Unterzucker und Gewalt

Eine Unterzuckerung hat viele Gesichter; Schwitzen, Unruhe, impulsives Verhalten, Herzrasen, Zittern oder eben mit Gewalt, jeder reagiert unterschiedlich. Heike hat für euch recherchiert.

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Gewalt Fotolia

Beim letzten Einkauf hatte ich eine Begegnung der besonderen Art. Beim Gemüsestand im Supermarkt kam ich mit einer Mutter von zwei kleinen Kindern ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie geschieden ist und nun ihre zwei Kinder alleine erzieht. Ihr Ex-Mann sei gewalttätig zu den zwei Kindern gewesen. Das war der entscheidende Grund für die Trennung!

Gewalttätig wegen Unterzuckerung?

Mich selbst als Mutter und Diabetikerin hat diese Geschichte nachdenklich gemacht. Denn ihr Ex-Mann war ein Typ-1-Diabetiker und hatte anscheinend öfters Unterzuckerungen. Die Frage, die sich mir als Schlussfolgerung stellte: „Kann ein Typ-1-Diabetiker während eines Unterzuckers gewalttätig werden? Kann er dabei gegenüber anderen Menschen aggressiv werden und andere Menschen auch schädigen?“ Ich selbst hatte neben meiner Tochter auch schon eine tiefere Hypoglykämie mit Krampfanfall (siehe meinen Artikel Hypoalarm im Elternbett!). Aber kann man bei einer Unterzuckerung gewalttätig werden?

Unterzuckerung

Bei einer Unterzuckerung das eigene Kind gewürgt

Ich recherchierte im Internet zum Thema Diabetes, Unterzuckerungen und Gewalt. Ich entdeckte ein paar spannende Kommentare zu diesem Thema. Ich selbst werde während einer Hypo erst dann aggressiv, wenn man mir helfen will und mich anfasst (klingt bekloppt, ist aber so!) und wissen tue ich hinterher ab einem gewissen Zeitpunkt nichts mehr davon.“ oder „Jeder Rettungssanitäter weiß wie jeder Arzt, der schon mal Notarzt gespielt hat, dass Diabetiker in einer schweren Hypo schon mit offenen Augen völlig bewusstlos und dabei motorisch absolut unkontrolliert sehr aktiv sein und gewaltige Kraft entwickeln können.“ oder „Ich lebe mit einer Diabetikerin seit 6 Jahren zusammen. Wir haben eine 2,5 Jahre alte Tochter. Vor ca. einem Jahr hat meine Lebensgefährtin das Kind, als sie unterzuckert war, gewürgt und sicher umgebracht, wenn ich nicht da gewesen wäre.“ (die Rechtschreibung in den Zitaten wurde korrigiert).

Schwitzen, Unruhe, impulsives Verhalten, Herzrasen oder Zittern

Eine Hypoglykämie oder ein niedriger Blutzuckerspiegel kann die verschiedensten Gesichter zeigen. Eine Unterzuckerung wird bei Diabetikern oft definiert als Blutzuckerwert unter 70 mg/dl (3,9 mmol/l). Vor allem für das Gehirn ist ein niedriger Blutzuckerspiegel sehr gefährlich. Das Gehirn ist auf den Zucker als Energiequelle angewiesen. Fehlt dem Gehirn Zucker, kann der Körper mit Anzeichen wie Schwitzen, Unruhe, impulsivem Verhalten, Herzrasen oder Zittern reagieren.

Je näher sich ein Diabetiker noch bei diesem Wert von 70 mg/dl (3,9 mmol/l) befindet, desto unscheinbarer sind seine Anzeichen einer Unterzuckerung. Sinkt der Blutzucker jedoch tiefer, werden die Symptome des Unterzuckers stärker. Schwere Unterzuckerungen können bis zu Krampfanfällen oder zu einer Bewusstlosigkeit führen.

Jeder Diabetiker reagiert anders

Wie jeder Diabetiker individuell auf seinen Blutzuckerspiegel reagiert, ist sehr verschieden. Ein Diabetiker zittert und schwitzt, einer wird schläfrig oder schweigsam, ein anderer versucht, individuell seine Energien loszuwerden.

unterzucker

Nicht zu vergessen Diabetiker mit Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen

Nicht vergessen darf man die Diabetiker, die ihre Unterzuckerungen nur noch schlecht wahrnehmen. Bei diesen Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen fehlen dem Diabetiker diese Anzeichen einer Unterzuckerung. Diese Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen können auftreten, wenn der Diabetes schon sehr lange besteht oder der Diabetiker schon gehäuft schwere Unterzuckerungen hatte. Dann werden die durch das Stresshormon Adrenalin ausgelösten Warnhinweise erst sehr spät oder überhaupt nicht mehr bemerkt. Dann kann ein Diabetiker zum Beispiel verwirrt sein oder nur noch eingeschränkt reagieren. Hier ist es extrem wichtig, sofort zu „handeln“ anstatt zu lange „nachzudenken“. Und das ist besonders in Gefahrensituationen wie im Straßenverkehr extrem wichtig, wo zuerst das Auto zum Stilltand gebracht werden sollte und dann sofort ein Traubenzucker gegessen. Mit einer Unterzuckerung Auto zu fahren, ist lebensgefährlich!

Warnung durch Pumpe oder Hund

Die neue Technik mit Pumpen und den neuen Zuckermessgeräten hat sich dieser Thematik angenommen. Behandelt man seinen Diabetes mit einer Insulinpumpe und einem Sensor, werden bei niedrigen Zuckerwerten Warnsignale abgegeben und derzeit eine Pumpe schaltet die Insulinabgabe temporär aus.

Ich selbst habe mich für einen Diabetes-Warnhund als meinen persönlichen Warnmelder entschieden. Daphne, mein Diabetes-Warnhund, warnt mich rechtzeitig, bevor ich in einen Unterzucker gerate.

Daphne und Unterzucker III

Der eine ist schweigsam, der andere impulsiv – wie bist du?

Doch zurück zum Thema Unterzuckerung und Gewalt. Jeder Diabetiker reagiert bei einer Unterversorgung des Gehirns mit Zucker – und genau das kann zu einer Hypoglykämie gehören – verschieden. Der eine ist schweigsam, der andere impulsiv. Habt ihr selbst Erfahrungen zu diesem Thema gemacht? Ich würde mich über eure Hypo-Geschichten freuen!

16 Kommentare zu “Unterzucker und Gewalt

  1. Einen Diabetiker, bei Unterzuckerung, als gewalttätig zu bezeichnen ist schon sehr weit hergeholt. Die Aggression hat ja bekanntlich andere Ursachen, als einen zu geringen Blutzuckerspiegel.

  2. … danke für deinen Kommentar! In Verbindung mit sehr tiefen Hypos kann ein Diabetiker – aus meiner persönlichen Erfahrung heraus – schon manchmal “agressiv” werden. Ich selbst hatte in früheren Jahren einige Hypos und mein Umfeld hat mir oft bescheinigt, dass ich teilweise sehr agressiv war. Zum Beispiel wenn ich mich geweigert habe, den Traubenzucker zu essen. Da gehörte dann schon psychologisches Feingefühl dazu, mir etwas Essbares zuzuführen.

  3. Bei Unterzucker aggressiv reagieren kann ich nachvollziehen, wenn es eine Situation ist, aus der ich mich befreien muss, weil ich meine Hilflosigkeit kommen sehe. Aktionen würde ich gleichzeitig unbedingt vermeiden, um Energie zu sparen. Also eher ruppige Antworten.

  4. Seit 56 Jahren bin ich Diabetiker Typ 1. BZ Werte von ca. 28 messe ich noch selbst und fühle mich dabei wohl. Im Laufe der Jahre hatte ich mehrere
    schwere Unterzuckerungen bis zur Bewußtlosigkeit. Dank meiner Familie
    wurde ich mit GlucaGen Spritzen behandelt. Gegen Versuche mit
    Traubenzuckerlösungen oder Coca.Cola wehre ich mich mit Bärenkräften.
    Natürlich kann ich mich daran nicht erinnern. Seit 4 Wochen überwache ich
    den Blutzucker mit FreeStyle Libre. Keine schweren Unterzuckerungen mehr.

  5. Aggression habe ich bei mir noch nie wahrgenommen. Ich reagiere bei Unterzuckerung verlangsamt, kann Zusammenhänge nicht mehr erfassen. Bei Unterzucker in der Nacht habe ich wirre Träume – bis ich extreme Schweißausbrüche habe und bisher immer registriert habe “Unterzucker”!!! Außenstehende, die von meinem Diabetes wissen, weisen mich auf eine wohl bestehende Unterzuckerung hin. Ich teste dann sofort brav und reagiere.

  6. habe seit 40 j. typ 1 hatte viele unterzuckerungen als landwirt, durch stark wechselnde körperliche tätigkeit. war oft agressiv gegen helfende personen. höhepungt, eingetretene tür,ich weis noch alles aber nicht warum. seit 3 j. dex com mit animas vibe seit her alles ok.

  7. Habe seid 19 Jahren Typ I. Wenn ich in eine Hypo komme, versuche ich oft “noch eben etwas fertig zu machen” D.h. ich warte oft zu lange und reagiere nicht mehr vernünftig. Wenn dann mein Mann mahnt, mich auf die für ihn schon sichtbaren Symptome anspricht, reagiere ich oft aggressiv und uneinsichtig. (z.B. heute vormittag 🙁 ) Ich habe so lange rumgezickt, bis meine Knie nachgegeben haben und er mir ohne Gegenwehr Traubenzucker geben konnte. Hmm, hinterher bin ich eigentlich meistens friedlich…….,

    Liebe Grüsse Daxi

  8. Habe das hier gesehen im Netz und muss leider mal meinen Kommentar dazu loslassen. Und Ihr werdet alle Schreien und denken was ich für ein Mensch bin … Mir egal.

    Das mit der Aggressivität kann ich leider bestätigen. Der Diabetes meiner Frau ist mit 3 Jahren festgestellt worden. Wir haben einen Hypo-Warnhund, der Unterzuckerung feststellt, da die Wahrnehmung meiner Frau beeinträchtigt ist in dieser Hinsicht. Impulsives, herabschätziges und unwürdiges Verhalten ist meist noch das Anfangsstadium. Ich habe selbst Krampfanfälle mit erlebt, habe Schläge abbekommen. Hypokit ja, aber vergesst die Illusion, dass das dann einfacht hilft! Notzarzt als erstes!!! Dann Hypokit und selbst das kann nicht ausreichend sein! Meine Frau hat es geschafft, die gesamten Vorräte eines RTW zu “verbrennen”. Krankenhaus, Schockraum, volles Programm. Mehrfach. Uns kennen eh schon alle Sanis und Ärzte hier persönlich. Total toll. Einige freuen sich manchmal schon, unsere Hunde wieder zu sehen. Unglaublich. Und im übrigen. Mich nevt diese blöde Bagatellisierung, die aggressive Diabetiker immer betreiben: War überhaupt nicht so schlimm! Du hast kein Diabetes, also hast Du keine Ahnung, halt die Klappe! Das bekommt man als Helfender nachher auch noch um die Ohren! Meine Frau hat mich schon ausgezählt, weil ich einen RTW gerufen habe und dadurch nachher Kosten entstanden sind. Wäre alles ja nicht schon schlimm gewesen. Und der Notarzt hat mich zu Sau gemacht wie denn trotz Pumpe so eine schwere Unterzuckerung zustande kommt nachts. Ich hätte am Liebsten geschriehen: “Wegen der Pumpe, der falschen Einstellung, vielleicht weil ein Infekt gerade die Einstellung beeinflusst, was weiß ich du Amateur!”. Der hat nicht mal begriffen was ne Unterzuckerung ist und wie sowas wirklich entsteht. Der hat auf das Hypokit geglotz als hätte ich ein Verbrechen begangen. Erst der Kollege im Krankenhaus hat den Amateur mal aufgeklärt und erklärt, das ansonsten alles noch übler geworden wäre. Wollte der Amateur nicht einsehen. Schon Scheiße, wenn man im Studium nicht aufpasst und nachher meint, man wäre Arzt. Wer immer das liest, seid mir nicht böse, bei allem Verständnis und Respekt: Denkt auch mal an die, die mit Euch leben und Euch unterstützen. Mir ist klar, dass es eine schwierige Krankheit ist, aber sie rechtfertigt es auch nicht, den Helfenden nachher noch im eigenen Stolz das Helfen vorzuwerfen. Ich jedenfalls bin mittlerweile mit meiner Kraft am Ende, was das betrifft.

    1. Habe deine Kommnetar leider erst jetzt so spät gelesen! Ich muss dir aber sagen – meine Hoctachtung an dich, dass du dich so toll um deine Frau kümmerst. Es ist sicher oft nicht einfach … Ich kann das sehr gut nachempfinden. Mein Partner und ich durchlebten aufgrund von Hypos auch schon etliche Krisen. Alles Gute für Dich und deine Familie!

    2. Hallo,

      es geht darum, dass Mensch hier oft diskriminiert wird in dieser Gesellschaft wegen Krankheit und sich nicht daran gewöhnen mag , dass andere ihm helfen . Ich wurde schon oft komisch angeschaut oder es wurde sich über die Krankheit bei mir oder als es keiner wusste , belustigt oder mir wurde unterstellt ich sei aggresiv oder betrunken und es wurden Gerüchte verstreut ; sogar wenn man es erklärt hören die Leute NICHT zu. Es ist einfach nur runterziehend und , dass deine Frau Angst hat dich zu verlieren, weil sie das Gefühl hat zur Belastung zu werden, kann schon ziemlich zerstörerisch sein. Kein Mensch möchte sich auf eine Krankheit oder anderes reduzieren lassen, nur meistens ist es in dieser Gesellschaft leider so , dass es so ist .

      Dass du hier alle in einen Topf wirfst , ist übrigens auch keineswegs ein besseres verhalten.

      Die meisten mit Typ 1 wollen das möglichst alleine schaffen, es ist schon Dankbarkeit und Respekt, dass in Deutschland die wenigsten bei einer chronischen Krankheit rumjammern und Hilfe wollen. Und wenn es wirklich notwendig ist , wird sich oft noch darüber belustigt und man wird nachgeäfft etc.

    3. Oh ja, Agressionshormon bei UZ. Mein Freund ist seit 26 Jahren Typ 1er… Was hier für Worte fallen wenn er unter 2,5 rutscht. Unglaublich. Ebenso unglaublich schwer, sich das nicht zu Herzen zu nehmen. Vor allem wenn ein “tief Luft holen” schon als Angriff gewertet wird… Irgendwann ist es eben auch einfach Mal gut mit verzeihen, den Entschuldigungen, dem “ich meine das dann garnicht so”. Wer regelmäßig unter die Gürtellinie beleidigt wird und nebenbei noch das Kind schützen muss, trägt auch Schäden davon in der Seele. Es tut weh, ganz egal, welche Intention dahinter steht…

      Und zum Thema Sanis und Ketoazidose: Hatten wir auch schon. Ich hab dann den Typen hysterisch angebrüllt, dass sowas TÖDLICH enden kann. Als er dann geguckt hat wie die Kuh wenn es donnert, hab ich die RTW Tür zugeknallt und bin wieder rein… Sonst hätte ER einen RTW gebraucht.

      Auch wenn du dir davon nix kaufen kannst: Du bist nicht allein.

      Ich denke mittlerweile über Trennung nach… Du auch?

  9. Ich lebe seit wenigen Jahren mit einem Typ1-Diabetiker zusammen und habe mit ihm eben die zweite schwere nächtliche Unterzuckerung erlebt. Der Notarzt ist gerade weg. Und mein Adrenalin noch hoch, außerdem muss ich den Rest der Nacht aufpassen, deshalb lese ich hier im Netz. Kann ja nur helfen, die Erfahrungen anderer zu kennen. Ich kann bestätigen, dass es ein unheimlich dramatisches Erlebnis ist, seinen Partner krampfen zu sehen und das ist bei eine Hypo irgendwie anders, unheimlich eben. Weit aufgerissene Augen und doch nicht da. Der ganze Körper zuckt und macht unkontrollierte Bewegungen. Er entwickelt unglaubliche Kräfte, hat Angst und ist panisch, so dass ich ihn nicht anfassen kann. Er erschrickt dann so, dass er um sich schlägt. Traubenzucker verweigert, meine Hand wegschlägt. Aufgewacht bin ich heute weil er Laute von sich gab und zu zucken begonnen hat. Auf meine Frage was ist los konnte er nicht mehr antworten. Da es das zweite Mal war, wusste ich wengistens was tun und heute hat er sowohl Fruchtsaft als auch Traubenzucker genommen. Wurde ruhig und schien wieder bei Bewusstsein. Aber der BZ-Spiegel ist nicht gestiegen. Der Sensor sagte Low…..Tendenz fallend, also nochmal Fruchtsaft, nochmal Plättchen. Insgesamt 600 ml Saft und 8 Plättchen. Und gerade als ich denke es wird wieder, ihm sage dass ich auf ihn aufpasse und alles gut wird, und ihm den Schweiss abwische fängt er plötzlich wieder an noch viel massiver zu krampfen und zu schreien. Jetzt verwende ich das GlukoKit aber noch bevor es wirken kann ist er eindeutig ohnmächtig und die Atmung schwer und schlecht. Schaum vor dem Mund. Das alles geht ganz schnell. Notarzt angerufen. Bis der kommt gefühlte Ewigkeit und mein Freund schaut sehr schlecht aus. Weiss, schweissig. Das Gesicht eine verzerrte Maske. Dann zwischendurch wach aber völlig verwirrt und panisch. Er bekommt dann einen venösen Zugang und Glukose direkt hinein und parallel steigt jetzt endlich der BZ auf einen messbaren Wert und schließlich auf 40 mg %. Und langsam wird er wieder wach. Notarzt entscheidet nach längeren Gesprächen und 150 BZ dann das wir das packen. Und jetzt halte ich Nachtwache. Was ich gelernt habe: vor dem GlukoKit rufe ich nächstes Mal – denn das wird es geben – den Notarzt, es hat nicht viel gebracht glaube ich. Hatte mich so darauf verlassen. Zweitens: die Pumpe sofort abmachen. Darauf bin ich in meiner Angst nicht gekommen, dass hat dann der Rettungssanitäter. Dabei bin ich jetzt keine Doofe. Aber das naheliegendste sieht man oft nicht. Und noch ein Wort zu aggessiv: ja, ganz sicher, aber eher bei Hyper, bei Hypo ist er tagsüber der alberne Typ. Das beim krampfen empfinde ich weniger als aggressiv – das kommt mir eher wie Angst vor, er schaut mich an, erkennt mich gar nicht, sieht in mir aber die Gefahr die er ja zurecht verspürt und will mich von sich wegstoßen. So, genug für heute. vielleicht findet sich jemand hierin wieder. Liebe Grüße.

    1. Liebe Susi,
      vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar! Ich kann dir nur sagen, mit einem Diabetiker zusammen das Leben zu meistern, erfodert viel Geduld! Es ist oft eine Herausforderung … Trotzdem – die Technik erleichtert heutzutage vieles (CGM Systeme). Wichtig ist immer das Reden. Sich für die Probleme des Gegenüber zu interessieren. Im Falle einer schweren Hypo heisst es, einen klaren Kopf bewahren. Vielleicht für das nächste Mal schon voraus zu planen, bereden, was getan werden kann (Pumpe abschalten, Notfallspritze etc.). Alles Liebe und viel Glück für euch beide!!!

  10. Liebe Heike, ich hätte ja gern noch meine Tipp- und Rechtschreibfehler verbessert, aber ich komm an den text wohl nicht mehr hin…liebe Grüße von Susi. Du und dein Baby – ihr schaut sehr süß aus!!

  11. Hallo Liebe Heike,
    ich bin nun seit etwas mehr als 3 Jahren mit einem Typ 1 Diabetiker zusammen. Für mich war das ganze komplettes Neuland. Spätestens als wir so weit waren, dass ich einige Male bei Ihm übernachtet habe, wurde mir bewusst, was Diabetes mellitus wirklich für eine Krankheit ist. In 3 Jahren mehrere schwere Unterzuckerungen. In einer dieser Situationen, war er allein (!!!) Zuhause und hatte sich mit letzter Kraft vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer gezerrt, um irgendeinen Kontakt auf seinem handy erreichen zu können. Als ich zu ihm in die Wohnung kam, sah es aus wie auf einem Schlachtfeld. Erbrochenes auf seinem Laptop, das handy in der Ecke und er konnte weder reden oder sich bewegen. Danach folgte ein 3-Wöchiger Krankenhausaufenthalt zur Neueinstellung (er hat eine Insulinpumpe). Knapp 2,5 Jahre später- Ich schreibe heute, weil ich Angst habe. Heute Nacht hat er mich förmlich aus dem Schlaf “gerissen”, indem er sich heftig bewegt hat und laut wurde und etwas zu mir sagte und dabei eindeutig wütend war, ich fragte ihn was denn los sei, daraufhin erwähnte er in einem Satz etwas mit Messer und Hals, bewegte sich weiter heftig und schubste mich dabei fast aus dem Bett. Es war einfach nur beängstigend ich habe ihn so noch NIE-wirklich noch NIE dabei solch komische Dinge sagen hören, dachte er träumt irgendetwas und ist verwirrt. Bis es klick gemacht hat. Vielleicht kennt ihr das, wenn man sich in einer entspannten Schlafphase befindet und noch nicht ganz da seid. Mir war aufgrund der Art mit der ich aus der Schlafphase “gerissen” wurde, nicht bewusst, dass er eine Unterzuckerung hatte. Trotzdem fühle ich mich schlecht. Hätte ich es eher merken müssen? Ich muss sagen, wirklich schwere Hypos hat er schon sehr lange nicht mehr gehabt. Seit dem letzten Mal sind 2,5 Jahre vergangen. Allerdings ist mir aufgefallen, dass er gerade bei Hypos aggressiver ist. Seiner Meinung nach bei Hyper, aber woher soll er das wissen? Wenn Er sich nicht daran erinnern kann, was er gesagt oder gar getan hat? Aktuell trinke ich einen Tee um meine Nerven zu beruhigen. Mir ist ganz flau im Magen. Er ist, nachdem er etwas eingenommen hat, um den BZ zu erhöhen, wieder ruhig eingeschlafen. werde gleich nochmal nach ihm schauen.
    Allen ganz viel Kraft und alles Gute!
    Liebe Grüße,
    Myrella

  12. Oh ja, Agressionshormon bei UZ. Mein Freund ist seit 26 Jahren Typ 1er… Was hier für Worte fallen wenn er unter 2,5 rutscht. Unglaublich. Ebenso unglaublich schwer, sich das nicht zu Herzen zu nehmen. Vor allem wenn ein “tief Luft holen” schon als Angriff gewertet wird… Irgendwann ist es eben auch einfach Mal gut mit verzeihen, den Entschuldigungen, dem “ich meine das dann garnicht so”. Wer regelmäßig unter die Gürtellinie beleidigt wird und nebenbei noch das Kind schützen muss, trägt auch Schäden davon in der Seele. Es tut weh, ganz egal, welche Intention dahinter steht…

    Und zum Thema Sanis und Ketoazidose: Hatten wir auch schon. Ich hab dann den Typen hysterisch angebrüllt, dass sowas TÖDLICH enden kann. Als er dann geguckt hat wie die Kuh wenn es donnert, hab ich die RTW Tür zugeknallt und bin wieder rein… Sonst hätte ER einen RTW gebraucht.

    Auch wenn du dir davon nix kaufen kannst: Du bist nicht allein.

    Ich denke mittlerweile über Trennung nach… Du auch?

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