„Hypo-Angst“ – Interview mit Jennifer Grammes

„Hypo-Angst“ ist unter Menschen mit Diabetes weit verbreitet. Wie diese Angst entsteht, welche Gedanken die Betroffenen haben und was man dagegen tun kann, hat Katharina in diesem Video mit der Psychologin Jennifer Grammes besprochen.

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Jennifer Grammes, die Psychodiabetologin in Ausbildung, haben wir euch bereits in früheren Videos vorgestellt. In ihrer Diplomarbeit schrieb sie über die verschiedenen Ängste vor Unterzuckerungen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und hat sich daher viel mit Fragen rund um das Thema beschäftigt. Darum war sie die ideale Gesprächspartnerin für mein Interview zur „Hypo-Angst“.


Weitere Videos über psychische Probleme bei Diabetes mit Jennifer und Katharina findet ihr hier: Eure Fragen an Psychologin Jennifer Grammes

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Veröffentlicht in Life

Ein Kommentar zu “„Hypo-Angst“ – Interview mit Jennifer Grammes

  1. Typ2 und Hypo-Angst hat gerade bei mir längst vergessene Glöckchen gebimmelt:

    So bin ich im Sommer 1991 als noch recht dienst-junger Typ-2-Tabletter morgens nüchtern – seit 12 Stunden nix gegessen und seit 24 Stunden ohne Medis – zu ner OP ins Krankenhaus eingerückt und war gerade nach der ersten Eingangsuntersuchung mit Blutabnahme auf der Station, als eine Schwesternschülerin völlig außer Atem hinter mir her kam, mit nem Töpfchen Joghurt und nem Löffel. Das müsste ich jetzt sofort ausessen, und so lange müsste sie bei mir sitzen bleiben, hätte der Arzt sie angewiesen. Ich hätte mit gerade mal 90 mg/dl eingecheckt, und das wäre doch praktisch schon Unterzucker.
    An dieser abartigen Sicht hat sich in kranken Häusern nach meiner Erfahrung bis heute nichts grundlegend geändert: Diabetiker mit nüchtern 200 scheinen ihnen lieber zu sein, als solche mit nüchtern 100, und wer sowas mal selbst so erlebt und vom normalen BZ-Verlauf (Diäter und Tabletter brauchen ja nicht zu/sollen besser auch gar nicht messen) keine Ahnung hat, muss einfach unter 100 (schöne runde Merkzahl) schon ne Hypo fürchten.

    Dabei kennen sich die meisten 2er mit Hypos eigentlich schon ganz gut aus, wenn ihr BZ endlich einen der Diagnose-Grenzwerte überschreitet. Denn dann haben sie schon reichlich alimentäre Hypos genossen, zeitweise mehrere pro Tag. Freilich ohne dass ihnen die als Hypos bewusst geworden wären.
    Solche Hypos sind typisch für die meistens recht lange Prädiabetes-Zeit, in der die erste Insulinantwort sehr schwach wird bis praktisch ganz ausfällt und der damit immer höhere postprandiale BZ die zweite Insulinantwort übermäßig auslöst, die den BZ dann über einen weiten Bereich sehr schnell senkt.

    Allein dieses schnelle Senken über einen weiten Bereich kann echtes Hypofeeling auslösen. Und das häufige Überschießen auf unter 50 mg/dl und manchmal noch tiefer umso mehr. Und klar könnte man dann manches Mal das Kind aus der Krippe fressen, also um 2 Stunden nach dem letzten noch so füllenden Essen auf echten Heißhunger wieder mächtig nachlegen und die notwendigen Kilos für die Adipositas sammeln, die ja bei der Diagnose Typ 2 nach Möglichkeit vorgezeigt werden will 😉

    Bisdann, Jürgen

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