Medtronic und das MiniMed-670G-Event

Vom 25. bis zum 27.10. fand von Medtronic das #MiniMed670G_Meetup 2019 statt. 40 Tester wurden dazu eingeladen, 25 aus dieser Community und 15 aus dem Kundenstamm des Unternehmens. Wie das Event abgelaufen ist, was alles stattfand, findet ihr in den folgenden Zeilen von Marcel.

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Die Vorbereitung und Eintreffen im Hotel

Im Vorfeld zu dem ganzen Event und auch, um sicherzustellen, dass alle die Pumpe erhalten und geschult werden, es zudem schon genug Sensordaten gibt und alle Teilnehmer alle weiteren Informationen erhalten, fand bereits Mitte September an zwei Tagen eine Telefonkonferenz statt, wo alle Teilnehmer über den Ablauf des Events, der technischen Einweisung und die Pumpe an sich informiert wurden. Die technische Einweisung fand dann in den folgenden 2-3 Wochen nach Terminvergabe statt, wo die Teilnehmer die MiniMed 670G und das dazugehörige rtCGM-System erhielten.

Oh hello automode

Der Samstag des Event-Wochenendes Ende Oktober fing relativ früh an, denn für die Teilnehmer ging es bereits um 9 Uhr in Richtung Medtronic per Shuttlebus. Hier wurde man recht herzlich willkommen geheißen und ein wenig über das Unternehmen Medtronic berichtet. Im Showroom konnten wir uns die komplette Produktpalette des Unternehmens angucken und es wurde einem zusätzlich erklärt.

Anschließend gab es die Produktvorstellung der MiniMed 670G, was sie genau kann und was man sich vom Automodus erhofft… eine Time in Range, also die Zeit im Zielbereich, von über 70%, die magische Grenze. In den ersten Tests lag diese sogar bei ~73%. Achtung, Trommelwirbel: Nach der Produktpräsentation starteten wir ALLE gemeinsam in den Automodus, welcher mit ein wenig Knallkonfetti gefeiert wurde. Wuhuuuu… Party.

Nein, Scherz beiseite – die Party stieg erst später in der Skihalle Neuss. Zuvor gab es das erste Q&A mit Marianne von Medtronic, die das System selbst schon einige Wochen trägt.

Austausch! Ein wichtiger Aspekt auch für das Unternehmen

Da wir alle auch schon das System ein paar Wochen im manuellen Modus trugen, konnte man hier auch schon die ersten Fragen und Erfahrungen zum Ausdruck bringen. Vom Gefühl her war es eine Mischung aus „Ich bin zufrieden“ bis hin zu „Oh je, das System haut bei mir leider nicht hin“. In meinem letzten Artikel habe ich auch über meine Unzufriedenheit mit dem Enlite Sensor berichtet und in der ganzen Zeit bis zum Start vom Automodus waren auch die Unterschiede zwischen dem Guardian 3, dem Dexcom G6 und den blutigen Messungen gravierend, aber zum Großteil doch noch in der erlaubten Differenz. Schneller als man sehen konnte, war es 16 Uhr. Einige der Fragen blieben dann doch teilweise nur halb beantwortet.

Der größte Wunsch, den ich allerdings auch hege, wäre eine Art offenes System, so dass die Pumpe auch mit anderen rtCGM-Systemen kommunizieren kann. Wenigstens die Ablese- und Steuerbarkeit mittels Smartphone wäre da dann schon ein guter Schritt. Und somit kommen wir zum letzten Punkt auf der Agenda, bevor es nach Neuss ging.

Wie sieht die Zukunft bei Medtronic aus?

Im nächsten Schritt soll die MiniMed 780G kommen, deren CGM-Transmitter die begehrte Bluetooth-Schnittstelle haben soll. Zudem soll diese der nächste Schritt im Hybrid-Closed-Loop werden durch die Autokorrektur. Der Essensbolus wird hier aber weiterhin manuell ein- und abgegeben.

Dann soll es weitergehen: Aus dem Hybrid-Closed-Loop- soll ein vollständiges Closed-Loop-System werden. Im ersten Schritt wird das System vollständig auf den Anwender personalisiert und über ein Smartphone komplett steuerbar gemacht. Auch das CGM wird in einer weiteren Generation herauskommen. Der nächste Schritt soll ein System sein ähnlich dem der Medtrum A6.

Das endgültige Ziel ist eine so genannte dispatchable Patchpump. Hier sind die Pumpe, das CGM und das Infusionsset in einem. Die Smartphone-Steuerung wäre hier das Kernelement.

Ist man einmal so weit, könnte man natürlich auch mittels App und einem Foto von seinem Essen die genaue Kohlenhydratmenge berechnen lassen. Ein ähnliches System hatte ich schonmal getestet. Eine Erleichterung wäre es allemal.

Welcome to the Medtronic Wintergames

Jetzt geht es los zur Skihalle. Die Wintergames standen auf dem Plan. 4 Teams traten gegeneinander im Eisstockschießen, Quattroski, Slalom mit einem Skibike und einer kleinen abgewandelten Form vom Biathlon an.

Spaß hat das Event, auch wenn es diesmal nur auf einen Tag komprimiert wurde, gemacht und auch die Diskussionen sind für den Anwender und Unternehmen wie Medtronic wichtig. Es bringt ja auch nichts, am Kunden bzw. Betroffenen vorbeizuentwickeln, und die Zeit (und Zukunft) wird zeigen, was umgesetzt werden kann.

Auch Medtronic hat ein paar Bilder gemacht und mir freundlicherweise für diesen Artikel zur Verfügung gestellt. Den Link zu den Bildern findet ihr hier.

Welche Erfahrung habt ihr bereits mit der MiniMed 670G machen können? Schreibt das doch gern in die Kommentare.

8 Kommentare zu “Medtronic und das MiniMed-670G-Event

  1. Das wäre ja ein enormer Fortschritt. Wenn man alles in einem hätte und steuerbar über Handy. Damit wäre das Leben für einen Diabetiker wie mich viel leichter

  2. Ich habe diese Pumpe seit Anfang Oktober. Der Auto-Modus funktioniert im “Normalfall” sehr gut. Ich war in dieser Zeit jedoch etwas erkältet und hatte obendrein noch Stress. Damit war der Auto-Modus überfordert. Die Werte kamen von 300 gar nicht mehr runter. Da man in diesem Modus keine manuellen Korrektur-Boli abgeben kann, habe ich immer wieder in den den manuellen Modus geschaltet. Das wäre nicht weiter schlimm. Umständlich ist nur, dass man dann jedesmal die “Unterbrechung vor/bei niedrig” wieder neu eingeben muss. Geht man dann wieder in den Auto-Modus, muss man den Blutzucker messen. Dazu kommt, dass meine Sensorglucose bei vergleichenden Blutzuckermessungen immer (!) 10 – 20, manchmal sogar 30 unter dem Blutzucker liegt. D.h. wenn die Pumpe mich automatisch auf 120 mg/dl reguliert, muss ich damit rechnen, dass mein tatsächlicher Wert vermutlich etwas unter 140 liegt. Das ist mir zu hoch. Deshalb bleibt der Auto-Modus bei mir meistens ausgeschaltet – leider.

  3. Nach eingehender Analyse meiner Sensordaten habe ich für mich diese Lösung gefunden: Die Kalibrierung erfolgt nicht mit dem aktuell gemessenen Blutzuckerwert, sondern mit einem um 10 % höheren Wert. Seitdem stimmt meine Sensorglucose mit mit dem Blutzuckerwert überein und ich nutze mit großer Freude den Auto-Modus!
    Anmerkung: bitte nicht einfach nachmachen, erst die Werte genau anschauen und ggf. mit dem Diabetologen besprechen!

    1. Hallo Anne, was du da schreibst ist bei mir genau so! der Sensorwert liegt immer deutlich unter dem aktuellen Blutzuckerwert; das mit den 10% ist bei mir auch so….werde mir überlegen ob ich das auch mache. Habe die Pumpe 4 Wochen im manuellen Modus getragen, damit “sie” lernt; klappt auch eigentlich sehr gut, aber die Werte gehen nach dem Essen oft über die 200; es dauert auch ehe sie wieder in den normalen Bereich kommt, wahrscheinlich durch die kleinen Miniboli die die Pumpe automatisch abgibt. LG Manu

  4. Tricksen, tarnen und täuschen – bei Medtronic wie im richtigen Leben. Da fällt mir ein, Medtronic ist ja das richtige Leben für mich als CGM-ler.
    Ich habe noch die 640G und nutze die Unterbrechungsfunktion bei und vor “Niedrigen Werten”. Und da beliebt die Pumpe bei leicht steigenden Kurven um die 90 mg/dl einfach abzuschalten. Vielleicht hilft da auch ein Trick.
    Das Abschalten zum falschen Zeitpunkt kann man nicht verhindern, man muss die Insulinabgabe wieder mühsam starten.
    Macht die 670G ähnlichen Blödsinn oder ist die besser programmiert?
    Wie ist das mit dem vorübergehenden Abstallen der Alarme, z.B. bei geplanten Besprechungen, Autofahrten wenn man die Pumpe nicht bedienen sollte, auch beim Mittagsschlaf oder Büroschlaf? Auch so umständlich wie bei der 640G?
    Wie ist das mit dem Aktivieren kleiner Reservoire? Bleibt da der „Stößel“ auch gelegentlich hängen beim Luftrausdrücken? Oder gehen nur die 300 ml Kaliber?
    Kann man mit dreimal Tastendrücken etwas bewirken oder muss man alles 10mal quittieren wie bei der 640G (Bolusabgabe bei der 640G ist wie daddeln am PC – manchmal vergisst man den letzten Tastendruck und fängt von vorn an)

    1. Ich vermute mal, die 670G ist ähnlich wie die 640G (diese kenne ich nicht, ich hatte vorher die Veo und habe die 640G ausgelassen, da ich schon gehört hatte, wie umständlich sie ist).
      Ich hatte ja anfangs den Auto-Modus gar nicht genutzt und da musste ich nach Unterbrechungen auch nachspritzen. Oft hat sie auch unterbrochen, wenn der Wert aufgrund des Essensbolus gesunken ist ( z.B. wenn der Bolus bei 200 abgegeben wird, unterbricht sie schon bei ca. 160). Dagegen kenne ich leider keinen Trick.
      Der Auto- Modus ist, soweit ich das bisher beurteilen kann, ganz gut programmiert. Ich wundere mich zwar manchmal, warum bei manchen Werten keine Basalabgabe erfolgt, das wird dann aber etwas später mit einer erhöhten Abgabe nachgeholt.
      Das Abstellen der Alarme ist umständlich. Der absolute Hammer ist für mich, dass man eine Warnmeldung bekommt, wenn die Zeit abgelaufen ist. D.h. die Pumpe sagt mir, dass sie beim nächsten hohen Wert wieder einen Alarm abgibt – und das muss ich bestätigen! Wer braucht das denn?
      Ich nutze nur die großen Reservoire, es waren aber zwei kleine beigefügt, die haben einwandfrei funktioniert.
      Mit dreimal drücken kann man rein gar nichts bewirken, denn dann hat man die Pumpe gerade mal entsperrt! Man muss quasi alles, was man der Pumpe sagt, noch einmal bestätigen! Ist mir anfangs auch passiert, dass ich den Bolus letztendlich nicht abgegeben habe, weil ich die letzte Bestätigung nicht getätigt hatte.
      Die Bedienung der Pumpe ist in der Tat sehr umständlich, aber der Auto- Modus ist schon toll (wenn denn die Sensorglucose passt – und wichtig ist auch, dass die Mahlzeitenboli passen). Wenn man das mal für sich hinbekommen hat, ist die Erleichterung wirklich gross! Und es ist wie du sagst: Medtronic ist unser Leben.

  5. Hallo, ich bin dabei eine Pumpe zu beantragen. Die erste.. es hört sich alles sehr kompliziert an . Die 670G soll sehr empfindlich sein?
    die 640 scheint ja auch nicht unkompliziert zu sein.
    Ich habe Hormon bedingt oft hohe Werte. Bei körperlicher Aktivität schnell Hypo.
    Ich bin für Tipps sehr dankbar.
    Liebe Grüße Sally

    1. Hallo Sally; du kannst die G670 genauso tragen wie die G640, wenn du nicht im Automodus bist also Manueller Modus ist das gleich wie die G640! Habe vorher die G640 getragen und bin seit Weihnachten im Besitz der G670. Seit dem 15.1. im Automodus; hört sich alles viel komplizierter an als es wirklich ist. Welche Pumpe trägst du denn jetzt? Über eine Antwort würde ich mich freuen LG Manu

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