Sommer, Sonne, braun gebräunt – mit Diabetes ins Solarium

Solarien haben allgemein eher einen schlechten Ruf, oder? Lisa räumt mit diesem Vorurteil auf und erzählt euch, wieso sie das Bräunen im Solarium für sich entdeckt hat. Und natürlich auch, wie sich das auf den Diabetes auswirkt.

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Als Kind war ich den ganzen Sommer über draußen, und dann ging es jedes Jahr noch drei Wochen in den Urlaub. Zum Schulbeginn sah ich immer so aus, als wäre ich auf einer karibischen Insel geboren worden. Als ich dann einmal auf einer Luftmatratze in einem kristallklaren Bergsee einschlief und den Sonnenbrand meines Lebens hatte, war es plötzlich vorbei mit der schönen Bräune. Fortan bekam ich schon nach kürzester Zeit in der Sonne einen Sonnenbrand und Ausschlag. Ich wurde rot wie ein Krebs und danach wieder weiß. Deswegen gehe ich heute nur noch mit Schutzfaktor 50 in die Sonne, wenn überhaupt.

Die Sonne und ich waren in den letzten Jahren also nicht die besten Freunde. Als ich dann Anfang dieses Sommers eine halbe Stunde Yoga im Freien machte und anschließend mit einem Sonnenstich umkippte, reichte es mir. Irgendwie musste ich meinen Körper doch wenigstens etwas an die Sonne gewöhnen können? Immerhin war es früh morgens und die Sonne brannte noch gar nicht so stark.

Mit Kellerbräune ins Solarium?

Ich entschloss mich dazu, einmal in einem Sonnenstudio nachzufragen. Solarien hatten mich immer abgeschreckt. Man spricht ja schnell vom sogenannten „Asi-Toaster“, und ehrlich gesagt hatte ich meine schlohweiße Haut langsam zu lieben gelernt. Aber auch mein Hautarzt riet mir schon lange zum Solarium. Hat das Solarium also doch nicht so einen schlechten Ruf verdient? Das wollte ich zunächst herausfinden.

Die Vorteile des Solariums

Quelle: privat

Vor einigen Jahren hatte ich schlimme Neurodermitis an den Oberarmen, zwar ist das mittlerweile deutlich besser geworden, aber einige Narben blieben zurück. Schon damals riet mir mein Hautarzt zum Solarium. Ich solle es langsam und vorsichtig angehen, nicht übertreiben, aber bei einer vorsichtigen Nutzung sei das Solarium sehr hilfreich bei Neurodermitis und auch beim Verheilen der Narben. Ich scheute mich jedoch, hatte Angst, am Ende auszusehen wie eine alte Lederhandtasche – und UV-Strahlen? Naja, mit denen hatte ich wie gesagt keine guten Erfahrungen gemacht.

Deswegen suchte ich mir ein Solarium mit guter Bewertung. Mir war wichtig, dass ich vor Ort beraten werde und es nicht einfach so eine Solarium-Flat in einer Sonnenstudiokette wird. In dem Studio, für das ich mich entschied, wurde zunächst mein Hauttyp bestimmt. Dafür musste ich einige Fragen beantworten. Helle Haut? Ja! Werde ich schnell rot? Ja! Werde ich braun? Eher nicht. Habe ich viele Sommersprossen? Ja! Usw.

Danach gab mir die Dame einen Plan, wann ich wie oft ins Solarium kommen soll. Sie erzählte mir, dass ich zunächst nur vier Minuten unter das schonendste Gerät dürfte, danach müsste ich beobachten, ob meine Haut rot wird oder spannt. Außerdem sollte ich für die nächsten zwei Wochen zwei- bis dreimal die Woche vorbeikommen. Damit sollte die Haut ihren natürlichen Schutzschild aufbauen, mir eine kleine Grundbräune geben und das Hautbild sollte sich ebenfalls verbessern.

Gesagt, getan. Nach den vier Minuten wurden es sechs Minuten, dann acht und mittlerweile bin ich bei 10 Minuten unter der Sonnenbank angekommen. Dabei soll es auch erstmal bleiben.

Solarium und Diabetes

Quelle: privat

Unter der Sonnenbank nehme ich meine Pumpe ab. Denn für die wird es darunter definitiv zu heiß. Das würde das Insulin nicht überleben. Da ich auch nur maximal 10 Minuten in der Sonnenbank verbringe, muss ich mir auch relativ wenig Gedanken um meine Werte machen. Bei starker Wärme fallen meine Werte schnell ab und ich merke es meistens viel zu spät. Auch im Solarium neigen meine Werte dazu, abzufallen. Deswegen achte ich darauf, dass meine Werte im Normalbereich sind und nicht zu niedrig. Falls doch, muss vorher eben ein kleiner Schluck Orangensaft her. Durch die Wärme wird der Kreislauf angeregt und auch das Insulin wirkt bei Wärme einfach etwas schneller. Dadurch fällt der Blutzucker.

Die Kanüle lasse ich meistens dran, es sei denn, ich müsste an dem Tag sowieso eine neue setzen. Dann erledige ich das manchmal direkt nach dem Sonnen. Da die Minuten aber so gering sind, sieht man die Stelle nicht, an der die Kanüle an dem einen Mal gelegen hat. Beim Sensor, der bei mir meistens zwischen 10 und 12 Tagen liegt, ist das schon etwas anders. Manchmal ist die Stelle dann etwas weißer als der Rest, aber das lässt sich schnell wieder aufholen. Das ist das Gute daran, wenn man nicht lange unter der Bank liegt.

Wusstet ihr eigentlich, dass Vitamin-D-Mangel im Verdacht steht, einer der ausschlaggebenden Faktoren bei der Entstehung von Typ-1-Diabetes zu sein? Das erzählte mir meine Diabetologin, als ich vor einigen Jahren nach Norwegen in den Urlaub flog. Man glaubt das, da in den skandinavischen Ländern, wo es deutlich weniger Sonnenstunden gibt, sehr viel mehr Menschen Typ-1-Diabetes haben als z.B. in Südeuropa oder noch weiter südlich gelegeneren Ländern. Zu 100% nachgewiesen ist diese Theorie jedoch auch nicht.

Das Solarium wird mich also nicht von meinem Diabetes heilen oder ihn verbessern, aber ein gesundes Maß an Vitamin D ist auf jeden Fall gesund für den Körper. Man sollte es jedoch nicht übertreiben! Denn zu viel Sonnenstrahlung kann Hautkrebs begünstigen. Deswegen rate ich jedem, der gerne ins Solarium geht oder gehen möchte, ein Studio aufzusuchen, in dem man gut beraten wird und wo aufgepasst wird, dass man es nicht übertreibt.

Fazit

 

Quelle: PublicDomainPictures/Pixabay

Zwar habe ich auch gelesen, dass es gar nicht stimmt, dass man im Solarium gesund „vorbräunen“ kann, aber meine Erfahrungen sind dennoch sehr positiv: Seit ich angefangen habe, ins Solarium zu gehen, ist gut ein Monat vergangen. Mein Hautbild hat sich tatsächlich sehr verbessert. Meine Pickel und Unreinheiten im Gesicht sind fast ganz verschwunden und meine Narben an Beinen und Oberarmen sind verblasst. Ich wirke allgemein etwas gesünder und auch „frischer“, wie man mir oft sagt.

Außerdem halte ich es mittlerweile wirklich etwas länger in der Sonne aus. Klar, ich brauche eine Kopfbedeckung, um nicht wieder einen Sonnenstich zu riskieren, aber einem Tag am Strand steht nichts mehr im Wege – ich habe es extra ausprobiert ;).

Ein Kommentar zu “Sommer, Sonne, braun gebräunt – mit Diabetes ins Solarium

  1. Ich habe genau dieselbe Erfahrungen gemacht. Mit 15 in Südfrankreich extrem verbrannt. Damals gab es noch keinen LSF 50. Danach jahrzehntelang super sonnenempfindlich. Seit ich vor 5 Jahren das 1. Mal im Solarium war, kann ich mittlerweile wieder problemlos die Sonne genießen. Mittlerweile haben sich auch die Sonnenbänke verbessert. Ein Besuch in einem guten Studio ist zwar teurer, aber auch definitiv gesünder. Und der schlechte Ruf ist absolut unberechtigt. Besonders wenn ich sehe, wie Leute stundenlang in der aggressiven Sonne braten.

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