„Now we are talking“ – FreeStyle Libre 2

Susanne hatte schon im vergangenen Jahr ihren FreeStyle Libre zum CGM umfunktioniert. Nun kam die zweite Generation des FGM-Sensors auf den Markt, der auch ohne Extra-Zubehör bei zu hohen und niedrigen Glukosewerten warnt. Ihre Erfahrungen.

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[Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Markennennung.]

Ich mag den FreeStyle Libre. So sehr, dass ich ihn lieber aufgepimpt habe, als auf ein CGM zu wechseln (siehe „FreeStyle Libre wird zum CGM“). Das ist nun gar nicht mehr nötig, verspricht Abbott. Denn vor Kurzem hat der Hersteller der FGM-Lösung die zweite Generation des FreeStyle Libre auf den Markt gebracht. Gestatten: „Libre 2“.

Quelle: Anke Bewert

FreeStyle Libre 2

Die Sensoren sind äußerlich gleich, das Handling ist dasselbe wie bisher – scannen, Glukosewert ablesen. Neu dagegen: das Lesegerät, das man für die zweite Generation (neu) benötigt. In Blau statt Schwarz kommt es im gewohnten Format daher. Die Bedienung über die (einzige) Taste und den Touchscreen ist ebenfalls gleich geblieben. Im Menü findet man nun zehn statt der bisher acht Punkte. Neben dem neuen Bereich „Erinnerungen“, der bisher über das Glockensymbol auf dem Startbildschirm erreichbar war, mit einem entscheidenden neuen Extra: der Menüpunkt „Alarme“. Denn der FreeStyle Libre 2 warnt nun auch. Allerdings weniger differenziert als so manches CGM. Heißt konkret: Das Lesegerät des FreeStyle Libre 2 piept nur dann, wenn der Gewebezucker den vorab individuell definierten Bereich – beispielsweise von 70 bis 180 mg/dl (3,9 bis 10,0 mmol/l) – verlässt.

Es piept!

Mit dem Piepen zeigt er aber nicht gleich den aktuellen Wert an. Er vermeldet lediglich „Alarm: Hoher Glukosewert“ oder „Alarm: Niedriger Glukosewert“ und fordert zum Scannen auf. Anschließend erfolgt keine weitere Warnung mehr. Gut, wenn man – wie ich – von Alle-fünf-Minuten-Warnungen schnell genervt ist. Auch wenn man schon reagiert hat, die Zuckerkurve aber nunmal träge ist und erst allmählich wieder sinkt. Schlecht, wenn man sich darauf verlässt, dass die getroffene Gegenmaßnahme – Zucker essen oder Insulin spritzen – ausreicht, und man erst viel später wieder kontrolliert. Wenn nämlich zum Beispiel der Katheter einer Pumpe oder eine Patchpumpe defekt ist oder das Insulin im Pen nicht funktioniert, meldet sich der FreeStyle Libre 2 kein zweites Mal, auch wenn der Zucker nach dem ersten (zu hohen) Wert 181 mg/dl (10,1 mmol/l) und einer vermeintlichen Korrektur munter auf bis zu 300 mg/dl (16,7 mmol/l) weitersteigt. Erst wenn er wieder im Normbereich war und erneut abweicht, ertönt ein neuer Alarm.

Quelle: Susane Löw

Wem selbst der eine Piepton mal zu lästig ist oder wer in Konferenzen, Konzerten oder anderen ruhigen Situationen nicht gestört werden will, der kann die Alarme komplett deaktivieren. Klarer Pluspunkt für den FreeStyle Libre 2, dessen Lesegerät aufgrund der Bluetooth-Verbindung schneller wieder aufgeladen werden muss als beim Vorgänger. Das heißt: Wer den Libre wie bisher nutzen will, deaktiviert alle Alarme und merkt keinen Unterschied im Alltag.

Warnfunktion und genauere Messwerte

Neben der Neuerung mit der Warnfunktion verspricht Abbott genauere Messwerte – „ab dem ersten Tag des Tragens und während der gesamten Tragedauer“. Gerade in den Anfangsstunden eines neuen Sensors. Ich hatte bislang nie das Problem, von dem andere berichten – dass ein neuer Sensor in den ersten ein, zwei Tagen extrem vom blutigen Wert abweicht. Dennoch habe ich drei Tage lang parallel einen bereits zehn Tage alten FreeStyle-Libre-(1)-Sensor am rechten und einen nagelneuen, zweiten FreeStyle-Libre-2-Sensor am linken Oberarm getragen, zudem gelegentlich zusätzlich blutig gemessen. Die Bilanz: Maximal um die 15 mg/dl (0,8 mmol/l) Unterschied zwischen FreeStyle Libre 1 und 2, ab dem zweiten Tag tendenziell weniger. Wie generell bei Gewebeglukosewert-Messsystemen „hinkt“ die Anzeige dem (blutig gemessenen) Blutzucker etwas hinterher.

Wie kommt man an den FreeStyle Libre 2? Abbott erklärt dazu: „Die größten gesetzlichen Krankenkassen Techniker Krankenkasse (TK), BARMER, DAK Gesundheit und AOK Bayern sowie einige Betriebskrankenkassen wie die BBK Pfaff, BKK pronova, Securvita BKK und die Schwenninger Betriebskrankenkasse übernehmen bereits die Kosten für Menschen mit Typ 1- bzw. Typ 2-Diabetes und intensivierter Insulintherapie (ICT) oder Insulinpumpentherapie (CSII). Bestehende FreeStyle Libre-Nutzer dieser Krankenkassen werden ab der nächsten Verordnung mit FreeStyle Libre 2 versorgt.“ Der eine oder andere muss sich also vielleicht noch gedulden. Aber das Warten lohnt sich. Und Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.

Quelle: Susane Löw

Abwarten und die Vorfreude auskosten

Diese Vorfreude muss man auch in Sachen App aufbauen. Denn einen Nachfolger für die „FreeStyle LibreLink“-App, mit der man parallel zum Lesegerät die Sensoren des FreeStyle Libre (1) auslesen konnte, gibt es aktuell noch nicht. Abbott will die FreeStyle-LibreLink-App auch für den FreeStyle-Libre-2-Sensor verfügbar machen – voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2019.


Auch Steffi hat das FreeStyle Libre 2 bereits getestet: Erste Eindrücke vom FreeStyle Libre 2

21 Kommentare zu “„Now we are talking“ – FreeStyle Libre 2

    1. Hallo Miri, ja, es gibt da ein paar Methoden … ich habe mit dem Nightrider gearbeitet (siehe Link im 1. Absatz) 🙂

    2. Nightrider und Libre2 habe ich nicht kombiniert – braucht man ja aber auch eigentlich nicht mehr, weil der Libre 2 als Neuerung u.a. ja mitbringt, dass er warnt …

    3. Hallo Susane, vielen Dank für Deinen Bericht. Aber mich treibt auch die Frage von Miri um. Wenn der Libre2 nicht mit Miaomiao wäre er für mich eher ein Rückschritt. Insbesondere wegen fehlender Anzeige des Wertes (am besten auf dem Smartphone). Und die fehlenden Erinnerungen bei nicht ausreichender Korrektur ist schon kritisch. Da bleibe ich erstmal lieber beim Libre1 und warte die weitere Entwicklung ab

    4. Leider funktioniert Libre 2 derzeit nicht mit BluCon, MiaoMiao und anderen Transmittern. Das ist für all diejenigen ärgerlich, die loopen möchten, oder ihren Wert ohne Scan einsehen möchten. Beim Sport zum Beispiel.

  1. Vielen Dank für deinen Bericht. Unser Sohn muss sich noch bis nächsten Oktober gedulden aber vielleicht gibt es bis dahin ja die App.
    Ich bin noch auf der Suche nach Tipps für den Skiurlaub. Hast du da vielleicht Erfahrung? Welche schnellen KE sind praktikabel…Welche Art Rucksack….freu mich über Nachricht.
    Viele Grüße Ute Kühl

    1. Hallo Ute, ich bin keine Skifahrerin, aber bei Wintersport eignen sich z.B. Gels oder Fruchtriegel ganz gut. Und eine Bekannte hat mir mal den Tipp gegeben, Traubenzucker vorher in einem leeren Plastikröhrchen für Brausetabletten abzupacken. Ich habe unterwegs immer kleine Haribotütchen (a 1/2 BE) dabei … Grüße, Susanne

    2. Hallo nur zur Info beim Skifahren hab ich mir seinerzeit einen Sensor zerschossen weil die Kontrollautomaten an den Liftanlagen mit einem ähnlichen Code gearbeitet haben. Der Sensor wurde mir von Abbott ersetzt und das Problem ist auch bekannt gewesen. Hab dann später beim Skifahren Alufolie über den Sensor gelegt damit er geschützt war. Wünsche euch viel Glück das das nicht passiert. Viele Grüße Jörg

    3. Hallo Ute nur zur Info beim Skifahren hab ich mir seinerzeit einen Sensor zerschossen weil die Kontrollautomaten an den Liftanlagen mit einem ähnlichen Code gearbeitet haben. Der Sensor wurde mir von Abbott ersetzt und das Problem ist auch bekannt gewesen. Hab dann später beim Skifahren Alufolie über den Sensor gelegt damit er geschützt war. Wünsche euch viel Glück das das nicht passiert. Viele Grüße Jörg

  2. Hallo,

    Unsere Tochter trägt den Libre 2 schon,ich trage noch den Libre 1.
    Gut finde ich die Alarmtöne,auch wenn es manche Lehrer in den Wahnsinn treibt *g*, aber so ist es für Sie einfacher. Den oft hieß es bei ihrem Pumpen Mess/Bediengerät pack das Handy weg.Schlecht finde ich das man da nicht mehr seine Be`s Und Insulineinheiten eintragen kann.
    Da wird man ja wieder quassi zu gezwungen alles auf zu schreiben.Was bei 2 Diabetikern extrem nervig ist.
    Ich hatte ein Rezept für neue Sensoren im November 2018 eingereicht und bekam direkt den Nachfolger ohne Probleme von der AOK Bayern bewilligt,gut ich muß einen geringen Eigenanteil für mich zahlen,aber damit kann man leben.

    1. Hallo darktear, freut mich, dass der Libre 2 bei deiner Tochter gut ankommt! Kleine Anmerkung: BEs und Insulineinheiten kann man auch beim Libre 2 eintragen. Schöne Grüße, Susanne

  3. Das neue Messgerät muss sehr oft nachgeladen werden. Offenbar benötigt die ständige Suche nach einem Sensor viel Strom.
    Man sollte das komplett abstellen können. Ich zumindest benötige die Alarme nicht.
    Die neuen Sensoren liefern nach meinen ersten Erfahrungen gegenüber der Blutmessung eher höhere (10 – 25 mgr) Werte. Früher waren sie eher zu niedrig.

  4. Hallo, mal eine Frage in die Runde. Habe eine neue Lieferung Libre 2 bekommen, unter anderem mit dem Ablaufdatum 31-03-2021, kann schon jemand sagen ob diese die 14 Tage durchhalten? Hatte jetzt mit den letzten ab und an mal Pech, danke für eine kurze Info.

    1. Hi, im Normalfall klappt das bei mir mit den 14 Tagen. Klar, manchmal meldet auch mal ein Sensor vor dem offiziellen Ende einen Fehler oder man reißt ihn sich aus Versehen aus der Haut. Aber warum ist das Ablaufdatum in knapp 1,5 Jahren wichtig? 🙂

  5. Hallo alle,
    weiß irgendjemand, ob es eine Software-Lösung für Ios gibt, mit der man ohne Zusatzhardware die Werte des Libre 2 auf das Iphone (und damit auch auf die iWatch) bringen kann (also nicht nur die Warnmitteilungen, sondern die gepaschten Werte)? Habe bisher immer nur Lösungen für Android Systeme gefunden.

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