Tipps und Tricks für die große Prüfung – Teil 1

Heute berichtet euch Olli im ersten Teil ihrer Tipps und Tricks für die große Prüfung von der Zeit vor der Prüfung, auch Prüfungsvorbereitung genannt. Sie erzählt, wie sie es geschafft hat, dass ihre Blutzuckerwerte sie nicht in den Wahnsinn treiben.

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Schon mal zum Vormerken: Im zweiten Teil gibt Olli Tipps, die sie an ihrem großen Prüfungstag angewandt hat, um den Blutzucker möglichst gut in Schach zu halten.

Hallo halli hallöle, meine Prüfung ist geschafft, meine Blutzuckerwerte versuchen gerade, wieder in den Alltag zurückzufinden, und auch ich versuche, mich wieder, an das „normale“ Leben zu gewöhnen. Es ist so merkwürdig, endlich wieder für etwas Zeit zu haben. Zum Beispiel Zeit für die „Blood Sugar Lounge und, um meine Erfahrungen mit euch zu teilen und auszutauschen. Aber starten wir am besten am Anfang.

 

Ein Nachteil meiner Ausbildung: Ich verbringe viel Zeit am Schreibtisch

Dass ich eine Ausbildung in Berlin mache, hatte ich bereits in einigen zurückliegenden Beiträgen bestimmt schon einmal erwähnt. Für alle, für die diese Info neu war – ich mache eine Ausbildung, in Berlin. 😉

Meine Ausbildung hat nicht nur mich bisher so manchen Nerv gekostet, nein, auch mein Diabetes hat öfters darunter gelitten. Mal war ich mehr daran beteiligt, dass meine Werte Achterbahn fuhren, mal hat mein Körper und somit auch der Diabetes einfach schlechte Laune gehabt und ist aus der Reihe getanzt. Es gab, wie man klassisch so schön sagt, gute, aber auch schlechte Zeiten.

Ich erkannte recht schnell, dass meine jetzige Tätigkeit sehr wahrscheinlich nicht mein absoluter Traumberuf sein wird. Für meinen Job verbringe ich nämlich relativ viel Zeit sitzend an einem Schreibtisch. Mein Blutzucker hatte von Anfang an damit zu kämpfen und tut sich auch heute noch schwer damit. Mein Körper war es einfach nicht gewohnt, denn all die Jahre davor war ich eher ein super aktives Duracell-Menschlein, welches den halben Tag durch die Gegend geflitzt ist. Das fand ich auch ganz gut so, nichtsdestotrotz gibt es bei jedem Job seine Vor- und Nachteile und auch diese kann man bewältigen.

Ich bin ein Prüfungs-Angsthase – was tun?

Für mich stand fest, dass ich im Mai dieses Jahres meine schriftliche Prüfung schreiben werde. Und ich bin da ganz offen und ehrlich, ich bin ein absoluter Prüfungs-Angsthase, was schriftliche Prüfungen betrifft. Mündlich sieht die Welt schon ganz anders aus.

Leider merkt mein Körper das allerdings auch und wittert teilweise schon die „Gefahr“, wenn ich diese Meldung noch gar nicht auf dem Schirm habe. Deswegen könnt ihr euch evtl. vorstellen, wie viel „Spaß“ ich die vergangenen Wochen und Monate mit meinem Blutzucker hatte. Der Prozentsatz lag bei unter 10%.

Doch was tut man dagegen? Wenn man gleichzeitig gut vorbereitet sein möchte, aber die Blutzuckerwerte einem das durch die innere Unruhe und Angespanntheit versauen? Tja, diese Frage habe ich mir, zusätzlich zu meinen Lernfragen, oft gestellt.

Quelle: Pixabay

Meine Tipps für mehr Kontrolle

Hier also meine Tipps und Erfahrungen für die weitestgehende Kontrolle der Blutzuckerwerte vor der Prüfung:

a.) Routine, Routine, Routine!

Genauso wie der Mensch sind viele Diabetes-Erkrankungen sogenannte -> „Gewohnheitstiere“. Das heißt, man kann sie unter Kontrolle halten, indem man sich an gewisse Pläne, Zeiten und Abläufe hält, sich zumindest daran orientiert. Ich meine jetzt nicht, dass ihr euch im Denken und Handeln einschränken sollt, aber auch eine Prüfungsplanung freut sich über routinierte Abläufe. Zudem tut dies eurem Gehirn wiederum gut, weil es weiß, es kann auch mal abschalten.

Strukturiert einfach eure Lernplanung um euren Tagesablauf herum, erst dann kommt der Diabetes. Ich weiß, „Gesundheit geht IMMER vor“, und das stimmt auch zu 100%, aber nur weil ich z.B. meine Basalrate erst nach dem Festlegen meines Tagesablaufes beachte, bedeutet das nicht, dass die Reihenfolge relevant ist. Durch diese Reihenfolge könnt ihr möglichst genau erkennen, wann ihr wo Freiraum habt und in welchen denkerisch-aktiven Phasen evtl. etwas mehr oder weniger Insulin gefragt ist. Denn man vergesse nie: Denken fordert unserem Gehirn sehr viel Energie ab, denn dies tun wir im normalen Alltag nicht ganz so häufig. Zumindest nicht dann, wenn wir nicht müssen.

Durch wiederholende Abläufe im Alltag entstehen nämlich Routinen und der Kopf und Körper schaltet so auf eine Art Energiesparmodus um, um seine Energie für andere Dinge verwenden zu können. Denn Routine = ein bekannter, wiederholter Vorgang. Dabei passiert dann ungefähr Folgendes: Kopf aus -> einfach machen -> nicht allzu viel denken -> Energie für anderes verwenden.)

 

b.) Pausen und Spaß, sogenannte kleine „self-treatments“ nicht vergessen!

(self treatment = Mini-Belohnungen für dich selbst)

Damit meine ich jetzt nicht, dass ihr nach jeder erfolgreichen Lernwoche erst mal fett shoppen gehen sollt. Also bitte, wer das Geld übrig hat und wem das gut tut = viel Spaß!!! :p

Im Grunde genommen meine ich aber damit viel, viel kleinere und winzigere Gesten, um sich selbst mal „zu belohnen“, für z.B. eine Woche, in der man sein Lern-Pensum geschafft hat, oder einfach, weil man wirklich produktiv und fleißig war. Denn genau diese klitzekleinen „self treatment“-Geschichten sind die Dinge und Aktionen, die uns wieder zurück auf den Boden der Tatsachen bringen. Welche uns verdeutlichen, wir sind alle nur Menschen, wir leben noch, die Welt dreht sich ebenfalls noch und wir haben uns diese Mini-Belohnung verdient.

Was genau ich mit Mini-Belohnung meine? Na, in meinem Fall war das jetzt etwas wie Ausschlafen oder sich einmal an einem Nachmittag gezielt frei zu nehmen, auch wenn kein Wochenende ist. Oder schon abends um 17 Uhr die Bücher und Hefte beiseite zu legen und sich einfach einen Film anzuschauen oder sich abzulenken und etwas backen/kochen, Spazieren gehen. Einfach mal komplett das Thema wechseln. (Wenn man jetzt Back-Lehrling ist, ist Backen als Ablenkung natürlich nicht gedacht :D).

Auch wenn das den einen oder anderen erst einmal bei dem Gedanken, aus dem „Workflow“ auszutreten, beängstigt, merkt man danach relativ schnell, wie gut diese Mini-Belohnung doch tat und wie notwendig so etwas ist.

Im zweiten Teil geht es konkret um den Prüfungstag

Somit wäre der erste Teil für die Prüfungsvorbereitung schon geschafft und ihr seid mit allen grundlegenden und wichtigen Tipps und Tricks, meinerseits, ausgestattet.
Im zweiten Teil kommen wir dann zu den Tipps und Tricks ganz direkt auf „den großen Prüfungstag“ oder die Prüfungswoche bezogen.

Also haltet die Ohren steif und denkt immer wieder daran, euch auch mal kleine Mini-Belohnungen zu gönnen. Falls dir noch mehr Tipps und Tricks zur Prüfungsvorbereitung einfallen und du diese gerne mit den anderen Lesern und mir teilen möchtest, dann kannst du dies gerne in einem Kommentar unter diesem Beitrag tun. Wir freuen uns, von dir zu lesen! ☺

 

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