Ohne unsere Eltern wären wir alle wahrscheinlich ziemlich aufgeschmissen gewesen in der Kindheit – vor allem auch durch unseren Diabetes, wenn er früh aufgetreten ist. Es ist enorm, was unsere Eltern geleistet haben! Für Antonia ist es deshalb ein Bedürfnis, ihren und auch allen anderen Eltern einfach mal „Danke“ zu sagen.
Für Kinder mit Typ-1-Diabetes und ihre Eltern gibt es so einige Hürden beim Großwerden. Heute möchte ich diese Dinge, die das Leben manchmal schwerer machen können, aber nicht aufzählen, sondern DANKE sagen. Dieser Dank geht an die Eltern – und zwar nicht nur an meine Eltern, sondern an alle Eltern, die ein Kind mit Diabetes haben. Der Alltag mag nicht immer leicht sein, der Diabetes ist auch nicht immer einfach und kleine heranwachsende Menschen sind es schon gar nicht. Mal machen die Blutzuckerwerte, was sie wollen, oder die Kinder. Am Anfang weiß man noch nicht, wie der Körper auf bestimmte Nahrungsmittel, Stress oder körperliche Aktivitäten reagiert.Das Ziel der Eltern: Normalität ermöglichen
Die Kinder versuchen einfach, so weiterzuleben, und die Eltern versuchen, es ihnen zu ermöglichen. Leicht ist das aber eher nicht, denn es wird immer eine Angst bleiben, dass mit dem Kind was passiert, während die Eltern nicht dabei sind. Klar haben alle Eltern solche Vorstellungen, aber wenn das Kind chronisch krank ist, macht man sich doch etwas mehr Sorgen.
Der Drang zur Selbständigkeit: auch eine Herausforderung für die Eltern
Irgendwann möchte man als Kind dann selbstständiger werden und alles allein machen. Auch das stelle ich mir für Eltern von Diabetes-Kindern noch etwas schwerer vor als für Eltern gesunder Kinder. Schließlich ist man mit Diabetes nicht komplett gesund, und wenn man irgendwas komplett falsch macht, kann es auch mal unangenehm werden. Während der Pubertät kommen dann noch die Hormone und die „Ich habe auf das alles keinen Bock“-Phase dazu. Das macht das Loslassen bestimmt nicht viel einfacher. Die Eltern müssen einem zusehen, wie man ab und an vergisst, zu messen oder zu spritzen, sie bekommen mit, wie der Langzeitwert (HbA1c) immer weiter steigt und anscheinend nichts mehr klappt.„Na, was macht dein Blutzucker?“ – immer diese nervigen Fragen…

Oft sehen wir nur das, was uns genervt hat …
Ihr fragt euch sicher, was ich mit diesem ganzen Geschwafel jetzt sagen wollte? Nun – ich finde es einfach klasse, was Eltern von Diabetes-Kindern jeden Tag leisten – was sie alles auf sich nehmen. Klar haben sie uns immer mal genervt, aber es war ja nur gut gemeint. Oft sehen wir leider nur das, was uns genervt hat. Was hätten wir damals aber nur ohne Mama und Papa gemacht? Wahrscheinlich wären wir ohne ihre Hilfe oft aufgeschmissen gewesen. Vor allem all die von uns, die ihren Diabetes in frühester Kindheit bekommen haben.Danke an alle Eltern
Also: danke an alle Eltern. Danke dafür, dass ihr all das auf euch nehmt, uns viele Jahre lang so unterstützt und unsere Launen ertragen habt. Ohne euch hätten die meisten von uns wohl keine so tolle, und doch recht unbeschwerte, Kindheit gehabt.
Welche Sorgen sich Eltern machen, deren Kind Diabetes bekommt/hat, hat Lisa erst später verstanden. Und Bastian zeigt im Video, was eine schwere Unterzuckerung für seine Eltern bedeutet. Bei Kathy geht es darum, einen Babysitter zu finden, der sich mit Diabetes auskennt – damit sie und ihr Mann auch einmal abends ausgehen können.