Tada! – Die Grillsaison ist da! :)

Endlich sind die Temperaturen gestiegen und man bekommt sofort wieder Lust, gemütlich zu grillen. Olli hat ihre „Grill Tipps und Tricks“ ausgepackt, damit Blutzucker-Ausreißer nach dem Grill-Genuss hoffentlich vermieden oder minimiert werden können.

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Collage_BSL_Beitrag-Grill Saison

Hallöchen! Heute gibt’s mal wieder etwas zum Thema Sommer, Sonne: Grillen. Denn egal, ob Veganer, Vegetarier oder Fleischesser, grillen kann man fast alles und frisch vom Grill schmeckt es mir immer am besten. Aber auch beim Grillen gibt es ein paar tückische Lebensmittel und andere Faktoren, die möglicherweise unseren Blutzucker ganz schön durcheinanderbringen können. Was ich damit meine und wie man das vermeiden kann, dazu komme ich jetzt:

#1 Die Uhrzeit

Oftmals grille ich eher abends, anstatt mittags, denn da haben meine Freunde und Familie ihren Arbeitstag erfolgreich hinter sich gebracht und man kann beim Grill Abend super zusammen ausspannen. Doch aufgepasst! Die Uhrzeit spielt dabei eine tragende Rolle. Dass die Basalrate (bei Pumpenträgern) dieselbe bleibt, ist ja ganz klar. Doch angenommen, man grillt und isst etwas später als üblich, dann können sich die BE-Bolus-Faktoren schon einmal ganz schön verschieben. Und meist fällt einem das gar nicht so genau auf, weil man nicht minütlich auf die Uhr schaut. (Mein Messgerät hat einen Bolusrechner integriert und weiß deshalb von ganz allein, um welche Uhrzeit wie viel Insulin für eine BE berechnet werden muss.) Ich gebe meist nach dem Blutzuckermessen nur noch den Wert der BE(s) an, die ich esse oder essen möchte, und umso schneller habe ich dann auch schon gebolt. Im Nachhinein habe ich leider schon öfters feststellen müssen, dass ich mit dem falschen Faktor für mein Essen gebolt habe und die Werte danach in die Höhe geschossen sind.

Damit euch das gar nicht erst passieren kann, hier der Tipp: Vor der endgültigen Bolusabgabe noch einmal schnell die Uhrzeit auf dem Smartphone, dem Messgerät o.ä. checken, um ggf. den Bolus noch manuell ändern zu können oder um mit einem anderen Faktor spritzen/bolen zu können ☺

Die Penner hier in der „Leserunde“ haben vielleicht noch das Problem, dass sie sich an feste „Essenszeiten“ halten müssen und deshalb die Zeit von „Grill Beginn“ bis zum Essen beachten sollten. (Meine Zeit als Penner ist schon eine ganze Weile her, deswegen weiß ich nicht, ob ich da noch auf dem aktuellsten Stand bin.)

#2 Gemüse ≠ 0 BE

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Dass sämtliche Gemüsesorten keine BEs (KEs) haben und man dafür nichts bolen/spritzen muss, das stimmt leider NICHT. Falls du das noch gar nicht wusstest, dann jetzt einmal aufgepasst, denn super leckeres Grill Gemüse, wie z.B. Maiskolben, Erbsen und Bohnen haben eben doch ein paar Kohlenhydrate/BEs. In Maiskolben (und den anderen oben genannten Gemüse Sorten) befindet sich nämlich Stärke und diese muss auch berechnet werden. Ebenfalls habe ich auch schon von anderen Diabetikern gehört, dass es vorkommen kann, dass man noch für andere Gemüse Sorten etwas bolen/spritzen muss. Allerdings ist das auch wieder „Typ abhängig“ und man muss es für sich selbst herausfinden, für welches Gemüse man Insulin abgeben muss.

Also man merke: Liegt Mais auf dem Grill oder ähnliches „Stärke haltiges“ Gemüse, muss man immer etwas dafür berechnen.

#3 Fette und Proteine im Essen

Bei einem Grill Abend findet man sie überall, die Rede ist von: Fetten und Proteinen. Sei es im Würstchen oder im Käse, diese beiden Faktoren (Fett und Proteine) sollte man nicht ganz außer Acht lassen. Denn Fette und Proteine lassen den Blutzucker verzögert steigen. Bei uns Pumpenträgern ist das gar nicht so schwer, damit umzugehen, denn wir können meist einen verzögerten Bolus abgeben und somit das „Problem“ ganz gut lösen. Die Penner haben es da leider etwas schwieriger, da sie ja schlecht verzögert spritzen können. Jedoch möchte ich hier nicht den Arzt spielen, sondern einfach nur darauf hinweisen. Auch hier ist es wieder unterschiedlich. Einige Diabetiker müssen die FPE (Fett Protein Einheit) mehr beachten, bei anderen klappt das auch ohne Beachtung ganz gut.

Deswegen: beobachten und wenn man der Meinung ist, da stimmt etwas nicht und man hat eigentlich alles richtig berechnet, ab zum Dia Doc. Wenigstens wisst ihr jetzt schon einmal, dass es auch diese zwei Faktoren gibt, und könnt euren Diabetes Arzt gezielter darauf ansprechen.

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#4 Der liebe Alkohol

Wer kennt es nicht, ein Bierchen davor, danach oder dabei. Bei so einem Grill Abend, in gemütlicher Runde oder ganz entspannt für sich allein, ist der Alkohol meist mit von der Partie. Das Ganze ist ja in Maßen auch völlig in Ordnung, doch auch hier ist wieder Vorsicht geboten. Wie bei den anderen oben aufgeführten Punkten tickt auch hier wieder jeder Diabetiker auf seine ganz eigene Art. Jeder sollte für sich einen guten Weg finden, jedoch gibt’s auch vorab wieder ein paar „Grundregeln“, auf die man achten sollte. Zum Beispiel gleichen sich „Mischbier“ (z.B. Cola Bier), oder Cocktails, ganz gut miteinander aus. Das bedeutet, dafür würde ich nichts bolen/spritzen, aber dann auch nicht noch etwas extra wegen des Alkohols essen. Dann gibt’s natürlich noch Bier, Wein und Schnaps. Auch hier sind wieder etliche Misch Varianten möglich, doch gehen wir jetzt mal von dem „Grundprodukt“ aus. Ich würde zu einem Bier/Glas Wein immer etwas nebenher essen bzw. knabbern.

Ganz WICHTIG ist es auch, den Blutzucker öfters zu kontrollieren und niemals mit einem Blutzucker Wert unter 6,7 mmol/l (120 mg/dl) schlafen zu gehen. Besser bei einem „Normal Blutzucker Wert“ noch etwas essen oder trinken, sodass man auf der sicheren Seite ist. Mir wurde damals beigebracht, bei Alkoholkonsum ruhig mit etwas höheren Blutzuckerwerten ins Bett zu gehen als zu tief, um eine Hypoglykämie zu verhindern.

Na, habt ihr jetzt richtig Lust auf einen gemütlichen Grill Abend bekommen? Hoffentlich kann der eine oder andere von euch meine Tipps und Tricks gebrauchen und probiert sie beim nächsten Grill Abend mal aus.

Habt ihr noch weitere Tipps, dann schreibt einfach gleich einen Kommentar unter diesen Beitrag und teilt eure Tipps mit mir und den anderen Lesern. Ich lerne nämlich auch gerne noch dazu.

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