Südafrika – eine Reise wert (#Teil 1)

Olli war für ein paar Wochen in Südafrika. Was sie dort alles erlebt hat, ob sie die lange Reise nach Südafrika noch einmal machen würde und natürlich wie ihr Diabetes die Reise und den Temperatur Unterschied weg gesteckt hat – das erfahrt ihr im folgenden Bericht.

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Zuerst einmal: Hallo und schön, dass du über meinen Südafrika Reise Bericht gestolpert bist. Ich hoffe, du bleibst und klickst jetzt nicht sofort weiter.

Ja, ich war in Südafrika, aber nicht alleine. Ich weiß auch gar nicht, ob ich überhaupt so mutig wäre. Jedoch kann ich vorab sagen, eine Reise nach Südafrika lohnt sich auf jeden Fall und würde ich noch einmal an diesen wunderschönen Fleck Erde fliegen.

Doch genug geschwafelt, vielleicht sollte ich erst einmal erzählen, wie ich überhaupt nach Südafrika kam und warum ausgerechnet Südafrika und dann noch Anfang März 2016.

Ich bin natürlich geflogen, alles andere hätte ja viel zu lange gedauert und ich habe ehrlicherweise auch noch nie jemanden gesehen, der das Bedürfnis hatte, nach Südafrika zu fahren. (Wenn es nach Google Maps geht, wäre das allerdings möglich. Man muss eben nur für eine Strecke ca. 7 Tage und 11 Stunden einplanen, wenn man von Berlin aus startet. ;))

bild 1_Südafrika

Meine Hinreise war ein wenig zäh, da ich erst von Berlin nach Frankfurt a.M., anschließend nach Johannesburg und von Johannesburg aus nach Kapstadt geflogen bin, aber was tut man nicht alles für das Abenteuer Afrika. 🙂 Insgesamt habe ich (von Haustür zu Haustür) 28 Stunden gebraucht, aber auch nur, weil ein Flug zwei Stunden Verspätung hatte und ich im Anschluss an meine Kapstadt Ankunft noch zwei Stunden in die Pampa gefahren bin. Aber alles halb so wild. Den Langstrecken Flug kann ich übrigens jedem über Nacht empfehlen, da ist man am Folgetag dann nur halb so kaputt. (Noch besser ist natürlich ein Direktflug nach Kapstadt, spart mit Sicherheit ein paar Strapazen und Schweißausbrüche.)

Sitznachbarn & Zeitverschiebung

Doch das hört sich gerade beschwerlicher an, als es war. Im Nachhinein war es aber nicht so schlimm. Einen Großteil habe ich geschlafen oder verschlafen und den anderen Teil war ich einfach nur gespannt, endlich anzukommen. Kleine Anmerkung -> die Strecke nach Kapstadt bin ich übrigens komplett alleine geflogen, ohne auch nur ansatzweise jemanden zu kennen. Hat super geklappt, also „no panic“ an alle abenteuerlichen Ladys (und Jungs) da draußen. 🙂 Wenn ich das schaffe, schafft ihr das auch.

Ich bin übrigens durchgehend ECO (umgangssprachlich: Holzklasse) geflogen. Wer genügend Kleingeld im Sparschwein für einen Business Flug findet, dem würde ich natürlich raten, in diese Flug Kategorie zu investieren. Nicht wegen der Menü Auswahl an Bord, sondern wegen des Themas „Bein Freiheit“ und ich bin gerade einmal durchschnittliche 1.72m groß. Jedoch hatte mein afrikanischer (sehr netter) Sitznachbar ein bisschen mehr Masse und Höhe als ich, weshalb ich mich zwischenzeitlich noch etwas eingeengter gefühlt habe. Dafür war er sehr nett und hatte super Anstand (wovon sich so mancher mal eine Scheibe abschneiden könnte). Also nicht beklagen, sondern einfach mal ein freundliches Gespräch anfangen, um sein Englisch zu verbessern und vielleicht ein paar Stunden, von insgesamt 12 Flugstunden, gesprächig zu verbringen.

Endlich in Kapstadt angekommen, war ich (so glaube ich) der „Strahlekönig“ schlechthin in diesem Flugzeug, während andere Mitflieger noch zerknautscht aus ihren Sitzen schauten. Das Thema: Zeitverschiebung, war gar kein Thema, da es gerade mal eine Stunde Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Kapstadt gibt. Jetlag war also somit fast ausgeschlossen – zum Glück!!!

bild 2_Südafrika

Meine ersten 1,5 Wochen habe ich allerdings noch keinen Privat Urlaub in Südafrika gemacht, sondern war vorerst noch aus beruflichen Gründen in diesem Land unterwegs.

Meine berufliche Tätigkeit war übrigens auch der Hauptgrund, weshalb ich überhaupt die Möglichkeit hatte, einmal nach Afrika zu fliegen. Ansonsten hätte ich mir in meinem Alter noch keine Südafrika Reise erträumen können. Also an alle Mitmenschen da draußen, ich habe nicht im Lotto gewonnen und ihr seid alle vollkommen normal, wenn ihr es noch nicht nach Afrika geschafft habt in eurem Leben. Dafür kann ich wenigstens hier mit euch ein paar Eindrücke teilen und so ein bisschen an der Schönheit dieses Landes teilhaben lassen.

Diabetes Zubehör im Koffer und Handgepäck

Wenn man es so sieht, ist man mit seinem Diabetes ja nie alleine, also bin ich doch nicht so ganz alleine geflogen. Ich hatte ja etwas, um das ich mich kümmern durfte. Auch hier habe ich im Vorfeld versucht, so gut wie möglich zu planen, damit dieser Faktor schon mal nicht meinen Reiseplan durcheinander bringen konnte. Dazu gehörte, eine Ersatzpumpe zu bestellen (macht das lieber rechtzeitig, sonst wird’s knapp). Meine Ersatzpumpe hatte ich mit im Handgepäck sowie unzählige Kaubonbons, die mir bei einer Hypoglykämie z.Z. super helfen.

Ich weiß, Kaubonbon ist nicht gesund und enthält viel Zucker usw., aber ich kann einfach keinen Traubenzucker mehr sehen und hatte auch keine Lust auf diskutierende Gespräche mit dem Flughafen Personal, ob mein Trinkpäckchen jetzt wirklich Saft oder eine Bombe ist . Also Kaubonbons. Außerdem halten sich die Kaubonbons auch super bei wärmeren Temperaturen. Dann noch einige Müsli Riegel, falls mir das Flugzeug Essen nicht munden würde oder eben als Snack für zwischendurch. So ein Müsli Riegel lässt den Blutzucker allmählich steigen und hält ihn meist auch eine ganze Weile auf dem Limit. Müsli Riegel kann übrigens auch ein gesunder Mensch auf Langstreckenflügen mitführen, ist erlaubt und nicht nur etwas für Diabetiker. 😉

Dann hatte ich noch eine Notfall Spritze und Insulin, gut verpackt in meiner Frio Tasche, im Handgepäck. Das einzige, was die Frio Tasche braucht, ist Luft, also denkt dran, euer Handgepäck ein wenig zu öffnen, sodass die Frio richtig „arbeiten“ kann und euer Inhalt kühl bleibt. Zudem noch ein kleines Kosmetik Täschchen mit Ersatz Katheter, Pflaster, Stechhilfe, Messgerät, Schlauch und Aufziehampulle. Ach so, nicht zu vergessen die Einweg Spritze, falls sämtliche Systeme ausfallen sollten, und natürlich eine kleine Reise Apotheke.

Auch wenn das jetzt ein wenig peinlich klingt, aber JA – ich hatte ein komplettes Outfit in meinem Handgepäck. Ein Ersatz Outfit sozusagen. Falls ich mir meine Getränke über das T-Shirt schütte oder mein Sitznachbar nicht seine Brechtüte trifft. Ich weiß, das hört sich über vorsorglich an, jedoch kann es auch mal sein, dass das Gepäck verloren geht, und dann steht man nur mit seinem Handgepäck da. Und ich wusste ja, ich fliege in ein warmes Land, da muss man jetzt auch nicht allzu dicke Sachen einstecken. Also, das war aus Platz und Gewicht Gründen überhaupt kein Problem.

Bevor ich es vergesse zu erwähnen: Ich hatte selbstverständlich noch unterschriebene Erklärungen über meine Krankheit von meiner Diabetologin dabei. Diese in verschiedenen Sprachen, sodass es auch keine Missverständnisse geben konnte. Ebenfalls hatte ich mir meine Bolus Faktoren notiert und meine verschiedenen Basalraten aufgeschrieben + Telefonnummern meiner Diabetologin und wichtige persönliche Kontakte. Man weiß ja nie, wann sich sein Handy Akku verabschiedet.

bild 3_Südafrika

„Danke Diabetes“

Hachja, mein Lieblings Thema zur Zeit, meine Blutzuckerwerte. Ich wusste ja, dass ich auf Aufregung mit sinkenden Blutzuckerwerten reagiere, doch manchmal ist mein Blutzucker so heimtückisch, damit rechne selbst ich nicht. Na klar war ich aufgeregt und habe schon vor Abfahrt zu Hause meinen Blutzucker regelmäßiger als normalerweise kontrolliert. Alles gut, alles toll, spitzen Werte. Ca. fünf Minuten, bevor ich mich zu der S-Bahn begeben wollte, dann eine Hypo. „Mist!!“, dachte ich, weil ich 15 Minuten vorher noch einen guten Wert hatte, also alles im grünen Bereich.

Und ich denke, jeder kennt das, man will den Zug nicht verpassen, will gleichzeitig die Hypo behandeln, verfällt leicht in Panik und könnte sich nebenher noch darüber kaputt lachen, wieso ausgerechnet einem das passiert. Ja so – genau so, ging es mir in dem Moment. 😀

bild 4_Südafrika

Aber immerhin, besser lachen als weinen

Im Flugzeug bekam ich dann nach einem überdurchschnittlich großen Schokoladenkeks (für den ich nicht gebolt hatte, da meine Blutzuckerwerte kurz vorher noch im Hypo Bereich lagen), die Abrechnung. Er schoss in die Höhe und verankerte sich auch dort. Toll, als wären koordinatorische Planung, der Flug an sich, das Gepäck und die Kopfschmerzen nicht schon genug. Bei den Momenten denke ich dann immer : „Danke Diabetes!“

Keine Sorge, im kritischen Keton Bereich waren sie noch lange nicht, sie waren lediglich erhöht. Denn entweder steigen oder fallen sie bei Nervosität und Aufregung. An dem Tag durfte ich also beides miterleben, da hat mich mein Diabetes aber reich „beschenkt“.
Für mich das Beste in solchen Situationen: Die Situation mit einem Zwinkern akzeptieren, regelmäßig Blutzucker messen und ggf. Korrektur bolen, aber nicht zu viel, schließlich befindet man sich ja in der Luft, dort herrscht wortwörtlich ein anderes Klima. Und ausreichend trinken, gerne auch mal den Klingel Knopf im Flugzeug betätigen, dafür ist das nette Personal ja da. ☺
bild 5_Südafrika
Da meine Südafrika Reise eine ganz schöne Erfahrung war, möchte ich es für heute bei diesem ersten Teil belassen. Ich würde mich freuen, wenn du Lust hast, auch noch den zweiten Teil meines Reise Berichts Südafrika zu lesen. Schließlich habe ich noch viele spannende Dinge erlebt, die ich euch gerne in meinem zweiten Teil mitteilen möchte. Also Tschüs für heute und bis hoffentlich ganz bald bei Teil 2! ☺

3 Kommentare zu “Südafrika – eine Reise wert (#Teil 1)

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