Hast du schon einmal etwas von „Insulin-Blasen“ gehört?

In dem folgenden Beitrag erzählt euch Olivia etwas über ihre Theorie der „Insulin-Blasen“. Was das genau ist und ob du evtl. auch schon einmal damit Erfahrung gemacht hast, das kannst du im folgenden Text herausfinden.

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Ich und Theorien, wenn ich das schon lese, muss ich über mich selbst lachen. Natürlich weiß ich, der Esel nennt sich immer zuerst, aber genau diese Kontroversität wollte ich ja damit darstellen. Denn mein folgendes Thema ist die Kontroversität in sich.

Eingeschlossenes Insulin in einem Depot unter der Haut

Theorie und meine Wenigkeit sind so gut wie keine Freunde, entfernte Brieffreunde vielleicht, aber mehr lässt sich da auch nicht hineininterpretieren. Dennoch ist es für manche Dinge, ja sogar für sehr viele diabetische Dinge, von großem Vorteil, theoretische Grundlagen und Theorien zum Nachlesen zu haben. So bekommt man Sicherheit, steht nicht mehr alleine im Dunkeln und fühlt sich daraufhin meist bestätigter oder, naja, wenigstens wissender.

So eine Theorie zur Grundlage und zum Nachlesen bräuchte ich auch für ein Problem, welches noch gar nicht allzu lange in meiner Diabetes-Laufbahn auftauchte. Ich fragte mich: „Gibt es so etwas wie Insulin-Blasen?“

Damit ist jetzt auch kein Ausschlag, eine Verbrennung oder eine Blase, die man bekommt, wenn die Schuhe neu sind, gemeint. Nein, viel eher so eine Art Depot unter der Haut, in welches mein Insulin eingeschlossen ist und nicht herausgelangt.

Wie ihr merkt, für einen wissenschaftlichen Artikel mit klarer Lösung würde dieser Beitrag nicht reichen, weil es laut meiner Rechercheergebnisse so etwas wie „Insulin-Blasen“ im World Wide Web (www…) einfach gar nicht erst gibt.

Aber dennoch lässt es mir keine Ruhe, denn ich denke, einige von euch werden die nachfolgend beschriebene Situation ebenfalls kennen.

Situation:
Ich spritze/bole etwas für mein Essen. Zuvor waren die Blutzuckerwerte tipptopp. Keine Verstopfung in Sicht, Spritzstelle strahlt wie nie zuvor, Insulin ist blasenfrei und die weiteren möglichen Rahmenbedingungen sind super.

Nach dem Essen = hohe Werte. Viel zu hohe Werte für eine so exakte Berechnung und Abgabe von Insulin.

Der Wert ist hoch und da bleibt er mindestens für die die nächsten vier Stunden, ganz genau da. Da wird man schon einmal leicht frustriert, nachdem man schon 1,5l Wasser wie ein ausgetrockneter Kaktus in sich hineingeschüttet hat und immer ordnungsgemäß einen Korrektur-Bolus abgegeben/gespritzt hat. Selbst die Insulinpumpe konnte mit einer erhöhten Basalrate nicht mehr helfen.

Das Problem nur ein Phänomen?

Nach besagten Stunden der hohen Blutzuckerwerte fängt dann allerdings der Wert von jetzt auf gleich schlagartig an abzufallen. Nicht in einem geschmeidigen, sanften Abfall, sondern eher wie im Sturzflug. ZACK – runter! Und da diese Situation ziemlich befremdlich ist und man meist mit der „Zucker-Zufuhr“ kaum hinterherkommt, stellte ich mir die Frage: Wie genau kann das sein?

Liegt es etwa an meinen Spritzstellen oder daran, dass mein Gewebe nach all den Jahren evtl. verwachsen ist und das Insulin keinen Weg findet? Oder durch die ganzen Einstiche?
Gibt es denn so etwas wie „Insulin-Blasen“ wirklich? Sodass sich unter unglücklichen Umständen das Insulin verkapselt und einfach nicht dahin gelangt, wo es eigentlich hin soll?

Fragen über Fragen und ich fand und habe bis heute keine Antworten gefunden.
Da dieses Phänomen leider nicht nur einmal aufgetreten ist, fing ich allmählich an, das Internet nach meinem „Problem“ zu durchforsten. Mit eher wenig Erfolg.

Das Einzige, was man dort findet und was einigermaßen ein Lösungsansatz wäre, ist, dass sich die Haut, also auch das Gewebe, durch das ganze Piksen verändert. Ist ja auch irgendwie logisch! Früher oder später hat man alle verfügbaren Stellen durch und trifft dann irgendwann auf „alte Bekannte“. Dass das die Haut und tatsächlich das Gewebe gar nicht so cool finden, ist uns auch allen bewusst, aber ein Ausweg aus dem Spritzen, Stechen und Piksen wurde leider noch nicht erfunden. 🙁

Let’s GO – Community!

Ich habe tatsächlich akribisch gesucht und wäre ich meinem Plan-E-Berufswunsch nachgegangen und Chirurgin geworden, hätte ich mich wahrscheinlich längst bemüht, schon einmal ein Stück „diabetisches Gewebe“ untersuchen zu können. Bin jetzt aber leider kein Chirurg.

Ich weiß, dieser Beitrag hier ist nicht wie viele andere Beiträge, mit Lösungs-Vorschlägen, gut gemeinten Tipps oder bestärkenden Worten. Aber auch so etwas soll es geben.
So ist es eher ein „offener Frage und Austausch“-Beitrag geworden, an euch, die große BSL-Community.

Also, wenn ihr angehende Chirurgen, Wissenschaftler, wandelnde Lexika oder Recherche-Könige seid (oder ebenfalls im selben Boot sitzt wie ich), dann her mit euren Lösungsvorschlägen, Theorien und Meinungen.

Ich bin schon ganz gespannt, von euch zu lesen und evtl. des Rätsels Lösung mit euch zu finden. Let’s GO Community, lasst uns den Fall lösen.

P.S.: Googelt NIEMALS!!! nach diabetischem Gewebe, also auf jeden Fall nicht vor dem Essen. Mensch, da listet euch Google nur die schlimmsten der schlimmen Fotos auf. Holla!

19 Kommentare zu “Hast du schon einmal etwas von „Insulin-Blasen“ gehört?

  1. Finde ich gar nicht so abwegig! Ich kenne dieses Phänomen auch: Erst aus unerklärlichen Gründen hoch, dann von jeglicher Bolusabgabe unbeeindruckt und auf einmal zaaaack… nächste Hypo. Und dann kann das lustige Spiel von vorne beginnen 😀
    Eine Lösung habe ich dafür also auch nicht, ich habe es auch schon auf meinen lädierten Bauch geschoben, aber auch wenn ich woanders spritze: Gleiches Spiel.
    Es gibt wirklich nichts nervigeres für mich, glaube ich 😀

    1. Liebe Ramona,

      vielen Dank für deinen Kommentar :-).
      Eigentlich ist es ja nicht schön, dass uns ein Problem verbindet, aber wie sagt man so schön „gemeinsam ist man nie einsam“.
      Evtl. gibt es ja noch jmd. aus der Commmunity der auch unser Problemchen teilt und uns noch ein paar weitere, tolle Denkanstöße geben kann. ☺

      Liebe Grüße – Olli

  2. Ich bin erst seit 4 Jahren Diabetikerin und habe von Anfang an eine Pumpe – also behaupte ich mal, dass es bei mir nicht an einem zerstochenen Bauch liegt. Für mich habe ich eine andere Theorie: die hohen Werte nach dem Essen könnten durch einen zu kurzen Spritz-Ess-Abstand oder durch unbemerkten leichten Stress kommen. Dass die Werte dann hoch bleiben, schiebe ich auf zusätzlichen Stress, da sie mich doch sehr nerven (dank CGM habe ich die Werte auch noch ständig vor mir). Irgendwann habe ich dann so viel Insulin gespritzt, dass ich denke „jetzt kann ich eh nichts mehr tun“. Und siehe da: Stress weg, Werte auf Talfahrt!

    1. Liebe Anne,

      Dankeschön für deinen ausführlichen Kommentar. ☺
      Das mit dem Stress haben mir jetzt auch schn ein paar fleißigie Leser via der BSL Facebook Gruppe mitgeteilt. Ich bezweifle also nicht, dass da etwas dran sein könnte. Blöd wäre es natürlich trotzdem, denn oft merkt man Stress ja erst nach einer Zeit, wenn man dann zurück im normalen Tempo ist, bzw. ist es ja meist schon zu spät, wenn die Werte erst einmal hochgeschossen sind.
      Aber Stress soll man ja möglichst sowieso gering zu halten, so ist es ja nicht nur für die BZ Werte gruselig, auch für den gesamten Organismus schädich.

      Ich freue mich über deinen Austausch mit der Community. Dankesehr!

      Liebe Grüße,
      Olli

  3. Servus,
    Ich war auch immer am Verzweifeln. Insulinesistenz hiess das bei meiner Diabetologin, und so ganz kapiert hatten wir beide das nicht. Bis ich mittels Freestyle Libre und Logs jetzt einen Zusammenhang gefunden habe.
    STRESS.
    Wenn ich gestresst bin, oder angespannt/aufgeregt, dann kann ich u.U sogar 50 Einheiten Insulin spritzen, ohne dass irgendwas passiert, ausser weiterem Ansteigen der Werte.
    Wenn der Stress dann abfällt, weil ich die Schulung abgeschlossen hab, beim Kunden rausgehe, oder das Gespräch beendet habe, dauert es einige Minuten, und dann beginnt die rasende Talfahrt. Auch, wenn eigentlich kein Insulin mehr anwesend sein dürfte.
    Abhilfe: Stress vermeiden.
    Lg
    Mike

    1. Lieber Mike,

      das denke ich nämlich mittlerweile auch. Also zumindest habe ich die akute Vermutung das sich Stress ZIEMLICH auf meine Blutzuckerwerte auswirkt und diese extrem beeinflussen kann. Auch wenn ich mir das nie so richtig vorstellen konnte und evtl. auch gar nicht situationsbedingt wahrgenommen habe in einer stressigen Situation/ Lage zu sein. So wird es einem meist erkenntlicher wenn man im Nachhinein noch einmal reflektiert das Gesamtbild betrachtet.

      Stress ist also aktuell auch mein Favorit im Beantworten meiner eigenen These.

      Liebe Grüße und Danke für deine Meinung,
      Olli

  4. Wenn die Werte 4-6 Stunden nach dem Essen im Zielbereich ankommen, dann stimmt in jedem Fall die Menge an Insulin. Denn Kurzzeitinsuline wirken 4-5 Stunden. Zu hohe Anstiege direkt nach dem Essen kann man vermeiden, in dem man den Spritz-Ess-Abstand vergrößert. Je höher der glykämische Index eines Essens, je schwieriger wird es, den Berg zu vermeiden. Was oft auch falsch geschult wird, ist, dualen oder verzögerten Bolus abzugeben – denn dadurch fehlt am Anfang Insulin und es kommt später.

  5. Ich trage Pumpe seit 16 Jahren und muß leider so etwas auch immer wieder erfahren… Meist schieb ich es auf mein Bauchgewebe welches ich aber akribisch beobachte und mit Kokosöl und dmso behandel…im Sommer und an sehr warmen Tagen vermute ich dass das Insulin zu warm wird (arbeite im Freien und die Pumpe wird dort natürlich in der Sonne extrem warm und ist dieser Wärme leider viele Stunden ausgesetzt) kurzum… Es ist für mich auch noch ein Rätsel und ich bleib natürlich interessiert hier in diesem forum dabei… Grüße aus Thüringen Thorsten

    1. Lieber Thorsten,

      da müssen wir wohl gemeinsam weiter rätseln und hier fleißig auf die Kommentare und Ideen der Community warten. 😉

      Liebe Grüße nach Thüringen,
      Olli

  6. Hallo zusammen,

    da ich aus der medizinischen Ecke komme (bin aber trotzdem kein Chirurg), muss ich dir sagen, dass es eher ein internistisches oder diabetologisches Problem darstellt.

    Ich vermute das Problem in der Resorption im Unterhautfettgewebe.

    Jetzt wären natürlich noch eine umfangreichere Anamnese wichtig.

    Je nach Insulin Typ gäbe es dort auch noch Ansätze z.B. den Wechsel zu einem anderen. So ähnliche Probleme sind durch Immunreaktionen mit Analoga Insuline bekannt.

    Ansonsten versuche es mal mit der nächst längeren Kanülenlänge. Evtl. kann dies schon das Problem beheben, da sich hier die Diffusionszeit verändert. Denn je näher es in besser durchblutete Hautabschnitte kommt, desto schneller wirkt es.

    Wichtig wäre dies aber in Absprache mit dem behandelnden Diabetologen abzusprechen.

    1. Lieber Stefan,

      Mensch vielen Dank für deinen Kommentar. Ich hatte ihn schon längst gelesen, kam nur leider noch nicht zu einer Rückmeldung.
      Das mit der längeren Kanülennadel hatte ich auch bereits bei meinem Diabetologen angesprochen, dennoch haben wir uns zusammen darauf geeinigt, dass ich bei meiner jetzigen Länge bleibe. Schon allein weil es mir ja eigentlich (abgesehen von den Werten) mit der Länge sehr gut ging.

      Liebe Grüße,
      Olli

  7. Hallo zusammen,
    das Problem des nicht-reagierenden-Bolus sowie der plötzlichen Unterzuckerung mit hoher Dynamik kannte ich auch. Für mich war die Lösung, die Basalrate tagsüber (!) um 10-20% hochzusetzen, nachdem ein Auslassversuch die etwas zu niedrige Rate bestätigt hatte. Der Tip kam von meinem Diabetologen. Seitdem läuft es wesentlich glatter.
    Ein weiterer Meilenstein war der Umstieg von Humalog auf Fiasp. Damit entfällt das „Nachschwingen“, besonders nach kräftigen Korrekturen, fast vollständig. Ich hatte zunächst mit Fiasp im Pen zusätzlich zu Humalog in der Pumpe begonnen, sozusagen geübt, mittlerweile problemlos 1:1 Umstieg auf Fiasp.

    1. Lieber Christoph,

      vielen Dank für deinen Kommentar.
      Die Umstellung von Novo Rapid zu Fiasp steht bei mir auch demnächst an, evtl. tut sich ja da schon einmal etwas. Ich werde berichten. 😉

      Liebe Grüße,
      Olli

  8. Ich kenne dieses Problem auch!
    Hab es dann entweder in Kombination mit Stress, wie schon beschrieben, oder auch in Verbindung mit meinem weiblichen Zyklus…, oder wenn sich eine Erkältung anbahnt.
    Lg DerZwerg

  9. Hallo miteinander.
    Bis jetzt hat sich noch keiner so richtig um mich gekümmert sag ich mal so.Ich habe so das Gefühl man hat mich abgestempelt Typ 2 und alles kommt vom essen,fertig.Das ist mein Hausarzt bei einem Diabetologen war ich noch nie habe aber jetzt einen Termin auf den ich hoffnungsvoll warte.Eine lange und Umfassende Krankheitsgeschichte begleitet mich aber hier spreche ich jetzt mal nur über meinen Diabetes.Ich bin so der Typ alle und alles ist wichtiger wie ich ich vergesse mich total und vergesse dann auch das spritzen wenn ich Zeit genug habe klappt das sonst nicht.Will hoffen das ich das mal in den Griff bekomme.Frage :Typ 1oder 2.ich war in einigen Kliniken wegen verschiedener Sachen manche Ärzte sagten das wäre Typ 1 weil ich ja durch eine Bauchspeicheldrüsen erkrankung den Zucker hätte……..Ich hoffe auch das wird hoffentlich vom Diabetologen geregelt.Stress macht Zucker das kenne ich auch mein Hausarzt nimmt mir das nicht ab.Ich habe so viel zu erzählen aber das kann ich hier nicht auf einmal alles schreiben.Es ist schön hier bei euch vor allem mal ernst genommen.Diese Tage melde ich mich mal wieder ich habe auch einige Fragen an euch.Bis die Tage alles Liebe Lydi

    1. Liebe Lydi,

      herzlichen Dank für Deinen Kommentar.

      Du hast Dich gefragt, wie Du die Artikel freischalten kannst. Es ist so: Bevor die Kommentare erscheinen, werden sie von unserem Redaktionsteam geprüft. Gerade bei hochsensiblen medizinischen Themen ist es uns wichtig, die Kommentare im Blick zu behalten und wenn nötig von einer Ärztin prüfen zu lassen und einzuordnen. Deshalb kann es manchmal bis zur Freischaltung etwas dauern.

      Viele Grüße
      Nicole

  10. Nach vielen Jahren Diabetes Typ 1 (57 Jahre) bin ich zu dem Schluss gekommen manchmal liegt die Lösung sehr nahe nur man sieht sie nicht oder traut sch nicht ein Möglichkeit zu erproben. Dies Achterbahn des Blutzuckers kenne ich auch. Nehmen wir folgende Theorie an: Wir spritzen Insulin in einem relativ weit gesteckten Rahmen. Durch Jahrelange Injektionen ist aber auch dieser Bereich „verstochen und löchrig“. Warum greift man dann nicht zu einer der früher so hoch gehandelten Stellen, statt Bauch wieder mal Oberschenkel und siehe da der Blutzucker benimmt sich wie man es von ihm erwartet. Bei genauer Einschätzung der KE’s und des Faktors und unter Berücksichtigung des aktuellen BZ-Wertes, mit der Planung der Aktivitäten, bekommt man Musterwerte

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