Von der Hypo- in die Hyperglykämie (#DiabetesHypoBarcamp)

Am 12.10.2019 war wieder das alljährliche Barcamp der Blood Sugar Lounge, diesmal aber mit dem Thema „Hypos“. Auch Sharon war vor Ort und hat an der gut besuchten Session „Von der Hypo in die Hyper“ teilgenommen. Sharon geht heute auf diese Session genauer ein.

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Ein Problem, das viele beschäftigt

Der Raum dieser Session war voll. Und mit voll meine ich, dass sogar Stehplätze verteilt wurden, obwohl der Raum gar nicht mal so klein war. Es ist also ein Thema, das viele betrifft.

„Wie verhindere ich präventiv, von einer Unterzuckerung direkt in den Überzucker zu rauschen“, war die Frage, die sich an alle richtete. „Was macht ihr dagegen?“ Eine Frage, die erst einmal unbeantwortet blieb. Denn wäre es so einfach, wären wir ja nicht so viele gewesen, oder?

 

Ursache

Aber wie kommt es, dass bei vielen der Blutzucker nach einer „Hypo“ drastisch nach oben schießt?

Die Session „Von der Hypo in die Hyper“ / Quelle: Kirchheim-Verlag / Stephan Benz

Die Ursache klingt eigentlich ganz einfach. Denn meistens ist es der Heißhunger, der uns dazu bringt, ungebremst viel zu essen. Hinzu kommt dann, je nach Wert, noch die Gegenregulation des Körpers und letztendlich die „Hypoabschaltung“ bei einigen Insulinpumpen-Systemen oder die daraufhin eingestellte temporäre Basalrate.

Lösung

Das Tolle am Barcamp: Wo ein Problem, da auch meist eine Lösung. Denn der ein oder andere unter uns hat sich schon einige Strategien angeeignet, die mehr oder minder einer „Hyper“ vorbeugt.

Foto vom Kuchen: Mein neuster Lieblings-Hypohelfer: Der Geburtstagskuchen der Blood Sugar Lounge / Quelle: Sharon Kuhn

So ist eine der Lösungen zum Beispiel, abgepackte „HypoKits“ zu benutzen. Dafür eignen sich Capri-Sonne, O-Saft-Päckchen, Gummibären oder gebündelte Päckchen Traubenzucker.

-> Für die nächste „Hypo“ hat Nicole euch hier eure liebsten Hypo-Helfer zusammengesucht: Das sind Eure liebsten „Hypo-Helfer“.

Einer erzählte, dass er seinen Freunden vorher immer sagt, dass sie ihn ausbremsen sollen. Das funktioniert meistens wohl sogar.

Ich habe das Glück, dass mein Partner mir in einer Unterzuckerung meist mein Trinken bringt und da bereits auf die ausreichende Menge achtet.

Sollte ich tatsächlich einmal zu viel essen, berechne ich, sobald es mir wieder besser geht, die überschüssigen Kohlenhydrate und bole für sie. Andere wiederum sitzen den Wert einfach aus und korrigieren später.

Die Session „Von der Hypo in die Hyper“ / Quelle: Kirchheim-Verlag / Stephan Benz

Als es um die Gegenregulation des Körpers ging, erzählte einer von einer Formel, mit der man berechnen könne, wie viel der Körper gegenreguliert hat. So könne man direkt weniger essen oder das Überschüssige bolen. Da keiner von uns von dieser Formel jemals gehört hatte, gab er uns den Tipp, unseren Diabetologen zu fragen. Ich persönlich habe nichts zu so einer Formel gefunden.

Ich persönlich habe mein Fazit daraus gezogen, dass ich alle Methoden situationsabhängig nutzen werde. Und wie verhindert ihr die „Hyper“?


Einen allgemeinen Rückblick zum #DiabetesHypoBarcamp hat euch bereits Katharina geschrieben.

Und solltet ihr unsere Live-Sessions verpasst haben, könnt ihr sie euch hier noch einmal ansehen.

Ein Kommentar zu “Von der Hypo- in die Hyperglykämie (#DiabetesHypoBarcamp)

  1. 2 Cents aus dem älteren T2-off:

    So lange ich’s mit Messen+Spritzen+Essen gemacht hab, immer schön nach Doktors Orders, hatte ich alltäglich mehrmals muntere Schwankungen zwischen 50 und 350 mg/dl, wenn’s mies lief (ging manches Mal auch deutlich 8erbahniger), und zwischen 100 und 300, wenn’s gut lief.

    Hab dann umgestellt auf Spritzen+Essen+Messen, natürlich ohne Doktors Orders, und zuerst die Stundenspitze gemessen.
    Erste Einsicht damit: 1 BE funzt keineswegs wie 1 BE, auch wenn noch so exakt gewogen und berechnet, sondern da gibt’s locker ne Streubreite von plusminus 50%.
    Zweite Einsicht damit: Nur ausreichend für ne Stunden-Obergrenze spritzen, kann noch ne Stunde weiter super tief in den Keller ziehen.
    Dritte Einsicht: Man kann austesten, wie viele BEs mit wie vielen IEs in den persönlichen Rahmen aus Ober- und Untergrenze passen.
    Dann lässt sich sehr gezielt z.B. für sehr viel mehr BEs gleich zu Anfang spritzen und die dann aber in 2 oder 3 Raten mit so um 20-30 Minuten Pause dazwischen einverleiben – oder halt die sehr viel höhere postprandiale Spitze in Kauf nehmen.

    Vierte Einsicht: Wo ich meinen persönlichen Standardverlauf mit den Futter- und Spritz-Mengen so schön kenne, kann ich zu jeder Zeit nach dem Essen testen, wie passend mein BZ gerade in seinem Verlauf liegt, und ggf. direkt eingreifen und z.B. noch rechtzeitig vor ner Hypo und ihrem Bärenhunger passend für den Auslauf im normalen Nüchtern-BZ ne Kleinigkeit nachlegen.

    Fünfte Einsicht nach vielen Gesprächen darüber mit Diabetologen: Das wollen die Leute doch gar nicht. Alles vor dem Essen lässt sich gerade noch mit einiger Akzeptanz und Compliance umsetzen, aber ne Stunde oder anderthalb oder zwei nach dem Essen messen? Wer denkt denn da noch an sowas? Und wer weiß dann noch wirklich, wovon er wie viel gegessen und getrunken hat?
    Und mal ehrlich, kennen Sie einen T1, der Ihnen nicht erzählt, dass sein BZ einfach macht, was er will, egal, wie genau er vorher gewogen, gespritzt und gerechnet hat? ….duck und wech ……. 😉

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