Erlebnisse mit CGM #3

Nachdem Katrin ihre ersten Berichte über ihr Leben mit der MiniMed 640G und CGM geschrieben hatte, ist sie faul geworden – sie hat ihr Leben mit dem System einfach genossen. Heute berichtet sie Euch genau davon.

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Gute Laune mit CGM

Wenn routinemäßig die Qualität einer Diabeteseinstellung beurteilt wird, ist die erste Frage meist: Wie ist der HbA1c-Wert? O.k., lange glaubten die meisten wirklich daran, dass dieser Wert das Nonplusultra dafür wäre. Heute sind immerhin schon einige schlauer, zumindest die, die sich mit der Welt dahinter auseinandersetzen. Und da tauchen plötzlich die uns allen gut bekannten Zuckerschwankungen, nachgewiesen durch CGM, auf – mal erklärbar, oft nicht.

Was passiert wohl als Nächstes?

Genau diese Schwankungen sind es, die uns das Leben schwermachen. Vielleicht nicht die Aufs und Abs an sich, aber die Unsicherheit, was wohl als Nächstes passieren wird… Ich kenne das noch aus meiner ersten Zeit mit Diabetes: Ich konnte mich ausschließlich auf meine Empfindungen verlassen, die Urinzuckerwerte sagten nicht viel aus. Würden meine Eltern, Geschwister und ich die Wanderung diabetesmäßig gut überstehen – oder stand eine Unterzuckerung bevor? Passte die Menge der Kohlenhydrate im Gasthausessen zu meiner Insulinmenge – oder würde ich ständig auf Toilette müssen und Durst haben, weil es doch zu viel war? Viele weitere Beispiele gäbe es, auch aus dem normalen Alltag.

Hohe und tiefe Werte oft erst beim Messen gemerkt

Natürlich hat mir hier die Blutzuckermessung schon geholfen: Wenn ich ahnte, dass etwas nicht stimmte, testete ich einfach wieder – so, wie es sicher viele tun. Aber unerwartete hohe Werte und Zuckerabstürze ließen sich natürlich damit auch nicht vermeiden – oft bemerkte ich gerade die hohen Werte, aber oft genug auch die tiefen Werte erst beim nächsten Messen. So eine Situation lässt einen in ziemlicher Unsicherheit leben. Natürlich musste ich mich damit arrangieren, solange es nichts anderes gab – und ich tat es. Ich war zufrieden damit, denn ich kannte ja nichts anderes.

© Trueffelpix - Fotolia.com
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Auch andere merken, dass es mir mit CGM besser geht

Aber bereits seit einigen Jahren gibt es eine Option, genau diese Unsicherheit nicht mehr spüren zu müssen: Das ist CGM. Was mir dieses eine Jahr, seit ich CGM in Kombination mit der MiniMed 640G benutze, an Sicherheit im täglichen Leben und damit an Lebensqualität gebracht hat, habe nicht nur ich selbst gemerkt – auch andere Menschen haben mich darauf angesprochen. Gerade die Sicherheit, keine nächtlichen Unterzuckerungen mehr zu haben oder deutlich seltener unerwartete Abstürze beim Sport (siehe auch #2), hat mich freier gemacht. Auch dadurch, ansteigende Werte rechtzeitig zu bremsen und nicht erst, wenn sie schon himmelhoch sind, reagieren zu können, fühle ich mich wohler – ganz abgesehen davon, dass sich das natürlich auch auf den HbA1c-Wert positiv niederschlägt (siehe auch #1) und auf viele andere Werte, wie ich gerade letzte Woche an meinen aktuellen Laborwerten sehen konnte. Genau dieses Wohlerfühlen und Freiersein aber ist das, was bisher bei der Beurteilung einer Diabetestherapie, vor allem auch auf politischer und Finanzierungsebene, ganz selten eine Rolle spielt – obwohl das das ist, was im Leben so wichtig ist. Eine vertane Chance – schade!

11 Kommentare zu “Erlebnisse mit CGM #3

  1. Sehr wahr! Immerhin: Freestyle Libre wird von einigen Kassen inzwischen problemlos übernommen. Das ist zwar kein *volles* CGM (keine Alarme), aber immerhin kommt dadurch Bewegung ins Spiel.
    Sehr guter Artikel! Danke.

  2. FreeStyle Libre
    Hallo ich benutze diese “System” seit ungefähr anderthalb Jahren ich möchte auf diese Messungen nicht mehr verzichten habe mich mit den Sensoren eingedeckt damit ich immer welche zu Verfügung habe. Habe mir sogar zweites Messgerät zugelegt falls diese eine ausfallen würde, was aber nicht geht, den alten Sensor mit dem neuen Messgerät abzulesen aber trotzdem, dann muss ich zweiten Sensor anbringen um weiter Messen zu können. (Wie schon geschrieben möchte ich nicht mehr auf diese Messungen verzichten)
    Bisher habe ich die Sensoren selber bezahlt aber jetzt gibt es eine Möglichkeit von der Krankenkasse zu mindestens die Höhe der Kosten für die Messstreifen zu bekommen. (Antrag läuft)
    (Kosten für die Messstreifen haben sich bei mir für ein Monat um die 120 € belaufen, die Sensoren für ein Monat kosten ca. 125 €)
    Mit freundlichen Grüßen

  3. Recht herzlichen Dank für diese Ausführungen.
    Sehr aufschlussreich.
    Kann mir sehr gut vorstellen, dass ein CGM-System die eine gute Alternative zu bisherigen Messungen darstellt.
    Wünsche mir, dass dies irgendwann für “Alle” Typ I-er Realität wird.

    Danke und
    viele Grüße

  4. Benutze gerade den dritten Sensor von Free Style Libre und bin absolut begeistert. Komme gerade aus den Urlaub von Vietnam. 3 Wochen Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und viel Baden im Meer und Pool hat der Sensor sehr gut überstanden. Meine Krankenkasse zahlt im Quartal 225,60 € Ich muss 134.30€ selber tragen.Als Insulinpumpenträger bekomme ich im Quartal 600 Teststreifen kostenlos welche um die 350 € kosten. Meine Krankenkasse weigert sich aber die vollen Kosten zu tragen. Nun schenke ich der Krankenkasse jedes Quartal eben die rund 134,30€ .Es fällt mir als Frührentnerin nicht gerade leicht. Ich hoffe das die Sensoren doch bald in den Hilfsmittelkatalog aufgenommen werden

  5. Es ist traurig, dass ich als Pumpenträger seit 20 Jahren, ein halbes Jahr auf die Folgeversorgung der Pumpe warten musste. Habe mich jetzt für die Minimed 640 entschieden, die dann mit dem CGM kompatibel ist. Ich hoffe, dass das CGM in den Hilfsmittelkatalog aufgenommen wird, da ich Hypowahrnehmungsstörungen habe. Habe sehr starke Schwankungen, die auch beruflich bedingt sind. Schichtdienst und zuwenig Personal.

  6. habe seit 40 j.diabetes und merke kaum noch UZ. nach 2 verkerkehrsunfällen kämpfe ich um meinen führerschein. die diabetesklinik empfahl mir das dexcom system. nach langem kampf mit meiner k.k. genehmigte das sozialgericht das cgm system für2 j. seit 20 j. insulinpumpe,zur zeit animas-vibe mit dexcom sensoren. hoffe sehr das cgm. ins hilfsmittel verzeichniss aufgenommen wirt.danke katrin kraatz für ihren bericht.

  7. Habe mir jetzt auch vorerst das Freestyle libre aus eigener Tasche zugelegt. Leider überträgt es die Werte nicht zur 640g, aber dennoch ist es ein riesiger Schritt in ein weniger blutiges Zeitalter der Fingerkuppen! Ebenso sehen zu können wie die Tageskurve und Trendpfeil einem das Diabetesmanagement erleichtern können und einem wieder ein ,,normaleres” Leben geben ist Gold wert. Ein CGM ist nochmal einen riesigen Schritt weiter vom Lebensgefühl und leider auch vom Preis! Aber da die KK anscheinend berechnen was günstiger ist ( Vorsorge oder Nachsorge) ist es verdammt schwer an so ein Luxus CGM zu kommen. Aber wenn man mal zurückblickt und schaut was sich in den letzten Jahren getan hat kann man noch hoffen!

  8. Hallo! Habe mir das Freestyle libre privat zugelegt; Startprogramm; 1 Lesegerät und 2 Sensoren. Der erste Sensor mass grossartig; löste sich aber nach 6 Tagen und zeigte nur noch ‘Lo’ an. Der zweite Sensor hielt 4 Tage, tat weh beim Anbringen mass aber bis zu 3,… Einheiten über dem bisherigen Accu Check Mobile. Jetzt bin ich etwas enttäuscht; fand ich doch das Messen mit Lesegerät wunderbar statt immer in die Finger zu stechen. Ich habe gelesen, dass die Firma Abbott sehr kulant sei bei solchen Problemen.

  9. Hallo, ich habe den Freestyle Libre und das CGM in Verbindung mit der Minimed Veo getestet. Auf den Freestyle Libre kam ich durch meinen Arzt und war nach dem Probetragen einfach begeistert. Nachdem ich seit Jahren die Pumpe Minimed Veo trage, wollte ich nun die “Steigerung” versuchen. Die Kosten des CGM haben mich bisher immer abgeschreckt. Freestyle Libre ist machbar. Leider kommt einem die Firma Minimed nicht beim Probetragen entgegen und man muss den Sensor für rd.77 Euro selber bezahlen. Dann war eine Vertreterin der Firma da und hat mir alle erklärt. Leider hat der Sensor nur 9 Stunden gemessen. Dann musste der Transmitter aufgeladen werden. Wohl war der Test Transmitter defekt. Eine Woche später kam eine weitere Vertreterin und brachte einen weiteren Transmitter. Die Firma hat inzwischen einen neuen (kostenlosen) Sensor geschickt. Der zweite Transmitter funktionierte super – und hörte nach 3 Tagen auf. Wieder musste der Transmitter geladen werden. Die Vertreterin schrieb mir per Email, dass es sich halt um das “alte System” handelt und empfahl mir die neue 640 Pumpe. Meine Veo ist nun genau 4 Jahre alt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mir mit aller Gewalt die neue Pumpe aufgeschwatz werden soll. Wenn dieses System bei der Veo so störanfällig ist und die Transmitter nicht die versprochenen 6 Tage hält, ist das bei der 640 auch so? Muss man die Transmitter (gegen die Aussage von Metronic) doch immer wieder aufladen? Habt ihr Erfahrungen damit?

    1. Ich habe selber seit ca. 3 Jahre die Veo und habe mir damals bei einem Angebot den CGM-Transmitter mit Sensoren gekauft. Nun benutzte ich ihn nur ab und zu um meine Werte zu kontrollieren. Mein Transmitter hällt die versprochenen 6 Tage locker durch. Teilweise auch schon länger (ca.8) ohne laden. Ich hatte bei diesem “alten System” auch noch nie Probleme. Habe aber in den letzten Jahren auch nur ca. 15 Sensoren genutzt.

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