Diabetes und Fasten: Geht das?

Stefanie hat eine 21-tägige Fastenkur gemacht. Wie sie, ihr Körper und ihr Diabetes darauf reagiert haben, erfahren wir in ihrem Beitrag.

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Die Fastenzeiten sind Teil meines Wesens.

Ich kann auf sie ebenso wenig verzichten wie auf meine Augen.

Was die Augen für die äußere Welt sind, das ist das Fasten für die innere.

– Mahatma Gandhi

 

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Als Einstieg in mein 6-monatiges Sabbatical habe ich mich zu einer 21-Tage-Buchinger-Fastenkur ins Fränkische aufgemacht.

Warum fasten?

Die ganze Story findest du in meinem Blog. Hier möchte ich dich inspirieren, denn Fasten kann trotz oder gerade wegen des Diabetes vieles zum Positiven verändern.

21 Tage fasten – Ablauf

Nach einiger Recherche habe ich mich für das Hotel Kunzmann’s entschieden. Schon zu Hause legte ich einen Entlastungstag ein (Obst und Säfte).

Der Drei-Wochen-Plan sieht Tee zum Frühstück vor (z.B. Kräuter, Roiboos, Früchte), warme Gemüsebrühe zu Mittag (z.B. Karotte, Romanesco, Kartoffel) und frisch gepresste Säfte am Abend (z.B. Rote Bete, Apfel, Orange). Brühe und Säfte werden gelöffelt, damit das Gefühl, etwas „Richtiges“ zu essen, entsteht.

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Hunger?

Obwohl ab und an Appetit aufkam, hatte ich während des Fastens erstaunlicherweise kein Hungergefühl, da der Magen durch das viele Trinken immer gefüllt war. (Was nicht heißt, dass ich einen Bratwurststand nicht schon aus 500 m Entfernung riechen konnte…). Auch mein Energiehaushalt war auf einem normal bis hohen Level. Während ich es in der ersten Woche ruhig anging, nutzte ich in der zweiten Woche fast täglich das Indoor Gym und den Sauna- und Schwimmbereich des Hotels. Energie ist erstaunlicherweise genug vorhanden, der Körper soll während des Fastens angeblich Endorphine ausschütten, um das Fasten erträglicher zu machen.

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Meine Blutzuckerwerte (die vor dem Fasten tendenziell eher zu hoch als zu niedrig waren), pendelten sich zwischen 80 und 160 mg/dl (4,4 und 8,9 mmol/l) ein (mit ein paar Ausrutschern nach unten).

Da während des Buchinger-Fastens praktisch keine Kohlenhydrate aufgenommen werden und man Gewicht verliert, sausen die Werte in den Keller. Ab der zweiten Woche reduzierte ich die Basalrate meiner Insulinpumpe auf 80%. Und zwar 24/7. Trotzdem gab es gelegentliche Ausrutscher in den 30er- bzw. 1,7er-Bereich, vor allem, wenn ich abends in der Sauna oder auf dem Laufband war – der Muskelauffülleffekt kommt ins Spiel. (Hier sei angemerkt, dass ich trotz Fastens natürlich nicht auf Traubenzucker verzichtet habe, sobald dieser nötig war.)

Einige Tage wachte ich morgens mit 40 mg/dl (2,2 mmol/l) auf, danach reduzierte ich die Basalrate vor dem Schlafengehen für fünf Stunden auf 50%. Jeder Körper reagiert anders auf den Fastenmodus, deshalb ist es wichtig, sich langsam an die richtige Insulineinstellung heranzutasten.

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Wer Fasten ausprobieren möchte, kann mit ein paar Tagen ohne feste Nahrung anfangen, um zu sehen, wie der Körper reagiert. Unabhängig von der Fastendauer achtet man automatisch mehr auf die Reaktionen des Körpers auf Bewegung und Kohlenhydrate (z.B. frisch gepresste Säfte).

Würde ich wieder fasten? Auf jeden Fall, und dies unabhängig vom Diabetes. So hat die Fastenzeit meine Achtsamkeit und bewusstes Tun sowie die Wahrnehmung gegenüber meinem Körper und dessen Reaktionen enorm gestärkt.

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Weitere Veränderungen?

Seit dem Fasten lebe ich vegan, mittlerweile seit 7 Monaten. Ich habe 5 kg Gewicht verloren, bin ausgeglichener und habe mich für eine Yogalehrerausbildung angemeldet. Sicher hat nicht das Fasten alleine diese Veränderungen hervorgerufen, aber den ersten Stein ins Rollen gebracht.

Wie steht ihr zum Thema Fasten?

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