Wenn der Kinobesuch mehr Stress als Spaß ist

Endlich wieder gute Filme im Kino! Tickets sind gebucht und die Freude auf das Popcorn ist groß! Aber halt, warte. Michelle gibt in diesem Coaching-Beitrag Tipps, wie man das Kino als Mensch mit jungem Diabetes am besten angeht.

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Quelle: Photo by Myke Simon on Unsplash

Seit dem letzten Kinobesuch hat sich einiges geändert. Der Diabetes ist dazugekommen. Oh jee, gar nicht daran gedacht. Woran muss ich denn alles denken? Kann ich überhaupt Popcorn essen? Und was mache ich mit dem Sensor in der Zeit? Der piepst doch sonst und alle kriegen es mit?!

Für Außenstehende ist so ein Kinobesuch etwas ganz Entspanntes. Menschen mit Diabetes hingegen haben bei so einem Event wie auch viele andere dieser Ausflüge direkt hundert Gedanken im Kopf. Was muss ich mitnehmen? Was sollte ich beachten? Je nachdem, wie der Diabetes eingestellt ist, fallen natürlich viele solcher Fragen mit der Zeit weg. Aber gerade am Anfang kann so ein Ereignis einen schnell überfordern. Hier meine Tipps, damit der Kinobesuch auch Spaß macht: Wenn es dein erstes Mal seit der Diagnose ist oder du dich generell mit dem Diabetes in der Öffentlichkeit unwohl fühlst, dann geh das Ganze langsam an. Gib dir und deinem Körper Zeit, sich damit zurecht zu finden.

Step 1: Ab ins Kino

Nimm dir für den ersten Besuch eigene Snacks mit (lass dich nicht erwischen), die du gut berechnen kannst. Und selbst wenn du erwischt wirst: dann spiel die Diabetes-Karte. Wenn du dem Kinomenschen in 2 Sätzen erklärst, warum du das tust, wird es ihm sehr schnell unangenehm sein, dass er dich überhaupt bei deinem Vorgehen aufgehalten hat. Also nur
Mut! Sollte das für dich zu riskant sein, wird der erste Kinobesuch eben ohne Snacks, dafür mit einer Cola Zero oder ähnlichem zuckerfreien angegangen. Ziel des ersten Schritts ist es, dass du mit der Situation, 2 Stunden im Dunkeln im Kino zu sitzen, klarkommst. Das ist die erste Hürde. Da müssen wir den Blutzucker nicht unnötig ärgern. Wenn du dich damit wohlfühlst, und dich traust, mit dem Diabetes in die Öffentlichkeit zu gehen, dann kommen wir zu Schritt 2:

Step 2: Gönn dir

Quelle: Photo by Felipe Bustillo on Unsplash

Was ist dein Lieblingssnack im Kino? Popcorn? Nachos? Und wer sagt eigentlich, dass es die nur im Kino geben darf? Hiermit bekommst du die offizielle Ansage, deinen Lieblingssnack Zuhause zu essen. Warum? Vertraute Umgebung meets unbekanntes Lebensmittel. Somit kannst du dich voll und ganz auf den Snack konzentrieren. Berechne brav die Kohlenhydrate und beachte auch die Menge an Fett! Der Blutzucker wird nach einer Ladung Popcorn meist nach ein paar Stunden nochmal richtig steigen. Probier das Ganze für dich aus, bis du das Management einigermaßen im Griff hast.

Step 3: Mindset

Ein Kinobesuch ist nicht alle Tage, und sollte somit auch nicht als Referenz für dein Diabetesmanagement genommen werden. Falls deine Werte nach dem Snacken nicht optimal sind, ist das völlig okay. Nimm den schlechten Wert hin in Austausch für einen schönen Abend und reflektiere im Nachhinein, was du hättest besser machen können. Vielleicht auch eine gute Übung, damit die Popcorntüte nicht schon während der Werbung leer ist, sondern du geduldig wartest, bis dein Wert entsprechend passt.

Step 4: Go for it!

Sieh das Ganze als Experiment, und wenn es scheitert, bist nicht du gescheitert, sondern du bist einen Schritt weiter zu einem selbstbewussten Umgang mit Diabetes. https://giphy.com/embed/l0IpWimdziTLydf8Y

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Und jetzt heißt es: Selbstvertrauen! Wenn du weißt, wie du mit dem Snack umgehst, kannst du damit auch ins Kino gehen. Hab keine Angst vor einem Alarm oder Ähnlichem. Halte dein Handy in der Nähe als Taschenlampe, hab Hypo Snacks dabei, solltest du dir doch zu früh zu viel spritzen und sollte deine Pumpe doch Alarm geben, dann lach darüber! Klar ist es unangenehm, wenn ein Handy im Kino klingelt, aber auch das ist kein Weltuntergang. Da ist
eine alarmierende Pumpe kein Beinbruch. Und glaub mir, du wirst sie so schnell ausschalten, dass die meisten das Geräusch gar nicht wahrnehmen. Oft macht man sich selbst viel mehr Stress als nötig, und ist mit sich selbst wesentlich strenger als jeder Mensch um einen rum.

Let the show begin!


Auch Susanne ist häufiger im Kino – allerdings im Diabetes-Kopfkino. Hier kommst du zu ihren Tricks und Kniffen, um mit dem Kopfkino ins Reine zu kommen.

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