurück. Sprich du könntest Obst, Süßgetränke usw. vorher essen/trinken und dazu noch 1-2 BE langsame KH’s (bei mir meist ein Schokoriegel) zu dir nehmen.

    Nachdem ich knappe 20 kg durch mein Lauftraining (die 3km) und Reduzierung der Süßigkeiten menge sowie einen geregelten Tagesablauf runter hatte, habe ich auf Bodyweighttraining umgestellt. Das verblüffende hierbei, ich musste fast gar keine KH vor dem Sport zu mir nehmen. Ich habe höchstens 1 BE vorher getrunken ( meist Iso-Drink oder Yoghurt-Drink) und das hat für 1h Training ausgereicht und hat sich auch ein viertel Jahr bewährt gemacht.
    Daran sieht man was für einen großen Einfluss die ausgeübte Sportaktivität hat.

    Nachdem ich dadrauf keine Lust mehr hatte, bin ich wieder zum laufen übergegangen. Momentan liegt mein Pensum bei ca. 10 km laufen. Dafür habe ich jetzt auf Obst und Orangensaft vor dem laufen ( ca. 6-7 BE ) bei einem Insulinfaktor von 0,3 umgestellt. Das habe ich wie bei den anderen Sachen durch ausprobieren raus bekommen und es funktioniert wunderbar.

    Alles in allem habe ich so meinen HbA1c von 8, nochwas auf 6,9 verbessert (Tendenz fallend) OHNE ständige Unterzuckerungen!

    Vielleicht noch ein weiterer Tipp: versuche bei den KH die du für den Sport zu dir nimmst, auf Sachen zurück zugreifen wobei du genau die Menge an KH bestimmen kannst und nimm erstmal auch immer das gleich zu dir. So kannst du später auch die verschiedenen Wirkungen bei gleicher Training-Intensivität vergleichen und kannst dich mehr auf den Sport konzentrieren. Andersrum geht das natürlich auch, für mich allerdings der schwierigere Weg.

    Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiter helfen.

    mfg
    Jahn27

    1. Hey Jan,

      man da hast du aber einen suuuper langen Kommentar geschrieben und so ausführlich, vielen Dank dafür. 😉
      Also ich habe früher intensiv Leistungssport betrieben, über mehrere Jahre, mehrmals die Woche. Deswegen würde ich jetzt einmal grob behaupten, dass ich diese regelmäßige Aktivität (früher) definitiv hatte und mein Körper sich mit den Jahren hätte auch eigentlich dran gewöhnen müssen. Ich weiß, dass war sehr lieb von dir gemeint, das habe ich auch so aufgenommen, keine Sorge. ☺ Deswegen verwundert es mich ja schon seit Jahren, wieso ich es nie so richtig geschafft habe, eine beständige Routine zu finden, die gut für meine BZ Werte und meine sportlichen Aktivitäten sind.

      Es ist ja auch nicht so, dass es noch nie funkioniert hat, sondern viel mehr so, dass nach einer gewissen Zeit dann die “Probleme” wieder auftauchen. Es funktioniert alles gut, über mehrere Woche und irgendwann dann ist mein Körper “imun” dagegen und fängt wieder an mit der Achterbahnfahrt nach/ vor/ während des Sports. Also wirklich tricky und ich glaube an dieser Problematik werde ich wohl noch die nächsten Jahre zu tüfteln haben. Aber solange es nur das ist, kann ich das verkraften. 😉

      Also vielen Dank für deine Tipps, ich werde definitv einige Sachen mal ausprobieren, z.B. diese Joghurt-Drink Geschichte.

      Liebe Grüße,
      Olli

  4. Eine Welt, in der der Diabetes das tut, was man sich für ihn vorgestellt hat … das wäre wirklich toll.
    Ich schätze dieser Wunsch steckt in uns allen. In machen mehr, in manchen weniger.
    Und selbst nach vielen Jahren stellt mich diese Krankheit immer wieder vor die Frage: “Warum tut er das nun?”.
    Und Bewegung, sowie Ernährung, stellen wohl die Bereiche dar, in denen es die meisten Variablen gibt.
    Ich habe meinen Diabetologen auch einmal gefragt, warum ich beim Fahrrad fahren oder beim Yoga keine blutzuckersenkende Wirkung habe, beim “schnöden” Staubsaugen hingegen doch. Er sagte mir, dass besonders Bewegungen, die das Becken beanspruchen, besonders stark auf den Blutzucker einwirken. Und bei der Hausarbeit würde man dies wohl besonders “intensiv” tun. Ein klares Muster kann ich daraus aber leider auch nicht ableiten, denn auch bei mir ist nach dem Sport der Blutzucker manchmal stark abgefallen, gleich geblieben oder sogar gestiegen.
    Ich kann mir vorstellen, dass in jeder Situation aber unterschiedlichste Faktoren eine Rolle spielen.
    Bei der Ernährung habe ich festgestellt, dass es eben nicht nur die “einfache” Betrachtung von schnell- und langsamwirkenden KH ist.
    Ich esse morgens immer eine fertige Haferflockenmischung, die meinen Blutzucker erst einmal in die Höhe schnellen lässt und ich erst nach ca. 3 Stunden wieder im Normalbereich lande. Mein Diabetologe sagte mir dann, dass es sehr wahrscheinlich an den Trockenfrüchten liegen wird, die den Blutzucker sehr schnell ansteigen lassen.
    Bei einer Müslimischung aus dem Bio-Markt dachte ich anfänglich erst einmal an etwas Gutes für mich. Nun mache ich die Mischung selber und lasse die Trockenfrüchte weg.
    Auch die Mischung aus Fett und Eiweiß zusammen mit KH hat eine verzögerte Wirkung auf den Blutzucker. Wenn du wie beschrieben also Joghurt oder Quark vor dem Sport nimmst, könnte dies vielleicht eine Erklärung sein, wenn der Blutzucker erst später ansteigt.
    Auch mit Brot musste ich meine Erfahrungen machen. Ich esse zwar ausschließlich Dinkel- oder Roggenkorn, doch sind in den meisten gekauften Broten Zusatzsstoffe mit drin, die ich nicht einkalkulieren kann (und sei es nur Leinsamen als Zusatz). Hier kommen auch gerne Enzyme (z.B. Amylase) zum Einsatz, damit das Brot frisch bleibt oder besser aufgeht und diese haben auch eine Wirkung auf den Blutzucker. Also versuche ich mein Brot nun auch selber zu backen.
    Doch auch wenn sich das nun nach einigen bewährten Formeln anhört, ist der Diabetes manchmal ein launisches “Etwas”, bei dem ich dann einfach nur “WTF?” rufen möchte.
    Stress und andere Hormone beeinflussen den Blutzucker ja ebenfalls und so findet man sich auch mal gerne in einem Kreislauf wieder.

    1. Hey Dierk,

      erst einmal vielen lieben Dank für deinen Kommentar und die vielen Tipps und Möglichkeiten, die du mir (und den anderen) hier verraten hast. 😉
      Den Aspekt mit der Hausarbeit und der “intensiven” Beckenarbeit habe ich ja auch noch nicht gehört, äußerst interessant und ja evtl. sogar mal eine Überlegung wert. Aber so wie du schreibst hört sich das ja alles schon super. Die “bösen” Trockenfrüchte durfte ich auch schon kennenlernen, die vertragen sich leider so gar nicht mit meinem Blutzucker. Das war jedes Mal eine Achterbahnfahrt bei mir. Ich verzichte jetzt eigentlich hauptsächlich darauf (oder beschränke die Trockenfrüchte auf kleine Mengen), auch wenn der Verzicht keine Lösung ist, allerdings läuft es so ganz gut.

      Wir werden sehen, wo uns unser Diabetes und die ganzen “Hauseigenen” Hormone noch hinführen und ob ich denn früher oder später auch mal eine “Sport-BZ-Routine” für mich entwickeln kann. ☺

      Liebe Grüße,
      Olli

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