Wie schwer ist Typ-1-Diabetes?

Schwerer Diabetes oder umgekehrt leichter Diabetes: Als Diabetiker wird man oft mit der Frage nach der „Diabetes-Art“ konfrontiert. Was antwortet man auf eine solche dumme Frage? Beate hat sich selbst die Frage gestellt.

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“Beate, hast du eigentlich schweren Diabetes?“ Meine am wenigsten geliebte Frage. Schwer ist schließlich Definitionssache. Meine Handtasche ist schwer, weil ich mein Messgerät, Stechhilfe, Teststreifen, Ersatzkatheter, Stechhilfe, Traubenzucker und Saft mit mir herumschleppe.

 

Wenn mein Diabetesmanagement und die Einstellung passend sind, fällt mir mein Diabetes nicht in den Rücken. Wenn der Diabetes nicht einstellbar ist, Stress und Hormone zusätzlich nerven, die Laune sinkt – dann ist es für mich schwer, den Diabetes zu schultern. Manchmal läuft er neben mir her, manchmal ziehe ich ihn hinter mir her und manchmal muss ich ihn eben auf den Rücken setzen und tragen. Anstrengend, nervenaufreibend, lustig – bei mir ist alles dabei. Wenn, wenn, manchmal, vielleicht. Diese Frage nach der „Schwere“ des Diabetes ist für mich nicht mal kurz zu beantworten und tagesformabhängig.

 

 

Trotzdem, die Frage bleibt: Habe ich schweren Diabetes? Es ist zumindest so, dass ich mich ständig mit ihm auseinandersetzen muss. Dieses STÄNDIG ist viel mehr als nur Piksen, Stechen, Werteablesen. Seit kurzem kann man auf http://www.jdrf.org/ seinen Diabetes-Fußabdruck errechnen lassen – grob: die rechnerischen Auswirkungen des Diabetes auf das Leben.

Beim Entstehen dieses Artikels gab es dieses Tool noch nicht und ich habe andere, personalisierte, Berechnungswege genommen. Das Ergebnis könnt ihr hier sehen:

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Das alles kann mal mehr, mal weniger anstrengend sein. An guten Tagen, wenn alles klappt, der Diabetes brav mit mir läuft…dann ist vieles einfacher und am Abend kann ich auch mal so aussehen:

 

 

Wie seht ihr das? Habt ihr schweren Diabetes, gibt’s das überhaupt? Was bedeutet es für euch, Leben mit Diabetes?

 

 

4 Kommentare zu “Wie schwer ist Typ-1-Diabetes?

  1. Hallo!

    Schwer oder leicht – tolle Unterscheidung 😉

    Wann ist eine chronische Krankheit schwer, wann leicht? Wenn man früher stirbt, war sie wohl schwer.

    Selbst für einen selbst kann es schwierig sein, das zu beurteilen. Kann sein, dass die Krankheit selbst schwer(wiegend) ist, man es selbst aber nicht so empfindet. Oder aber der Hypochonder, der sich schon bei der leichtesten Erkältung zum Sterben hinlegt.

    Ich glaube, dass Diabetes vor allem so schwer oder leicht ist, wie man es sich selbst macht. Versuche ich mit aller Gewalt, noch das eine oder andere Jahr am Ende herauszuschinden – und sterbe dann an Stress und Herzinfarkt, aber nicht am Diabetes. Oder versuche ich, das Beste daraus zu machen und im Hier und Jetzt alles herauszuholen, was nur geht.

    Meine Meinung dazu ist, dass nicht der Diabetes selbst das Problem ist, sondern die mentale Einstellung dazu. Klar ist das, einfach ausgedrückt, eine Scheiß-Krankheit, die man bis ins Grab mitnimmt. Aber wenn ich mir dauernd das eventuelle frühere Ableben vor Augen halte, dann habe ich nicht nur Diabetes, sondern bin auch psychisch angeschlagen. Die Wechselwirkungen zwischen Diabetes und Depression sind ja hinlänglich bekannt.

    Also Kopf hoch! Lebt JETZT! Und nicht traumatisieren lassen!

    Liebe T1-Grüße
    Bernhard

    PS: Beim Radfahren gibt es den Radler-Gruß “Kette rechts”. Gibt’s sowas auch bei Diabetes? “Blutzucker Top” oder sowas 😉

  2. Schwer ist der Diabetes, wenn man mir Steine in den Weg legt. Zum Beispiel in einer Einrichtung für körperlich Behinderte sagt : Du darfst nicht im Speisesaal spritzen. Was das heisst : eine Viertelstunde vorher spritzen, und dann zum Speisesaal. So kommen über 20 Minuten ohne Kohlenhydrate hin. Oder : Damit das Management leichter wird.. eine Pumpe. Aber nein, die können und wollen das nicht, weil sie angeblich nicht genug qualifiziertes Personal haben. Schulung wollen sie auch nicht. Deshalb ist es für mich schwer. Aber sie merken überhaupt nicht, dass sie es mir damit nur unnötig schwer machen..

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