Mit Typ-1-Diabetes (zurück) in die Grundschule

Toni hat sich dazu entschieden, Grundschullehrerin zu werden. Doch wie lässt sich das eigentlich mit ihrem Typ-1-Diabetes vereinbaren?

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Bei diesem Titel habt ihr vielleicht gedacht, dass ich etwas über meine Grundschulzeit mit Diabetes schreibe. Oder?Darum soll es heute aber überhaupt nicht gehen. Stattdessen möchte ich euch erzählen, wie es ist, Diabetes zu haben und in der Grundschule zu arbeiten.Leider bin ich noch nicht ganz mit meinem Lehramtsstudium fertig, jedoch habe ich schon einige Praktika absolviert, bin als Begleitung mit auf Klassenfahrt gefahren und hatte letzten Herbst mein Praxissemester, in dem ich eigenständig unterrichten durfte.
Schriftzug: Zurück in die Grundschule
Quelle: Antonia Ahlers
Ich wurde jetzt schon häufiger gefragt, wie es eigentlich mit meinem Diabetes in der Schule aussieht, wie ich es dort handhabe und ob ich den Kollegen und Kindern von meinem Diabetes erzähle oder nicht.

Lehramt und Diabetes

Fangen wir erst einmal mit der Frage an, ob meine Kolleginnen und Kollegen Bescheid wissen.Im ersten Praktikum habe ich meiner Mentorin nicht direkt von Anfang an von meinem Diabetes erzählt. Sie hat es mehr beiläufig mitbekommen und fand sehr schade, dass ich mich ihr nicht von Anfang an anvertraut hatte. Es kam mehr so nebenbei heraus, als ich zu Beginn einer Pause meinen Blutzucker gemessen habe, bevor ich rausgegangen bin. Meine Mentorin bekam das mit, sprach mich darauf an und wir sprachen darüber. Jetzt fragt ihr euch vermutlich, warum ich nicht direkt mit ihr darüber gesprochen habe. Das ist gar nicht so leicht zu sagen. Ich wollte wohl nicht auf meinen Diabetes beschränkt werden und auch nicht, dass man mich deshalb anders behandelt. Es war aber eine schlechte Entscheidung, denn so hätte niemand Bescheid gewusst, was zu tun ist, wenn mal etwas mit mir gewesen wäre.

Drüber sprechen!

In den folgenden Praktika habe ich das dann immer anders gehandhabt und direkt mit meinen Mentorinnen und Mentoren über meinen Diabetes gesprochen. Als ich dann letztes Jahr im September mein Praxissemester begonnen habe, sprach ich auch direkt mit meinen Mentorinnen darüber. Auch die Schulleiterin wusste darüber Bescheid. Allerdings nicht, weil ich es ihr gesagt habe, sondern weil sie mich schon seit der ersten Klasse kennt und Lehrerin an meiner früheren Grundschule war.
Unterrichts-Tafel
Quelle: Antonia Ahlers
Einen Sonderstatus hatte ich durch die „Bekanntgabe“ meines Diabetes zum Glück nicht. Diesen wollte ich auch auf keinen Fall haben. Es war nur wichtig, dass meine Mentorinnen und alle Lehrkräfte, mit denen ich zusammengearbeitet habe, wissen, dass ich Diabetes habe. Wäre ein Notfall eingetreten, hätten sie mir situationsgerecht helfen können. Zusätzlich konnten sie so auch besser nachvollziehen, wenn ich z.B. nach einer Blutzucker-Achterbahn-Nacht etwas ruhiger und nicht ganz so gesprächig war.Mein Glück im Praxissemester war, dass ich nur ein paar Unterrichtsstunden die Woche hatte und nie allein im Unterricht war. So hatte ich einmal einen Tag, an dem ich lauter „Hypos“ hatte und mein Wert wollte sich nicht stabilisieren. Meine Mentorin war dann so lieb und sprang für mich ein. Zum Glück sollte ich eh nur den Stundeneinstieg gestalten, weshalb sie den Rest der Stunde eh selbst durchgeführt hätte. Später, wenn ich fertig ausgebildet bin, geht das natürlich nicht so einfach. Das ist mir sehr bewusst. In diesem Fall war es einfach Glück und wirklich von Vorteil, dass ich vorher mit allen darüber gesprochen hatte.

Was ist mit den Kindern?

Erzähle ich den Kindern in der Schule von meinem Diabetes und wie gehen diese damit um?Bisher habe ich es den Kindern noch nie als Klasse gesagt. Das ergab sich zum einen einfach nicht und zum anderen war ich ja nur für eine begrenzte Zeit in den jeweiligen Klassen. Im ersten Praktikum „versteckte“ ich meinen Diabetes noch regelrecht (ich informierte ja nicht mal meine Mentorin). Bei allen anderen Praktika und auch im Praxissemester versteckte ich den Diabetes nicht mehr. Ich trug die Pumpe sichtbar, aber nicht auffällig und auch das Blutzuckermessen war kein Geheimnis. Natürlich sahen mich die Kinder beim Messen oder wenn ich einen Bolus abgab. Sie stellten teilweise auch Fragen, die ich ihnen dann natürlich wahrheitsgemäß und kindgerecht beantwortete.Die Kinder selbst sind sehr positiv damit umgegangen und es war kein Thema mehr für sie, sobald all ihre Fragen beantwortet waren. Sie sind viel freier von Vorurteilen als die meisten Erwachsenen und das ist mit einer der Gründe, weshalb ich so gern mit Kindern arbeite.
Diabeteszubehör im Unterricht
Quelle: Antonia Ahlers
Wie ich es später mal machen werde, wenn ich fest an einer Schule arbeite, weiß ich noch nicht. Fest steht aber, dass die Kinder Bescheid wissen sollen, für den Fall, dass mal etwas passiert. Natürlich wollen wir das nicht hoffen. Ein weiterer Grund ist noch, dass man immer ehrlich sein sollte mit den Kindern. Natürlich will ich ihnen nicht mein ganzes Leben erzählen, denn das geht sie ja nichts an, aber ich möchte auch keine Ausreden erfinden müssen, wenn die Pumpe mal vibriert und einen Blutzucker verlangt oder sich eine „Hypo“ ankündigt und ich mal eben schnell einen Schluck Saft trinken muss.

Alarm!

Damit kommen wir dann auch schon zur letzten Frage: „Was machst du, wenn sich im Unterricht deine Pumpe meldet?“Im Unterricht habe ich meine Insulinpumpe bisher immer auf lautlos bzw. auf Vibration gestellt, damit das Piepen nicht den Unterricht stört. Auch in Zukunft werde ich das weiterhin so handhaben. Einfach aus dem Grund, dass ein Piepen eine Unterrichtsstörung ist und diese gilt es, so gut wie möglich zu vermeiden. Schließlich möchte ich ja auch keine Störungen wie außerunterrichtliche Gespräche, Zwischenrufe o.ä. in meinem Unterricht haben.Meldet sich die Pumpe dann doch einmal während des Unterrichts mit einer Vibration, dann schaue ich kurz drauf, lese die Meldung, drücke sie weg und kümmere mich darum, sobald ein Moment Zeit dafür ist. Dieser Moment ist entweder sofort oder einfach ein paar Minuten später, wenn die Klasse zum Beispiel einen Arbeitsauftrag hat und selbstständig arbeitet. Natürlich kommt es auch immer darauf an, was genau die Pumpe möchte. Kündigt sie eine „Hypo“ an, dann kümmere ich mich auf jeden Fall sofort darum, damit der Blutzucker nicht noch weiter sinkt. Möchte die Pumpe nur eine Kalibrierung oder aus anderem Grund einen Blutzuckerwert, dann kann sie auch noch ein paar Minuten warten.
Schriftzug: Aufklärung
Quelle: Antonia Ahlers
Was ich ansonsten noch erzählen kann, ist, dass ich gemerkt habe, wie viel Unsicherheit, Verwirrung und teilweise auch Angst bei einigen Lehrkräften vorhanden ist, was das Thema Diabetes angeht. Vor allem dann, wenn ein Kind betroffen ist. Aufklärung und Reden hilft aber eindeutig sehr.Letzten Sommer war ich als Begleitung mit auf einer Klassenfahrt. Betreut habe ich ein Mädchen, das Diabetes hatte. In der Klasse gab es ganze drei Kinder mit Diabetes. Eines der anderen Kinder hatte einen Elternteil zur Betreuung dabei und das andere hat jeden Tag zu festen Uhrzeiten mit den Eltern telefoniert. Alle drei haben diese Klassenfahrt super gemeistert. Abends durfte ich mit allen Lehrkräften und Betreuern zusammensitzen und so entstanden viele interessante Gespräche.

Der Austausch mit Lehrkräften

Bei den meisten ging es um den Schulalltag, das Unterrichten, sie gaben sowohl mir als auch einem anderen Betreuer viele tolle Tipps fürs spätere Lehrersein. Wir haben aber auch über das Thema Diabetes gesprochen. Wie man im Schulalltag damit umgehen sollte, wie ich damals in der Schulzeit damit umgegangen bin usw. Ich konnte ihnen ein wenig die Sorgen nehmen, die nun mal entstehen, wenn man ein Kind mit Diabetes in seiner Klasse hat und sich nicht wirklich mit dem Thema auskennt. Während all dieser Gespräche habe ich gemerkt, wie wichtig doch das Thema Aufklärung ist. Im Lehramtsstudium ist es leider nicht möglich, das Thema Diabetes zu behandeln. Dafür ist das Studium schon viel zu vollgepackt. Es wäre aber sicher hilfreich, wenn es freiwillige Seminare, Fortbildungen oder Ähnliches geben würde, bei denen sich Lehrkräfte und Pädagogen informieren können.Aufklärung ist in Bezug auf das Thema „Diabetes in der Schule“ meiner Meinung nach sehr wichtig und findet bisher zu wenig statt. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass sich das ändern wird. Ein paar Ideen schwirren auch schon in meinem Kopf umher. Mal sehen, ob und wie sich etwas davon umsetzen lässt.

Wie ist es bei euch?

Erzählt doch mal… Seid ihr vielleicht Lehrerin oder Lehrer? Was für Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie geht ihr mit eurem Diabetes in der Schule um? Und falls ihr einen anderen Beruf ausübt, wie handhabt ihr es dort mit eurem Diabetes?Liebe GrüßeEure Toni
Was tun, wenn mein Diabeteskind Unterstützung in Kindergarten oder Schule braucht? – Antje berichtet über die unterschiedliche Handhabung von Eltern und Betreuungskräften und mögliche Unterstützungen.

8 Kommentare zu “Mit Typ-1-Diabetes (zurück) in die Grundschule

  1. Ich bin schon lange Lehrerin mit Typ 1 Diabetes im Gepäck. Früher mit Pen, dann mit Libre Sensor und Pumpe, jetzt mit closed Loop unterwegs. Meine KollegInnen waren immer informiert…. Das war schon aus Sicherheit wichtig… Die liebe Kollegin in der Nachbarklasse hatte immer auch ein Traubenzückerchen für mich in Reichweite. Auch die Kinder meiner Klasse waren über grundlegende Dinge informiert… “Frau P….. Du piepst! Iss mal ein Gummibärchen…. Kriege ich auch eins?!” war schon mal zu hören… …. Mit dem jetzigen closed Loop fühle ich mich noch um ein vieles sicherer. Der Bz ist stabiler… Denn wer will schon vor der Klasse oder beim Elternabend vor versammelter Mannschaft unterzuckern?!

    1. Vielen lieben Dank für das Mitteilen deiner Erfahrungen. Genauso wünsche ich mir das für die Zukunft auch. Schließlich ist es so viel einfacher, wenn man offen damit umgeht bzw. umgehen kann. Wie und vor allem wann hast du das Thema denn bei den Eltern angesprochen? Oder hast du es überhaupt angesprochen? Das stelle ich mir nämlich gar nicht so leicht vor. Schließlich haben ja doch viele Erwachsene Vorurteile, was den Diabetes betrifft.

      Liebe Grüße
      Toni

  2. Liebe Toni,
    ich habe deinen Beitrag schon vor ein paar Tagen gelesen und dachte mir, genau so fühle ich mich im Moment. Ich habe nun seit fast einem Jahr Typ 1 Diabetes und bin gerade im Praktikum an einer Schule für Kinder mit einer Sprachbehinderung, v.a. im Grundschulalter. Mir fällt es ziemlich schwer offen mit der Diabetes umzugehen. Meinen BZ sannen mache ich wenn mich gerade niemand anschaut und beim Mittagessen spritze ich mein Insulin vorsichtig unter dem Tisch. Ich weiß es selber nicht so genau, warum ich mir da so schwer tue. Vermutlich liegt es aber daran, dass ich es selbst noch nicht so richtig akzeptiert habe, dass ich die Krankheit habe. Auf der anderen Seite fühle ich mich möglichen Fragen nicht gewachsen und wüsste gar nicht genau, was ich sagen soll… Vielleicht hast du oder auch andere Betroffene einen Tipp, wie ich besser damit umgehen kann. Liebe Grüße Lea

    1. Ich denke, dass das mit der Zeit noch kommt. So lang hast du den Diabetes ja noch nicht. Gib dir einfach etwas Zeit. Wichtig ist, dass man den Diabetes erstmal selbst akzeptiert. Und dann denk daran, dass dir Kollegen im Notfall besser helfen können, wenn sie wissen was mit dir los ist.
      Aber wie gesagt… das braucht manchmal etwas Zeit. Gib sie dir.

      Liebe Grüße, Toni

  3. Mein Typ1 “Leo” begleitet mich nun seit zwei Jahren. Ich bin Erzieherin und arbeite in einer Kita. Meine Kolleginnen hatte ich von Anfang an eingeweiht, zumal ich bei Diagnosestellung ins Krankenhaus musste und danach noch einige Zeit ausfiel und dann über ein Wiedereingliederungsverfahren zurück in den Dienst kam. Also anfangs nur 2 Std/Tag arbeiten, darrauf die Woche 3 Std, dann 4…
    Dass meine Kolleginnen darüber Bescheid wissen, ist mir wichtig, da sie einen Notfall einordnen könnten. Ich habe ihnen in Teambesprechungen auch mit einem abgelaufenen Hypokit gezeigt, wie man das auspackt und wie man die Spritze aufzieht, so dass die Kolleginne, die sagten, dass sie sich trauen im Notfall damit zu hantieren, dies wissen. So etwa jedes halbe Jahr würden wir das wiederholen. Auch wie man mit dem freestyle libre2 misst, wissen sie. Denn es kann ja auch mal sein, dass man aufgrund Kreislaufproblemens umkippt, bie Hitze. Dann können sie nämlich mit dem Scanner messen und wüssten: “ah, ok, der Blutzucker ist es nicht.” Alles , was zuvor festgestellt wird, hilft ja auch dem RTW.
    Bisher kam so ein Set zum Glück noch nie zum Einsatz, aber es liegt immer eines in der Kita an seinem Platz. Die Kolleginnen wissen auch, wo ich Traubenzucker usw. aufbewahre, so dass sie mir notfalls etwas holen könnten.
    Wenn man offen damit umgeht, ist es doch für alle Beteiligten einfacher. Man selbst muss nicht unnötig herumdrucksen – wozu auch?! Wir haben uns diese Erkrankung doch nicht ausgesucht! Und die TypFs wissen unsere einstweiligen Besonderheiten (Konznetrationsschwierigkeit, langsameres Reden, schlapp und blass sein usw) gleich zu deuten und hätten nicht den Eindruck, dass wir bei Gesprächen desinterressiert seien oder so.
    Die Kinder wissen auch insofern Bescheid, da sie ja den Sensor an meinem Arm sehen bzw. im Winter fühlen, wenn ein langer Pulli drüber ist. Da kamen natürlich anfangs Fragen, warum ich das hab und was das da macht und ob das Lesegerät dazu ein Handy sei. Oder sie fragen: “Wann piept das denn? Musst du jetzt Traubenzucker essen? Alles gut?”
    Wenn ich Zuckriges zu mir nehmen muss, dann mache ich das, dass die Kinder das nicht so sehen, denn sonst müsste ich gleich mal was für die ganze Gruppe ausgeben ;D oder wenn sie in der Nähe sind, mache ich das ganz beiläufig, nehme LiquiFit, was ja nicht gerade wie Haribo aussieht und wenn sie große Fragezeichen in den Augen haben, sage ich, dass ich das jetzt mal schnell zu mir nehmen musste, damit es mir weiterhin gut geht und ich nicht zu schlapp werde. Kindern im Kitaalter ist Diabetes ganz schwierig zu erklären. Man kann ja nicht arg differenzierte, ausführliche Zusammenhänge schildern. Darum erkläre ich denen, die es genauer wissen wollen, dass ich manchmal schnell etwas zuckriges essen oder trinken muss bzw. beim Essen eine Medizin spritzen muss, da mein Körper das leider nicht mehr von alleine regelt. Das reichte ihnen als Erklärung.
    Genrell ist es eh ein guter Ansatz: wenn man sich fragt, wieviel Erklärung das Kind zu etwas benötigt, erkennt man das gut daran, wieviel das Kind nachfragt. Kinder fragen egtl von selbst so lange nach, bis sie einen bisher unbekannten Sachverhalt für sich einordnen können. Wenn man da entsprechend empathisch auf die Kinder eingeht, wird man sie weder unter- noch überfordern; das spürt man, wieviel sie wissen möchten oder auch sollten, um nicht aufgrund ungelöster Fragen besorgt zu sein.
    Denn Kinder sind oft auch sehr besorgt um ihre ErzieherInnen/LehrerInnen – das darf man nicht unterschätzen! Nur weil ein Kind vllt nichts sagt, heißt das nicht, dass es unbesorgt ist.
    Vor allem am Anfang, als ich wieder anfing mit der Arbeit, konnte ich deutlich spüren, dass die Kinder Sorge hatten, dass ich wieder lange weg sein könnte! Gesagt haben sie das so nicht wortwörtlich.
    Achtet auf die Worte zwischen den Zeilen und auf Körpersprache!

    Kleine Spaziergänge mit der Gruppe im nahen Umkreis der Kita habe ich schon mitgemacht, wobei das nur geht, wenn wir mit drei Kolleginnen dabei sind. Zwei müssen es ja immer zur Aufsicht sein. Wenn ich also bspw unterwegs unterzuckern würde, könnte ich notfalls mich auf eine Bank setzen und nachkommen.
    In den Wald bin ich bisher nicht mitgegangen; ist mir noch zu heikel.

    Ansonsten kann es immer mal sein, dass ich spontan etwas delegieren muss – bspw im Mittags-Stuhlkreis, wo Lieder gesungen und Bewegungsspiele gemacht werden. Wenn ich da unterzuckere, muss ich ja auch sofort reagieren und eine Kollegin übernimmt.
    Es ist mit natürlich unangenehm, wenn andere für mich einspringen sollen, ich Hilfe anfordern muss, aber sie tun dies gern und ich hab da die volle Unterstüzung. Es ist auch niemand sauer, wenn ich mal etwas verspätet zum Dienst komme, da ich wegen miesem Blutzucker noch nicht loskam. Allerdings kann ich keinen Frühdienst machen, also ab dann, wenn Kita öffnet. Denn wenn man dabei ausfällt, wäre natürlich ganz blöd. Daher bin ich in anderen Dienstzeiten eingeteilt.
    Ich wünsche auch Euch Mut für den offenen Umgang und wohlwollende KollegInnen, die Euch unterstützen!

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich finde super, wie du damit umgehst. Und du hast recht… bei Kindern muss man da wirklich einfach schauen, was sie wissen möchten und auf sie eingehen. Das ist vermutlich das Beste und Einfachste was man machen kann. Danke für deine Erfahrungen!

  4. Liebe Toni,
    ich selbst studiere auch Grundschullehramt und habe schon einige Praktika, ein FSJ und ein Praxissemester hinter mir. Tatsächlich habe ich bisher meinen MentorInnen sofort von meinem Diabetes erzählt. Zum Einen weil ich nicht wollte, dass der Blick auf die Pumpe oder das CGM im Unterricht als unhöflich oder Langweile aufgefasst werden könnte und auch einfach aus dem Sicherheitsgefühl heraus, dass jemand Bescheid weiß, falls etwas passieren sollte. Dabei wurde der Diabetes immer als meine Stärke aufgefasst und glücklicherweise habe ich noch nie negative Erfahrungen gemacht bezüglich der Reaktionen auf meinen treuen Begleiter. Vor einer Prüfung kläre ich auch immer meine Dozenten über die technischen Hilfsmittel auf. Auch hier sind die Reaktionen immer positiv. Die Pumpe trage ich fast immer offen am Hosenbund, den Sensor allerdings bisher immer verdeckt am Bauch. Manchen Kindern ist die Pumpe aufgefallen und haben mich danach gefragt. Den Aufmerksamen habe ich dann schnell und kindgerecht erklärt für was das Gerät gut ist. Aber ich habe das auch noch nie öffentlich vor einer gesamten Klasse angesprochen. Generell hatte ich noch nie das Gefühl, aufgrund des Diabetes “abgestempelt” worden zu sein. Die meisten Kommilitonen von mir wissen z.B. von meinem Diabetes, aber sagen immer, dass sie es im Umgang mit mir vergessen. Ich bin gespannt was die Zukunft noch für Erfahrungen bringen wird. Mich würde zuletzt noch interessieren, ob die gestandenen LehrerInnen mit Diabetes den Eltern dies offen kommuniziert haben und wie diese reagiert haben?
    Ich finde den Austausch ganz toll und hatte großen Spaß die anderen Kommentare zu lesen! 🙂
    Liebe Grüße
    Kristin

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