Meine Pumpenentscheidung

OmniPod Benutzeroberfläche: Michelle

Es ist immer wieder ein Highlight: der Moment, in dem eine neue Insulinpumpe ausgesucht werden darf. Michelle hat sich für den Omnipod entschieden. Die Gründe dafür und ihr erstes Fazit lest ihr hier.

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Endlich ist es so weit: Ich darf meine Insulinpumpe wechseln!

Das klingt jetzt so, als wenn ich mit meiner jetzigen Pumpe nicht zufrieden wäre, aber das stimmt nicht ganz. Ich freue mich nur sehr darauf, etwas Neues tragen zu dürfen.

Meine bisherigen Insulinpumpen-Erfahrungen

Kurz zu meiner Geschichte: Vor knapp 4 Jahren habe ich mich für die Pumpentherapie entschieden. Zuvor hatte ich vier Jahre Pens mit je einem Kurz- und einem Langzeitinsulin.

Ich entschied mich nach Gesprächen mit meinem Diabetologen für die MiniMed 640G von Medtronic mit dem dazugehörigen Sensor, dem Enlite.

Eine Freundin hatte damals die Pumpe schon, jedoch ohne Glukosesensor, ich hatte also schon eine kleine Vorahnung, was mich erwarten würde. Ich war vor der Pumpeneinweisung sehr gespannt und habe mich tierisch gefreut.

Fast 4 Jahre später stand ich nun erneut vor der Entscheidung und überlegte mir die Vor- und Nachteile der momentan verfügbaren Pumpen in der Schweiz.

Meine Optionen

Für mich standen zur Auswahl: der Omnipod, die MiniMed 670G und die YpsoPump.

Ich informierte mich auf der jeweiligen Website über die Vor- und Nachteile. Außerdem gibt es einige in der Diabetes-Online-Community, welche die verschiedenen Pumpen tragen.

In Amerika ist nun seit einiger Zeit die t:slim X2 von Tandem auf dem Markt mit Basal- bzw. Control-IQ. Diese Pumpe arbeitet zusammen mit dem Sensor von Dexcom. Das finde ich absolut klasse und diese Pumpe entspricht genau meinen Anforderungen. Einziger, aber großer Nachteil im Moment ist, dass für die Schweiz noch kein Einführungsdatum bekannt ist.

Meine Entscheidung: der Omnipod

Nun habe ich mich nach reichlicher Recherche für den Omnipod entschieden.

Die Pumpe…

  • ist schlauchlos – das heißt, man hat keinen Schlauch, mit dem man irgendwo hängenbleiben kann,
  • hat 200 Insulin-Einheiten Fassungsvermögen für 3 Tage – das reicht für mich absolut,
  • ist nur mit dem PDM  (Personal Diabetes Manager) steuerbar – diesen muss man nur bei Bolusabgaben oder allgemeinen Insulineinstellungen in die Hand nehmen; er kann sonst außer Reichweite sein, denn die Basalrate ist im laufenden Pod gespeichert.

Im Schwimmbad oder im Badeurlaub muss man sich nicht darum kümmern, etwas abzukoppeln, denn der Omnipod bleibt am Körper und ist wasserdicht. Somit wird die Insulinabgabe nicht unterbrochen und man muss sich keine Gedanken über fehlendes Insulin im Körper machen. Der PDM erklärt den Podwechsel Schritt für Schritt und man benötigt keine separate Setzhilfe für den Katheter. Ein weiterer Vorteil, welchen ich absolut genial finde, ist, dass sich die Kanüle im Pod selbst füllt und mit wenigen Schritten, die der PDM genau erklärt, ist die Kanüle unter der Haut.

Mein Fazit nach zwei Wochen Tragedauer

Freiheit! Das war das Erste, was ich gedacht habe, als ich den Pod zusammen mit meiner Diabetesberaterin am hinteren Rücken gesetzt hatte. Diese Stelle ist jetzt schon eine meiner Lieblingsstellen. Hier ist der Pod aus dem Weg und er stört nicht, außer man fährt Auto, und dann kann es schon mal passieren, dass man den Omnipod beim Anlehnen mal bemerkt. Meinen ersten Bolus habe ich mittags dann über den Personal Diabetes Manager (kurz PDM) gemacht und konnte ihn nach der Bestätigung der Bolus-Abgabe gleich wieder in meiner Handtasche verschwinden lassen. Jeder Omnipod-Nutzer kann sich einen Namen und diverse weitere Notfallnotizen auf dem PDM speichern. Mein PDM begrüßt mich mit „Michelle“. So kann es bei MeetUps nicht zu Verwechslungen der PDMs kommen.

Der optische Vergleich: Omnipod und MiniMed 640G

Es scheint nicht so, aber der PDM hat keine „Denkzeiten“. Er sieht zwar aus wie ein Steinzeitmodell, aber mir fiel dieser Vorteil sofort auf. Mit der MiniMed 640G hatte ich leider immer diese Verzögerungen.

Ich liebe es, baden zu gehen. Doch meine Medtronic-Pumpe musste ich immer ins Wasser mitnehmen oder sie abkoppeln. Durch das Abkoppeln gelang das Insulin natürlich nicht in meinen Körper. Wenn ich die Pumpe dranließ, musste ich sie immer irgendwo befestigen und war nie „frei“. Mit dem Omnipod ist das Baden wieder ein ganz neues Erlebnis. Ich ging nach Ewigkeiten mal wieder lange baden und musste mir keine Gedanken um die Insulinversorgung machen.

Weitere Vorteile

Das Tolle am Omnipod sind die Pods selbst. Der Podwechsel geht wirklich easy. Man braucht keine extra Setzhilfe und hat die Spritze, mit der man das Insulin auffüllt, gleich mit dabei. Der PDM erklärt die Schritte verständlich und man kann nichts überspringen, was notwendig ist.

Es fiel mir außerdem auf, dass bei einem Podwechsel nicht so viel Müll anfällt, wie wenn ich meine Quickset-Katheter gewechselt habe.

Quelle: Michelle Mirer / Die Omnipod-Verpackung

Ich hatte nie einen Extra-Katheter auf der Arbeit, einfach, weil ich dann auch eine Extra-Setzhilfe, evtl. Reservoir und Insulin und den Katheter selbst dabeihaben hätte müssen. Das fällt nun weg. In meinem Täschchen befindet sich nun ein Pod und eine Ampulle Insulin, die ich immer verbrauche, sobald ich einen Pod befülle. Somit ist hier kein Insulin mal alt und/oder schlecht.

Mein Fazit kurz und knapp: Ein Leben ohne Schlauch ist ein neues Gefühl von Freiheit ohne Insulinverlust.


Die Zukunftstechnologie kommt mit großen Schritten auf uns zu. Mehr dazu weiß Susanne: Offiziell (hybrid) loopen mit Omnipod und FreeStyle Libre?

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