1000 Dinge, die den Blutzucker beeinflussen

Jeder Körper ist anders. Und so reagiert auch der Blutzucker in verschiedenen Situationen bei dem Einen ganz anders, als bei dem Anderen.

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Immer wenn ich Kopfschmerzen oder ähnliche scheinbar unerklärliche Symptome aufweise, kommt von meiner Mutter: „Kann das nicht am Diabetes liegen?“
Auch wenn ich es amüsant finde, dass laut meiner Mutter an allem entweder das Wetter oder Diabetes Schuld ist, so ganz stimmt das natürlich nicht.
Dafür gibt es eine ganze Menge an Umwelteinflüssen, die den Diabetes ins Chaos stürzen und unsere Blutzuckerwerte auf Trab halten.

#1 – Die Jahreszeiten! Mit steigender Temperatur, sinkt mein Insulinbedarf

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Jetzt, wo das Wetter langsam wärmer wird und man den Pullover gegen T-Shirt und kurze Hose austauscht, findet auch ein Wechsel in der Diabetestherapie statt.
Pünktlich zum Sommer fährt sich mein Insulinbedarf herunter – ich muss meine Basalrate und Bolusfaktoren anpassen, um nicht zu unterzuckern.
Das liegt zum einen daran, dass Insulin bei Wärme schneller wirkt, ein großer Teil ist aber wohl auch auf mehr Bewegung an der frischen Luft und weniger Appetit bei Hitze zurückzuführen.
Genau so steigt der Bedarf an Insulin wieder an, wenn die stürmische Jahreszeit folgt, in der man lieber eingekuschelt mit heißer Schokolade auf dem Sofa sitzt und Filme schaut.

#2 – Krankheiten

Zu den offensichtlichen Beeinflussern gehören auch Krankheiten.
Bei Fieber schießt nicht nur die Körpertemperatur in die Höhe, auch die Blutzuckerwerte verzeichnen eine unangenehme Spitze und sind nur schwer zu korrigieren.
Manchmal kann aber auch der umgekehrte Fall auftreten, die Blutzuckerwerte sind bei einer Krankheit im Keller, und wenn sowieso schon Appetitlosigkeit herrscht, ist es gleich doppelt schwer, diese wieder auf ein gesundes Level zu bringen.
Besonders lästig bei Krankheiten sind leider auch die Symptome, die Hypo- und Hyperglykämie mit sich bringen, oder die fehlende Sensibilität, diese zwischen den Krankheitssymptomen überhaupt noch wahrzunehmen.

#3 – Adrenalin! Egal ob vom Stress oder der Achterbahn

Eine besonders interessante Reaktion des Blutzuckers findet sich häufig in Freizeitparks.
Das freigesetzte Adrenalin während einer Achterbahnfahrt bringt oft ein Wertechaos mit sich.
Vielleicht hat der geübte Achterbahnfahrer sogar eine extra Basalrate für den Fall?

Die Adrenalinausschüttung bei Stress jeglicher Art macht den Menschen mit Diabetes generell keine Freude.
Bei Aufregung, beispielsweise in einer Prüfung, kann man eine Unter- oder Überzuckerung nicht gut gebrauchen.

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Wenn man nur wüsste, dass der Wert bei Aufregung immer steigt oder immer sinkt!
Aber nein, bei mir und auch bei befreundeten Diabetikern wechselt es leider dauernd, so dass mehr Essen oder Korrigieren fatal wäre.

#4 …Der Liebe Alkohol

Eine Sache, bei der man unbedingt den Dreh raus haben sollte, ist Diabetes in Verbindung mit Alkohol. Dort gibt es kein Patentrezept – jeder Körper reagiert anders.
Doch selbst, wenn man keinen Alkohol trinkt, muss man nach einer durchfeierten Nacht aufpassen, dass sich die Werte nicht nach unten verabschieden.

#5 – Essen

Dass Essen – oder besser gesagt Kohlenhydrate und Proteine – den Blutzucker beeinflussen, ist nichts Neues.
Doch manche Gerichte wie zum Beispiel Nudeln, Pizza oder asiatisches Essen sind nicht so einfach zu berechnen, wie es scheint.
Während ich bei Nudeln nur für ungefähr die Hälfte an vorgegebenen KEs spritzen muss, ist es bei Pizza verzögert wohl eher das Doppelte.
So hat jeder Körper seine Eigenarten und ich finde es wichtig, dass dieses Wissen übernommen wird, vor allem von Ärzten und Nichtdiabetikern.

#6 – Wetter

Und zu guter Letzt spielt das Wetter eben doch eine Rolle!
Bei Wetterumschwung oder Vollmond tanzt mein Blutzucker gern mal aus der Reihe.
Dieses Phänomen benutze ich sehr gern, wenn ich wirklich keinen blassen Schimmer habe, wieso meine Werte so merkwürdig reagieren.
Das Wetter als Antwort hört sich einfach viel tiefgründiger an als Hormonchaos.

Kennt ihr noch andere verblüffende Situationen, in denen der Blutzucker ganz anders reagiert als erwartet?

4 Kommentare zu “1000 Dinge, die den Blutzucker beeinflussen

  1. die idee mit dem wetter find ich gut, den mond solltest du dir aber abgewöhnen
    (das versaut dir die ganze argumentation, wenn sie schlüssig klingen soll)

    gruß,
    armin

  2. Bei mir ist ein Unsicherheitsfaktor Sport. Ich versuche nach dem Frühstück mit einem vernünftigen Wert zu starten +/- 140. Was dann passiert ist nicht vorauszusehen: Abflug nach oben bis auf über 400 oder eine Hypo mit einer halben Packung Traubenzucker. Manchmal ist aber auch alles im Rahmen………
    Gruss Daxi

  3. Wetter und Jahreszeitenwechsel, bevor ich als Typ1 erkannt wurde hatte ich bereits seit frühester Kindheit Neurodermitis, Heuschnuppen etc. bei Jahreszeitenwechsel wird die Neurodermitis zB schlimmer, nun merke ich es auch bei Typ1 Diabetes grad der Umschwung Winter/zu früher Frühling ^^treibt meine Zuckerwerte nach oben… °°^^

  4. Das ist ja alles bekannt. Warum nicht Mal andersherum fragen: wie beeinflusst der Blutzucker mich? Bei zu hohem BL zum Beispiel totale genervtheit, klare und konzentrierte Gedankengänge, Hyperaktivität, Müdigkeit. Bei niedrigem BL aufgedrehtheit, Verwirrtheit und trotteligkeit. 😉

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