Übers Urlaubmachen mit dem FreeStyle Libre

Urlaub mit dem FreeStyle Libre scheint im einen oder anderen Land abenteuerlich zu sein. Ramona war in China und Japan und hat dort für reichlich Verwirrung gesorgt.

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Was habe ich mich auf meine erste Reise mit dem FreeStyle Libre gefreut! In meinem letzten Urlaub nach Mittelamerika hieß es noch Messgerät mitschleppen und die sand- und salzverkrusteten Finger alle paar Stunden malträtieren, um an Blut zu gelangen – und auch, wenn es diesmal gar nicht an den Strand ging, war ich im vornherein schon froh über mein FreeStyle Libre. Also Koffer gepackt und ab nach Japan!

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20 Minuten vor der Sicherheitskontrolle nicht mehr scannen!

Auch wenn ich selbst lange am Flughafen gearbeitet habe und schon unzählige Male geflogen und mit den Abläufen vertraut bin, sind mir die Sicherheitskontrollen nach wie vor ein Graus, besonders im Ausland. Von komplettem Desinteresse an meinem Diabeteskram bis zu peniblem Abzählen aller mitgebrachten Kanülen war schon alles dabei – natürlich auch Flughafenmitarbeiter, die scheinbar noch nie in ihrem Leben einen Diabetiker vor sich hatten. Da ich keine Pumpe trage, war der erste Flug mit etwas, was an meinem Körper angebracht ist, nämlich dem FreeStyle Libre, doch wieder etwas aufregend. Ein kurzer Anruf bei der Kundenhotline von Abbott vorher brachte mir noch die Information ein, dass ich 20 Minuten vor dem Betreten der Sicherheitskontrolle nicht mehr mit dem FreeStyle Libre scannen soll, da die NFC-Technik mit den Körperscannern kollidieren könnte. Gesagt, getan und der Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen war zufälligerweise selbst Diabetiker. Wie zu erwarten war, hat der Sensor alles gut überstanden und das Boarding konnte losgehen.

Der FreeStyle-Libre-Sensor – ein Herzschrittmacher?

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Zum Scannen während des Fluges sagte man mir bei Abbott, ich solle bei der Crew im Flugzeug direkt nachfragen. Wie bereits erwähnt, habe ich am Flughafen gearbeitet und war mir durchaus bewusst, dass ich während des Fluges scannen kann – in Zeiten von WLAN on board sind solche kleinen Funkverbindungen wahrlich kein Problem mehr. Nachfragen wollte ich trotzdem, einfach nur aus Interesse und um zu sehen, wie die Flugbegleiter denn auf sowas reagieren… So viel sei gesagt: bei chinesischen Airlines gar nicht gut. Eine stark verwirrte Stewardess wurde mir vor die Nase gestellt, kaum der englischen Sprache mächtig – und nach meiner Frage war sie noch verwirrter. Sie hielt mein FreeStyle Libre samt Sensor für einen Herzschrittmacher und versicherte mir, dass das okay ist. Also nochmal in simpelstem Englisch erklärt. Wieder die gleiche Antwort: Jaja, Herzschrittmacher sind okay! Na gut, also nochmal. Ich zeigte ihr auch mein Insulin, was ihr anscheinend den Rest gab – sie drehte sich um und ging wieder. Also lieber mal hoffen, dass man bei derart schlecht geschultem Personal niemals Hilfe während des Fluges benötigt. Das FreeStyle Libre hat übrigens auch während des Flugs einwandfrei funktioniert.

糖尿病- Diabetes auf Japanisch (laut Google )

Bei den weiteren Sicherheitskontrollen in China und Japan ging die Ahnungslosigkeit weiter. Ich und der Sensor wurden begutachtet, es wurde sogar daran gerochen und gefühlt hundert Mal abgescannt, alles aus- und wieder eingepackt und ich schulterzuckend durchgewunken. Zur Sicherheit hatte ich mir die Wörter für „Diabetes“ in der jeweiligen Sprache auf dem Handy abgespeichert und immer vorgezeigt – das half definitiv weiter und kann ich auch nur empfehlen! Für weniger exotische Länder gibt es übrigens auch kleine „Diabetes-Übersetzer-Büchlein“, in denen die wichtigsten Phrasen in anderen Sprachen stehen.

FreeStyle Libre – ein Knopf gegen Moskitos?

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Im Urlaub selbst wurde ich ab und zu auf den kleinen weißen Knopf an meinem Arm angesprochen – eine Frau dachte, das wäre etwas gegen Moskitos, sowas Ähnliches hatte sie angeblich in Australien schon mal gesehen. Nun ja, nicht ganz, aber auch eine interessante Theorie! Ansonsten verlief alles unkompliziert wie gewohnt, der Sensor hielt der hohen Luftfeuchtigkeit und dem Schwitzen gut stand und ich war einfach nur froh, nicht ständig stehen bleiben zu müssen, um Messgerät, Stechhilfe und Teststreifen aus der Tasche zu wühlen. Da die Werte wie gewohnt im Urlaub gerne mal Achterbahn fuhren, war das FreeStyle Libre sowohl bei unseren stundenlangen Tempelwanderungen sowie auch beim täglichen Essengehen eine riesige Erleichterung – nie wieder ohne!

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