Missverständnis in Leipzig…und fast eine Niederlage

Im Rahmen des Weltdiabetestages hat Daniel die Diabeteskids-Leipzig ordentlich ins Schwitzen gebracht. Mit seiner Organisation „SpecialOnes“ wollte er den Jugendlichen zeigen, dass sich Diabetes Typ 1 und Leistungssport auf keinen Fall ausschließen.

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Der Weltdiabetestag war für mich mit der Reise zu den Diabeteskids-Leipzig verbunden. Unser gemeinsamer Start in Naumburg (kurz vor Leipzig) war etwas verspätet, weil ich als Münsterländer mit der Uhrzeit noch meine Probleme hatte. „Viertel 8“ hatte ich als 20:15 abgespeichert und nicht als 19:15 verstanden. Nachdem das Missverständnis ausgeräumt war, durften Melanie Schiffer und ich das gesamte Team begrüßen und wir haben uns als „SpecialOnes“ vorgestellt und aus unserem Leben als Sportler, Diabetiker, Arbeiter, Student… berichtet.

Die SpecialOnes

Zu den SpecialOnes: Leistungssport und Diabetes mellitus Typ 1? Eine mögliche aber seltene Kombination. Doch deshalb Einzelkämpfer sein? Kommt nicht in Frage! Ganz egal, welche Sportart und welche Therapie – gemeinsam erlangen wir mehr Wissen, um alle Leistungen mit Diabetes möglich zu machen.

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Wir wollen unsere Erfahrungen weitergeben und anderen Typ-1-Diabetikern dabei helfen ihre Ziele zu erreichen.

Nach unserer Vorstellung haben sich die 50 Jugendlichen, die Betreuer aus dem Uniklinikum Leipzig und die Vertreter des Elternvereins kurz vorgestellt. Gefragt haben wir nach dem persönlichen und dem Diabetes-Alter und was für einen Sport sie treiben. Die Sportarten variierten vom Schulsport über einen Festivalgänger, der regelmäßig seine Nackenmuskeln trainiert, bis hin zum professionellen Nachwuchsathleten des LAC Leipzig. Also eine große Spannweite unter den Beteiligten. Nach der Vorstellungsrunde wurden Melle und ich noch mit Fragen gelöchert:

  • Mit was für einem Blutzuckerwert geht ihr ins Training?
  • Gibt es bei euch einen Unterschied zwischen Training und Wettkampf?
  • Wie machst du das beim Schwimmen mit der Pumpe?
  • Was für BEs esst ihr während des Sport?
  • Hattest du schonmal eine Dopingprobe und wie machst du das mit dem Insulin?
  • Wie schnell sprintest du?

Anschließend schauten wir noch gemeinsam mit den Jungs das Fussballspiel gegen Gibraltar.

 

Sporthalle gestürmt

Zum Frühstück am Samstag ging es dann aber bereits mit Sportklamotten, denn im Anschluss stürmten wir die Sporthalle – und Melle hat alle Frühsportler entsprechend aufgewärmt. Danach gab ich einen Einblick in mein tägliches Training als Sprinter – und alle haben natürlich motiviert mitgemacht. Das Dehnen mit speziellen Übungen war anstrengend und amüsant zugleich. Denn die kreativsten Übungen kamen nicht von mir, sondern von den anderen Sportlern.

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Nachdem alle wach und warm waren, haben wir den ganzen Körper mit Gedächtnis und Geschicklichkeitsübungen gefordert. Dabei stießen alle schnell an Ihre koordinativen Grenzen. Aber mit ein wenig Übung wurden die eigenen Grenzen schnell überwunden. Zum Abschluss folgten einige Spielchen, die zum einen das Gemeinschaftsgefühl gestärkt, aber auch den Ehrgeiz eines jeden Einzelnen geweckt haben.

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Das große Finale für mich kam dann bei einem kurzen Sprint über 30 m, wobei ein Nachwuchssprinter des LAC Leipzig mich nahe an eine Niederlage brachte. Das war es dann auch schon mit dem Frühsport 😉

Danke für den tollen Muskelkater

Das Mittagessen mit anschließender Wanderung durch das umliegende Gelände stand uns aber noch bevor. Die meisten, genau wie ich, rechneten allerdings nicht mit solch einem hügeligen Gelände! Die Wanderung ging über knapp 10 km mit einer Rast und Verpflegung zur Hälfte der Strecke.

Die Pause nutzten alle mit Pfannkuchen und Notfall-BEs, denn die abschließende Steigung stand uns ja noch bevor. Gefühlt waren es einige 100 Höhenmeter mit viel Schweiß und harter Arbeit. Wir schafften es alle, auch wenn unser Vorrat an Traubenzucker intensiv genutzt wurde. Wie alle wissen, senkt körperliche Aktivität den Blutzucker – und so senkte sehr viel körperliche Aktivität an einem Tag den Blutzucker auch sehr stark 😉 Die Wanderung nutzten alle für einen intensiven Austausch untereinander, und dabei ging es nicht nur, aber sehr häufig um die eigenen Erfahrungen mit dem eigenen Diabetes. Als Team kamen wir alle wohl versehrt, aber erschöpft zurück zu unserer Unterkunft.

 

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Da meine Rückreise ins Münsterland noch anstand, musste ich mich leider bereits vor dem Abendbrot von allen verabschieden. Dennoch freue ich mich über viele aktive und lebensfrohe Mitstreiter, die ich kennenlernen durfte.

Euer Daniel

PS: 

Die Betreuer schickten mir am folgenden Tag noch eine WhatsApp: „Hallo Daniel, ich soll dich im Auftrag aller Betreuer und medizinischer Betreuer ganz herzlich grüßen und für den tollen Muskelkater danken :)“

Melle und ich sagen nur: „mission completed“

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